ImPulsTanz-Festival mit "Wellness" und Workshops

22. Juni 2011, 13:54
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Schwerpunkte zu Jan Fabre, Ivo Dimchev und österreichischer Choreographie - Eröffnung am 13. Juli

Wien - Rund 500 Künstler aus dem Bereich Tanz und Performance aus mehr als 60 Nationen wirken am diesjährigen ImPulsTanz Festival von 12. Juli bis 14. August mit. 58 Produktionen, dazu 200 Workshops im Arsenal, Schwerpunkte zu Jan Fabre, Ivo Dimchev und Franz West sowie zur österreichischen Szene mit dem Auftakt einer neuen "Wellness"-Reihe von Chris Haring prägen die am Mittwoch  von Direktor Karl Regensburger präsentierte Ausgabe.

Während die Tanzbegeisterten sich im dichten Workshop-Programm von mehr als 100 Dozenten in Tanz und Körperarbeit schulen lassen - 70 Workshops richten sich an Anfänger -, sind einige der Prominenten gleich vielfach am Festival vertreten: So zeigt Jan Fabre derzeit nicht nur seine "Blaue Stunde" in der KHM-Gemäldegalerie, sondern steuert auch vier Performances bei, zwei davon werden von Wim Vandekeybus bzw. Emio Greco "reenacted". "Beide Herren waren als junge Männer bei mir in der Compagnie", erzählte Fabre bei der Pressekonferenz. "Ich möchte nicht, dass sie es einfach nur kopieren."

"Perfect Garden" im Palmenhaus

Eine ungewöhnliche Kooperation bestreiten auch Ivo Dimchev und Franz West: Der österreichische Künstler hatte den bulgarischen Performer eigentlich engagiert, um Videofilme als Besucher-Motivation zur Benutzung von Wests Skulpturen aufzunehmen. "Ich habe Skulpturen gemacht, wo sich der Betrachter damit hätte bewegen können - aber das hat nicht so richtig funktioniert", erklärte West. "Ein Tänzer geht damit ganz anders um." Dimchev war schließlich so fasziniert von den "verwirrenden" Objekten, dass er eine Bühnenperformance daraus machte.

Mehrfach im Festivalprogramm sind auch weitere Stammgäste: Marie Chouinard, Wim Vanderkeybus mit Ultima Vez oder aber Chris Haring. Dieser beginnt bei der heurigen Ausgabe mit einem neuen Zyklus im Palmenhaus. "Perfect Garden" ist der erste Teil eines Wellness-Projekts. "Für mich klingt das eher wie Business oder wie Loch Ness, wie so ein unsichtbares Monster über uns", so Haring, der in seinem Garten Wellness und Vanitas miteinander konfrontieren will. Zusätzlich zeigt der österreichische Choreograph mit seiner Gruppe Liquid Loft das Stück "Talking Heads".

Eröffnung mit Bollywood-Flair

Die heimische Szene repräsentieren heuer auch Doris Uhlich mit "Mehr als Genug" oder Christine Gaigg, die mit dem Komponisten Bernhard Gander ein Streichquartett choreographisch erarbeitete. Es werde ein "Essay" mit zwei Tänzern und Texten, so Gaigg, sowie der Live-Performance des Klangforum Wien. Gleich fünf Choreographen - darunter auch Dirk Stermann - machen sich über Silke Grabinger her, die sich für je zehn Minuten als "Material" zur Verfügung stellte. "Keiner von ihnen hat die Arbeiten des anderen gesehen", berichtete die Tänzerin über ihr Stück "Versuchsperson". In der Nachwuchsreihe "8:tension" wird Österreich unter anderem von Valerie Oberleithners Geisterbeschwörung "Splendid Isolation" vertreten.

Finanziell will das Festival auch heuer die Fünf-Millionen-Euro Budgetmarke erreichen, zwei Mio. kommen von der Stadt, eine halbe "hoffentlich" vom Bund, 800.000 aus EU- und internationalen Förderungen, 700.000 von Sponsoren. An den Ticketkassen soll die übrige Million eingenommen werden. Die traditionelle Eröffnung im Haupthof des Museumsquartier, heuer am 13. Juli mit Bollywood-Flair durch die indische Terence Lewis Contemporary Dance Company,  findet  bei freiem Eintritt statt. (APA)

  • Troubleyn / Jan Fabre: "Prometheus - Landscape II"
    foto: impulstanz / wongebergmann

    Troubleyn / Jan Fabre: "Prometheus - Landscape II"

  • Eröffnung mit der  Terence Lewis Contemporary Dance Company
    foto: impulstanz / terence lewis contemporary dance company

    Eröffnung mit der Terence Lewis Contemporary Dance Company

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