Der klassische Weg zum Höchsten

24. Juni 2011, 18:11
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    foto: wolfgang glock/wikipedia.org

    Im Bild links sieht man das Klosterwappen.

    Foto: Wolfgang Glock/wikipedia.org

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    Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhenunterschied knapp 900 Meter. Fischerhütte während der Betriebszeiten der Zahnradbahn (Anfang Mai bis Ende Oktober) durchgehend bewirtschaftet.

    ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, 1:50.000.

Über den Fadensteig auf den Schneeberg, den höchsten Gipfel in Niederösterreich

Der Schneeberg ist mit einer Höhe von 2076 Metern nicht nur der höchste Gipfel Niederösterreichs, er zeigt sich in jeder Hinsicht als imposante Erscheinung, überragt er doch seine östlichen und nördlichen Vorberge um rund 800 Meter.

Erst fast 400 Kilometer östlich und 1400 Kilometer nördlich liegen Berge, die höher sind als er. Wenn die Ebene im zarten Hauch des Frühlings erblüht, leuchten Firnfelder bis ins Ungarische und zu den Karpaten. Wenn der Herbst das Land in ein Meer von Farben taucht, ziert er seinen Gipfel mit dem Weiß des ersten Schnees. Der Schnee gab ihm seinen Namen, als Sneperch scheint er 1150 erstmals in einer Urkunde auf.

Höchsten Punkt, das Klosterwappen

Niemand weiß, wann frühestens der Fuß eines Menschen seinen höchsten Punkt, das Klosterwappen, betreten hat. In den 1930er-Jahren fand man auf dem Kamm zum Gipfel einen Teil eines steinzeitlichen Beils, was naturgemäß zu Spekulationen führte. Der Erste auf dem Schneeberg, dessen Namen man kennt, war der Belgier Charles d'Ecluse - der sich der Mode gemäß Carolus Clusius nannte -, Botaniker am Hofe Maximilians II. und der größte Gelehrte seiner Zeit.

Im August 1573 erreichte er den Gipfel, den er noch viermal besuchte. Eine grandiose Leistung, wenn man bedenkt, dass er ein Hüftgelenksleiden hatte und sich nicht bücken konnte.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung des Schneebergs, am 25. September 1897 ging die Zahnradbahn in Betrieb. Trotzdem wählen noch immer viele Bergwanderer den Anstieg per pedes, um die volle Schönheit des Berges zu genießen. Unter den klassischen Routen bevorzugen sie vor allem den Fadensteig, der bis 1901 aus jagdlichen Gründen nicht begangen werden durfte. Er verlangt zwar Trittsicherheit und gute Kondition, bietet aber dafür ein herrliches Panorama und eine außergewöhnliche alpine Flora. In den letzten Jahren hat sogar das sehr seltene Kohlröschen, eine Orchidee, das Hochplateau wieder erobert.

Die Aussicht vom Gipfel imponiert immer wieder, auch wenn die alten Beschreibungen nicht stimmen, dass der Blick bis zum Quellgebiet der Oder und zur Adria reicht.

Die Route

Die Route: Die Bergwanderung beginnt am besten bei der Bergstation des Sessellifts in Losenheim, weil man sich dann eine Stunde des Aufstiegs erspart. Bei der Edelweißhütte wählt man den rot markierten - alte gelbe Zeichen - Fadensteig, über den man, teilweise steil, ansteigt. Am Fuße der Felsen quert man nach rechts und gelangt über einen schroffen Absatz auf die Hochfläche.

Entlang der Stangenmarkierung wandert man zum Kaiserstein und zur Fischerhütte. Gehzeit 2½ Stunden. Den halbstündigen Abstecher zum Gipfel sollte man keinesfalls auslassen.

Für den Abstieg bietet sich der grün markierte Pfad über den Schauerstein an. Beim Fleischer-Gedenkstein erreicht man die gelbe Markierung des Fadenweges, auf den man rechts einschwenkt. Zum Teil auf einer Forststraße geht es recht bequem weiter, ein kurzer Gegenanstieg führt - vorbei an der Sparbacherhütte - zur Edelweißhütte und zur Bergstation des Sessellifts, der einen ins Tal zurückbringt. Gehzeit ab Fischerhütte 2½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/25.06.2011)

Kommentar posten
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jumpingjack flash
00
28.6.2011, 19:10

schöne, klassische tour - kann ich nur empfehlen!

Makro 24/7
00
26.6.2011, 20:13

Wahrlich ein schönes Gebiet für eine Wanderung.

Hochalmspitze
01
26.6.2011, 13:18

Wer halbwegs Trittsicher ist kann auch einen anderen Steig wählen. Der Novembergrat ist wunderschön, den Fadensteig kann man im Abstieg nehmen oder spannender ist die Breite Ries abwärts. Das ergibt eine tolle Tagestour.

Muninn
00
27.6.2011, 15:58

Danke fuer den Tipp! Den muss ich mir fuer meinen næchsten Besuch in dieser Gegend merken :-)

Para Dox
01
30.6.2011, 15:39

Nur zur Info: Novembergrat, Nandlgrat und Herminensteig sind deutlich schwieriger als der Fadensteig. Trittsicher und halbwegs schwindelfrei sollte man bei diesen Steigen schon sein.

Breite Ries ist nicht markiert, im Einstieg (von oben) ziemlich steil (wird unten flacher) und nicht unbedingt leicht zu finden, wenn man sich nicht auskennt (ist jene Steilrinne in die man vom Gipfel des Kaisersteins hineinschaut, wenn man Richtung Fadensteig zurück schaut - schaut von der Position aber extrem steil aus).

Muninn
00

Vielen Dank fuer Ihre ausfuehrlichen Info! Ich habe auch schon angefangen, Informationen zu diesen Aufstiegen zu sammeln, u.a. auf bergsteigen.at
Hoffentlich wird es dann spætestens næchsten Sommer was mit einer Tour. Spannend hört es sich auf jeden Fall an!

sa923497hd
02
25.6.2011, 19:49

Clusius war Niederländer.

Clemensch
00
25.6.2011, 19:18

Wenn man Ruhe sucht, den Fadensteig am Wochenende am besten meiden. Stellenweise echt Rolltreppenatmosphäre. Detto beim Aufstieg übers Weichtal. Wunderschön und einsam dagegen der Aufstieg über Vois und Kuhschneeberg oder Kaiserbrunn/Krummbachsattel

Para Dox
00
30.6.2011, 15:29

Letzen So. habe ich gerade 7 Leute zwischen Edelweißhütte und Kaiserstein gesehen. Bissl Wind und schlechte Sicht muss man halt in Kauf nehmen.

jumpingjack flash
00
28.6.2011, 19:09

ist aber auch schön - oben auf der ersten alm zusammen mit vielen nationen (ungarn, tschechen usw.) zu sitzen. beim bergaufgehen verliert sich m.m. nach meistens die menge.

Ender Wiggin
00
25.6.2011, 22:01
jeder halbwegs bergtaugliche Wiener weiss

dass es beim Fadensteig ist wie mit den Austern (nein, nicht die kleinsten sind die besten): am besten nur in Monaten genießen, in denen ein R vorkommt, wobei man Sep und Okt auch noch weglassen sollte. Von Mai - Okt kann man in ruhig den Flip-Flop-Wanderen überlassen.

Para Dox
00
30.6.2011, 15:32

1. Gehen dann Massen an Skitourengehern rauf, sobald die Gräben (Schnee-, Wurzen- ....) befahrbar sind.

2. Ist der Fadensteig dann deutlich ernster. Steigeisen sollte man in jedem Fall dabei haben und rechtzeitig anziehen. Vor ein paar Jahren ist jemand abgestürzt (mit den Steigeisen im Rucksack).

Hagbard Celine
00
25.6.2011, 20:39

oder über den Novembergrat

herois
30
25.6.2011, 18:52

auf der höhe hab ich mal gewohnt - des is doch kein berg - ein hügel ist das! ;D

sa923497hd
00
25.6.2011, 19:50

Mexiko?

herois
00
26.6.2011, 02:29

man wuerds kaum glauben - tirol

sa923497hd
00
26.6.2011, 11:44

Naja. Da fangen richtige Berge erst an. MC mit x Mio. EW liegt höher als so manches hochalpine Tiroler Dorf :D

Bumm Uckl
02
26.6.2011, 13:54
Gehn'S..

lassn'S den Tirolern doch ihre Freud! .. das bissl Montanchauvinismus kann man Ihnen schon gönnen, - schließlich müssen sie für ihr Landl in Form des Föhns bitter genug bezahlen.

angelo6
00
25.6.2011, 18:02
Variante über den Nandlgrat

Aufstieg am Nandlgrat und Abstieg über den Fadensteig. Mehr dazu auf http://niederoesterreich.einfach-oesterreich.at/cms/index... hp?id=5873

downhillschrott
00
24.6.2011, 23:27
"..Den halbstündigen Abstecher zum Gipfel sollte man keinesfalls auslassen..."

Um den Soldaten der Netzfunkstelle Niederösterreich einen Schluck Tee zu bringen und am Hubschrauberlandeplatz Tango zu tanzen? ;-)

Der Gipfel wurde leider vom BH zubetoniert, sonderlich attraktiv ist dieser nicht. Wenn die Aussicht nicht wäre..

jumpingjack flash
00
28.6.2011, 19:14

;-) stimmt - aber ein stückerl richtung stadlwandleiten und schon wird der ausblick schön.
der aufstieg über den stadelwandgraben (nicht markiert!) ist mir am liebsten. wobei der anblick da oben dann wirklich schrecklich ist.

Para Dox
00
30.6.2011, 15:26

Aber (auch Dank der Kletterer) gut ausgetrampelt.

jumpingjack flash
00

unten schon - bergauf sieht man den weg m.m. nach besser - bergab - von der hütte beim meransteig hab ich kein gutes gefühl - bzw. einmal den einstieg verpasst. über der hütte muss man tlw. ein bissrl im wald suchen um den einstieg zwischen die latschen zu finden. ich geh dort daher immer rauf und wo anders runter :-)

Werner FROELICH
11
24.6.2011, 19:42
der Genitiv is dem Dativ sein Tod

auf den Schneeberg, den höchsten Gipfel
nicht vieleicht
den Berg, dem Gipfel ?

Spirogyra
01
24.6.2011, 22:55

Oh. Sie verachten den Akkusativ, diesem Hund? ;)

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