Feindbild Automobil (I)

24. Juni 2011, 17:54
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    foto: ford

    Am Anfang war die Abneigung.

Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

Schon in den frühen Tagen der Automobilgeschichte herrschte ein Reizklima zwischen den Autofahrern und den Menschen, denen Umwelt und Sicherheit am Herzen lag. Mitunter, weil man noch nicht so ans Automobil gewöhnt war, empfand man Staub und Lärm als besonders störend.

Das heißt, das Auto hatte es anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen. Abgesehen von enormen technischen Unzulänglichkeiten entwickelte sich das Automobil auch rasch zu einem gesellschaftlichen Spannungsherd. Sehr früh erkannten die Autofahrer ihre machtvolle Position, die sie aus ihrer Geschwindigkeit bezogen, und benahmen sich mitunter unflätig. Autofahrer galten weithin als rücksichtslos. Geschah ein Unfall, wegen völliger Absenz jeglicher Sicherheitstechnik oft auch gleich mit tödlichem Ausgang, kam es nicht selten zu Lynchjustiz durch Beteiligte und Passanten.

Nicht nur die Defektanfälligkeit war zur vorletzten Jahrhundertwende also ein Grund, den Wagen von einem Chauffeur lenken zu lassen, auch im Falle eines Unfalles konnte sich der Besitzer im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub machen, während es dem Lenker an den Kragen ging.

Die Abgase der Autos waren um 1900 auch schon ein Thema, das aber wegen deren geringer Verbreitung hinter dem Gestank der Pferdeäpfel verblasste. Auch wusste niemand Bescheid über die Schädlichkeit von Abgasen. Gleichzeitig gab es Stimmen, die dem Verbrennungsmotor wegen des Gestanks gegenüber dem Elektroantrieb in den Städten keine große Zukunft vorhersagten. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/24.06.2011)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Pyros
21
28.6.2011, 05:46
Heute akzeptieren wir einfach den

Dreck, die Umweltschädigung, den Lärm, den Diebstahl an Lebensraum, und dass alle Kriege und Genozide Kinderpartys sind im Vergleich zu den jährlich über eine Million Verkehrstoten. Alkohol und Autos lassen wir uns nicht nehmen, und wenn wir alle daran verrecken. Da schaffen wir lieber die Zigarettenautomaten ab.

Parkschwein
13
28.6.2011, 07:55

komisch, dass die meisten leute die es sich aussuchen können doch lieber autofahren als in einem kriegsgebiet zu leben. warum wohl?

systemfehler1
02
27.6.2011, 15:13
"Das Problem ist,

dass wir jetzt an Problemen arbeiten müssen, die wir ohne Autos nicht hätten"

Enzo Ferrari in einem seiner letzten Interviews.

Doktor Jörg Haider
40
26.6.2011, 16:17
Das Problem ist

(und ich weiß, wovon ich rede)

dass das Auto die (gut) 10fache Masse bei 10facher Geschwindigkeit hat im Vergleich zum Menschen.

Standardnormalverteilung
02
28.6.2011, 07:06

Sie sind aber schon der einzige, der weiß, wovon sie reden.

lagrangian
04
26.6.2011, 19:23

Eigentlich ist das der Vorteil und nicht das Problem.

-blos so-
11
27.6.2011, 08:09
inwiefern ist das ein Vorteil?

wenn dies zum Tragen kommt, dann haben sie höchstwahrscheinlich jemanden getötet, sind daran schuld und landen (gesund) im Gefängnis, haben eine Menge Schulden und ein (hoffentlich) schlechtes Gewissen...

lagrangian
00
27.6.2011, 09:53

wieso sollte man als autofahrer ein schlechtes gewissen haben, wenn jemand ohne zu schauen, selbstmörderisch, auf die straße läuft?

poledo2
 
00
27.6.2011, 11:43
ich halts einfach und nutze grossteils ihre Worte...-)

wieso sollte man als autofahrer kein schlechtes gewissen haben, wenn man jemanden ohne zu schauen, eher mörderisch als selbstmörderisch, auf der straße niederfährt?

lagrangian
00
27.6.2011, 11:59

ja, jetzt kommt die ausnahme von der regelsituation, die ja schon ich beschrieben habe...

poledo2
 
00
27.6.2011, 12:53

Die Regelsituation? Woher kommt die Annahme? Gibts dazu Daten?

lagrangian
00
27.6.2011, 13:07

siehe die welt, dort du wirst sie finden! sie wird so sein, wie ich es dir gesagt!

poledo2
 
10
27.6.2011, 13:20
blablabla...

...darüber hinaus:"Die Regelsituation? Woher kommt die Annahme? Gibts dazu Daten?"

Parkschwein
00
27.6.2011, 08:53

die meisten unfälle von autos sind alleine oder mit anderen autos. (zu "höchstwahrscheinlich jemanden getötet")
bei fahrlässiger tötung kommt man unbescholten nicht in den häfn (soviel zum thema "landen im gefängnis")
schadenersatzansprüche werden, sofern man nicht besoffen war, von der versicherung bezahlt (soviel zum thema "schulden")

nur mal als richtigstellung.

Coleman Silk
01
27.6.2011, 11:20

sie irren. die meisten unfälle mit auto sind allein - soweit stimmts und übrigens machen diese fast 50% aus, ein d*mmkopf wer da nicht an alkohol denkt - die 2. häufigsten sind allerdings nicht auto -auto konfrontationen sondern auto - something else crashes. also:radfahrer, fußgänger, motorrad/moped fahrer, skater usw.
auto - auto liegt an dritter stelle mit etwa 20%.
Mobiltitätstudien tu wien von anudazumal bis 2010 (soll heißen:kommt jedes jahr raus und hat den vorteil das es keine lügen sind wie zb bei den autositzerclubs.)

Parkschwein
00
27.6.2011, 16:32

irgendwie geht sich das ned aus.

verunglückt sind 2010 27062 pkws, 8228 motorräder/mopeds
4867 fahrräder
3820 fußgänger

vielleicht hab ich auch nen denkfehler, bin bissl im stress.

quelle: statistik austria

poledo2
 
00
27.6.2011, 17:04
doch, kann sich ausgehen

verunglückte Autos: 27000
50% davon verunfallen allein = 13500
bleiben 13500 übrig, die mit einem Teil der
8228 motorräder/mopeds
4867 fahrräder
3820 fußgänger
(insgesamt also ca. 17000 Teinlehmer)
und letztlich anderen Autos
kollidieren können.

Parkschwein
00
28.6.2011, 07:53

stimmt, mein fehler. wär dennoch interessant ne quelle mit genauen zahlen wer mit wem und so.

Parkschwein
13
26.6.2011, 17:06

na dann ist das ja auch ein großes problem bei zügen.

Doktor Jörg Haider
01
26.6.2011, 18:39
Meist nur wenn sie die Gleise verlassen ...

poledo2
 
01
26.6.2011, 17:42

zeigens mir den Zug, der in etwa die 10fache Masse im Vgl. zum Menschen hat.

lagrangian
00
26.6.2011, 19:24

Folglich wäre das Problem noch viel größer.

poledo2
 
00
26.6.2011, 20:31
fast...

...Die Überschneidungen der Nutzungsflächen bezüglich Fussgänger und Zug sind -aber nur unwesentlich - geringer als bei Fussgänger/Auto

lagrangian
00
27.6.2011, 07:50

da wird jetzt aber wild gewunden... ;-)

poledo2
 
00
27.6.2011, 09:06
Es sei ihnen unbenommen...

...is ja noch früh am morgen...-)

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