Österreich ist Land der "Teilzeitstudenten"

24. Juni 2011, 14:36
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Nur 44 Prozent beschäftigen sich mehr als 30 Stunden pro Woche mit dem Studium - Nur in der Slowakei sind es mehr

Wien - In Österreich ist der Anteil an "Teilzeitstudenten", die im Schnitt weniger als 21 Stunden pro Woche ihrem Studium widmen, für europäische Verhältnisse sehr hoch. 32 Prozent aller Studenten gehören dieser Gruppe an, nur in der Slowakei sind es mit 35 Prozent noch mehr, wie die aktuelle, von der EU und dem deutschen Bildungsministerium kofinanzierte "Eurostudent"-Erhebung für die Jahre 2008 bis 2011 zeigt.

In Deutschland sind nur 13 Prozent Teilzeitstudenten, in der Schweiz 18 Prozent. Im Schnitt aller 23 untersuchter Staaten liegt der Anteil bei 19 Prozent.

Wenige Vollzeitstudenten in Österreich

Dabei widmen sich europaweit nicht nur ältere Studenten weniger intensiv der Hochschule. In Österreich ist etwa nur ein Drittel der "Teilzeitstudenten" über 30 Jahre alt, der Rest liegt darunter.

Besonders hoch ist in Österreich mit 13 Prozent der Anteil derer, die nur bis zu zehn Wochenstunden zum Studieren kommen. Nur in Norwegen oder Finnland ist er annähernd so hoch. Gut jeder fünfte österreichische Studenten beschäftigt sich elf bis 20 Stunden pro Woche mit dem Studium, jeder vierte zwischen 21 und 30 Stunden. Nur 44 Prozent sind echte Vollzeitstudenten mit mehr als 30 Wochenstunden, wobei Österreich auch hier aus der Menge hervorsticht. Nur in der Slowakei (31 Prozent), Litauen (40 Prozent), Lettland (43) gibt es weniger Vollzeitstudenten.

Stark vom selbst verdienten Geld abhängig

Auf eine 40-Stunden-Woche kommen die österreichischen Studenten laut der Erhebung dennoch, wird ihre Berufstätigkeit berücksichtigt. Demnach arbeiten Bachelor-Studenten in Österreich rund neun Stunden und Master-Studenten rund 15 Stunden pro Woche, was jeweils etwa dem Durchschnitt der untersuchten Länder entspricht. Noch größer ist der Anteil unter jenen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen: In dieser Gruppe arbeiten Studenten im Schnitt zehn Stunden pro Woche (bei Eltern mit hohem Bildungsabschluss) bzw. 17 Stunden (bei Eltern mit niedrigem Bildungsniveau).

Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil des selbst verdienten Geldes am Gesamtbudget der Studenten in Österreich mit rund 50 Prozent. Der Staat steuert - allerdings exklusive Kinderbeihilfe - nur neun Prozent des Monatseinkommens bei, 30 Prozent kommen von Eltern oder Partnern. Weniger staatliche Mittel haben Studenten nur in Osteuropa und der Schweiz zur Verfügung. (APA)

  • Um sich über Wasser zu halten, müssen Studenten oft Jobs annehmen - auch undankbare.
    foto: standard/marijana miljkovic

    Um sich über Wasser zu halten, müssen Studenten oft Jobs annehmen - auch undankbare.

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