Beyeler-Auktion: Hohe Zuschläge für Picasso-Gemälde

22. Juni 2011, 12:40
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"Femme assise, robe bleue" und "Buste de Francoise" bei Christie's versteigert - Rekordwerte für Werke von Klee, Macke und Ernst

London  - Am ersten Abend der zweitägigen Auktion von Werken aus der Sammlung Beyeler bei Christie's  in London hat das Picasso-Bild "Femme assise, robe bleue" den Preis von 17,96 Mio. Pfund (über 20 Mio. Euro) erzielt. Dies entspricht dem Vierfachen des Ausgangsschätzwerts für das Porträt von Dora Maar aus dem Jahr 1939. Ein anderes Werk des spanischen Malers Pablo Picasso, "Buste de Francoise" von 1946, fand einen Käufer für 10,68 Mio. Pfund, wie das Auktionshaus  mitteilte.

"Die Tänzerin" von Paul Klee wurde für 4,18 Mio. Pfund verkauft, was einem Weltrekord-Preis für ein Klee-Werk auf einer Auktion entspricht. "Im Bazar" von August Macke ging für fast 4 Millionen Pfund weg - gemäß Christie's der höchste Preis, der je bei einer Auktion für ein Werk von Macke erzielt wurde. Dasselbe gilt für Max Ernst: "La chute de l'ange" wurde für 2,7 Millionen Pfund versteigert.Keinen Abnehmer fand "Nympheas" von Claude Monet.

Die am Dienstagabend angebotenen 40 Werke aus dem Bestand der aufgelösten Galerie des im vergangenen Jahr verstorbenen Basler Kunstsammlers Ernst Beyeler erzielten an der Auktion von Christie's in London insgesamt 44,68 Mio. Pfund. Am  Mittwoch  werden weitere 50 Werke angeboten, der Erlös geht in die gleichnamige Stiftung (Fondation Beyeler).

1984 hatte Beyeler zusammen mit seiner Frau Hildy die  Stiftung errichtet, deren Ziel die Pflege und Präsentation der eigenen Sammlungen von Werken der klassischen Moderne sowie von afrikanischer und ozeanischer Kunst ist. Die Sammlung wird seit 1997 im Museum der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel gezeigt. Mit dessen Bau war 1994 begonnen worden; inzwischen gilt es wegen seiner Architektur von Renzo Piano, der Präsentation der Werke und seiner Einbindung in die umgebende Landschaft als eines der schönsten Museen der Welt.  

Universität von Sydney freut sich

Auch die Universität von Sydney hat in London bei Christie's ein Gemälde von Picasso versteigern lassen und damit rund 15 Millionen Euro verdient. Der Vize-Kanzler der Universität, Michael Spence, sprach von einem "großartigen Ergebnis". Das Bild "Jeune fille endormie" ("Schlafendes junges Mädchen") war  für 13,5 Millionen Pfund (15,2 Mio. Euro) versteigert worden, sein Wert war zuvor auf neun Millionen Pfund geschätzt worden. Das Gemälde aus dem Jahre 1935 zeigt Marie-Thérèse Walter, die der damals 45 Jahre alte Künstler kennenlernte, als sie 17 war, und die später seine Geliebte wurde.

Das Bild war der Universität von Sydney im vergangenen Jahr von einem anonymen Spender aus den USA geschenkt worden. Er stellte jedoch eine Bedingung: Es sollte versteigert werden und der Erlös der wissenschaftlichen Forschung zugute kommen. Spence dankte dem Spender erneut für seine "außergewöhnliche Großzügigkeit". Die Einnahmen aus der Auktion sollen seinen Angaben zufolge in die Erforschung von Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fließen. (APA)

  • "Buste de
Francoise"
    foto: christie's

    "Buste de Francoise"

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