Gehirn verändert

Städter leben mit höherem Depressionsrisiko

22. Juni 2011, 19:52

Forscher haben Gehirnänderung festgestellt

Mannheim - Das Leben in der Stadt macht nicht nur frei, sondern zuweilen auch krank: Studien zufolge ist das Risiko, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken, bei Städtern deutlich höher als bei Menschen, die auf dem Land leben. Bei Kindern, die in Großstädten aufwachsen, ist zudem das Schizophrenie-Risiko zwei- bis dreimal so groß.

Wissenschafter haben jetzt herausgefunden, dass zwei für die Regulierung von Stress und Emotionen zuständige Hirnregionen bei Städtern verändert sind. Das Team um Professor Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim präsentiert die Studie um Fachjournal "Nature".

Primitiver "Gefahrensender" aktiver

Die Forscher des ZI und der McGill Universität in Montreal untersuchten mittels Kernspintomographie die Aktivitäten des Hirns von rund 160 Freiwilligen unter Stress und unter Kontrollbedingung. Bei Städtern war die sogenannte Amygdala - "eine Art primitiver Gefahrensender" deutlich aktiver als bei Menschen vom Land, wie Meyer-Lindenberg erläuterte. Bei in Großstädten aufgewachsenen Teilnehmern reagierte zudem der sogenannte cinguläre Cortex - ein Teil des Frontallappens des Hirns - stärker. Der cinguläre Cortex steuert die Amygdala. "Diese beiden Regionen im Hirn sind besonders empfänglich für Stress", sagte Meyer-Lindenberg.

Das Risiko, dass Städter an Angststörungen erkranken, liegt Untersuchungen zufolge um 21 Prozent über dem von Landbewohnern, bei Depressionen sind es sogar 39 Prozent. In weiteren Studien soll nun geklärt werden, was genau das Leben in Großstädten so stressig macht. Die Forscher vermuten, dass es vor allem daran liegt, dass viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. "Wenn wir den genauen Grund kennen, kann das bei der Stadtplanung berücksichtigt werden", sagte Meyer-Lindenberg. Schon jetzt lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten - Tendenz steigend. (APA)

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25 Postings
agent provokateur
01
24.6.2011, 09:21

ah, die acht von zehn regel.

in der stadt laufen mehr leute rum also trifft man automatisch auf mehr idioten.

hinz kunz
03
23.6.2011, 21:51
Und am Land gibt es deutlich mehr Selbstmorde ...

wtf ... was machen wir jetzt bloss am besten? Depressiv in der Stadt leben, oder glücklich tot am Land mit der Knarre in der Hand im Heuschober liegen? Fragen über Fragen.

Hamstray
00
27.6.2011, 08:45

vielleicht ist das genau der grund warum es am land weniger depressive leute gibt...

AlBundyFan
 
00
24.6.2011, 13:13
der unterschied ist

in der stadt kennt man nicht soviele leute, hat eine größere/bessere möglichkeit sein soziales umfeld zu wechseln, wenn es probleme gibt.

d.h.ein auschluß aus der dorfgemeinschaft hat für den betreffenden viel größere folgen als in der stadt.

deshalb mehr selbstmorde

stop-making-sense
01
23.6.2011, 21:25
Mein Hausarzt trinkt

jeden Tag 1,5L Wein.
Soll ich jetzt den Arzt wechseln?

Verpestungs-Profi ("Werbefachmann")
01
23.6.2011, 17:41
Wenn die Menschen wüssten, was unsere allgegenwärtige Werbung bewirkt, würde ihnen anders werden.

Zum Glück kommt niemand auf diese Idee. Anstatt uns zu verachten, sind wir hochgeehrt und gelten als Leistungsträger.

pick up artist - experte für genderfragen
01
23.6.2011, 21:07
besonders junge frauen sind sehr anfällig für werbung

sobald man es erfolgreich schafft einer frau geringes selbstwertgefühl einzureden/aufzudrucken lebt die marktwirtschaft.

du bist zu dick, zu groß, zu klein, zu blass, zu unbeliebt, zu billig gekleidet, ohne handtasche bist du nichts, ohne schminke siehst du furchtbar aus usw.

aufgebaut auf diesem negativen selbstwert gehen auch für durchschnittsmänner irrationale verhaltensweisen einher, die von unwissenden mit "versteh einer DIE frauen" abgetan wird... ein langer rattenschwanz.

kurz:
http://www.youtube.com/watch?v=LNeZYWoXml4

lang:
http://www.youtube.com/watch?v=SiotUTN7cHI

Carla Sociale
03
23.6.2011, 17:23
Bei jeder Fahrt in einer Wiener U-Bahn sieht man dies bestätigt.

Angewiderte Gesichter, die ins Leere starren.

pottery
00
23.6.2011, 15:08

Als gebürtiges Landei hab ich die gegenteilige Erfahrung gemacht.

linksrechts
00
23.6.2011, 10:20
wenn ich einmal von der biomechanischen

erklärung der mediziner abstand nehme, könnte natürlich auch die größere belastung der umwelt - lärm, schmutz, lebensbeschleunigung - oder auch soziale gründe - mehr singles, mehr kleinstfamilien, geringere tiefgehende soziale kontakte ( der unbekannte nachbar) - der grund dafür sein.
und dies entscheidet jeder individuell, da kann die stadtplanung wohl nur gering entgegensteuern

serotonin
01
23.6.2011, 20:02
biomechanische Erklärungen?

fMRT Untersuchungen erheben keinen Anspruch auf Kausalerklärungen, sondern können nur Korrelationen feststellen. Die von Ihnen beschriebenen Belastungen korrelieren mit veränderten Aktivitäten im Mandelkern und dem frontalen Cingulum - Hirnregionen, die mit Stress, Angst, Schmerz usw assoziiert werden. Falls der kausale Zusammenhang besteht, sind natürlich die Umwelt- und sozialen Faktoren der Grund und nicht umgekehrt! Leider ist der APA Text eine Katastrophe...

Lilith Boessse
 
00
23.6.2011, 11:02
erinnert mich u.a. an den artikel

der berichtet, dass die menschen immer weniger und schlechter schlafen ...

wäre erstaunlich, wenn mangelnder, dauerhaft schlechter schlaf sich NICHT irgendwie auswirken würde.
ob sich deshalb was ändern wird?

geordie
01
23.6.2011, 10:32

also gerade was Lärm und Luftverschmutzung angeht kann Stadtplanung sehr viel bewegen, indem fußgänger- und radfahrerfreundlichere Strukturen geschaffen werden. Und da muss in Wien noch einiges passieren! Über weite Strecken gehört der öffentliche Raum in Wien dem Auto, kein Wunder dass die Lebensqualität darunter leidet!

pirat was sonst
61
23.6.2011, 15:41

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Das Auto ist die letzte Bastion der Freiheit, mit der die Menschen der Unterdrückung in der Stadt zumindest am Wochenende entfliehen können. Ihnen auch noch diese Möglichkeit zu nehmen, grenzt an Freiheitsberaubung. Worin unterscheidet sich das Leben in der Stadt dann noch von einem Gefängnisaufenthalt mit Hoffreigang? Außerdem sind öffentliche Verkehrsmittel die Hölle, was Enge und Bevormundung betrifft.

aqualung
00
23.6.2011, 22:53
a geh!

nur weils da nicht ihr bier trinken dürfen?

geordie
01
23.6.2011, 15:53

ach, man kann nur mit dem Auto aus der Stadt rausfahren? Sie armer, hat Ihnen noch niemand gesagt dass man das mit Bahn, Bus oder Rad auch kann? Ich finde das Leben in der Stadt nicht so schlimm, es gibt ein reichhaltiges Angebot an diversen kulturellen, kulinarischen und diversen anderen Genüssen. Nur leider werden diese eingeschränkt durhc Lärm und Abgase der Autos.

Ich kann mich eigentlich auch ohne Auto recht frei in der Stadt bewegen. Ganz im Gegenteil, das Autofahren im dichten Innenstadtverkehr empfinde ich sogar als äußerst stressig!

pirat was sonst
51
23.6.2011, 19:51

ahm, ja, die Eisenbahn hat es so an sich, dass man da zuerst Schienen verlegen muss. Mir fehlt da gerade "ein bisschen" die Zeit - die Umweltverfahren, Sie wissen schon...und schwer sind solche Schienen auch, schon mal welche verlegt? Einen Bus kann ich mir nicht leisten und der braucht außerdem viel Platz und ist in meinem Führerschein nicht vorgesehen. Buslinie gibts leider keine. Und angenommen wenn, dann kann ich mein Fahrrad nicht mitnehmen. Um mit dem Rad aufs Land zu kommen müsste ich mir leider jedes Wochenende 3 Tage zusätzlich frei nehmen, was, ähm, von der Arbeitswoche nicht mehr viel übrig lässt.
Hätte ich eine Dachgeschosswohnung, dann wäre ein Hubschrauber natürlich eine gute Alternative zum Auto.

gastrosoph
00
23.6.2011, 08:05
Haben wir schon wieder 1. April?

'Amygdala - "eine Art primitiver Gefahrensender". Primitiv ist das, was die sogen. Wissenschaftler von sich geben. Menschen auf dem Land empfinden genauso Ängste wie die in der Stadt lebenden. Der Unterschied liegt in der Erscheinung, nicht aber in ihrem Wesen selbst. Einer aus Favoriten empfindet halt die Stadt anders als einer aus Hietzing. So kommt die Wissenschaft nicht zum Alltag.

serotonin
01
23.6.2011, 20:32

Wenn die APA eine medizinische Studie bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, ist es nicht angebracht die Wissenschaftler dafür zu bashen...

macstar
20
22.6.2011, 23:38
was wahres dran

Das leben in der Stadt ist stressiger, schneller und wesentlich leistungsorientierter. Aber andererseits auch einfach gewöhnungssache. Nach einiger Zeit in der stadt bekomme ich nun depressionen wenn ich auf dem land bin. Dort ist ja tote Hose. Kein Wunder dass auf dem land mehr gesoffen wird...

Lilith Boessse
 
00
23.6.2011, 11:04
ich glaube nicht, dass am land mehr gesoffen

wird.

sehen sie sich in den lokal hier um.
es müssen nur weniger junge leute das auto nehmen, um nach hause zu fahren - d.h. es dastessn sich zum glück in der stadt nicht so viel.

ROFL LOL
10
22.6.2011, 23:18

kann das als Landei nur bestaetigen!

Waehrend des Studiums hab ich mich ja schon foermlich aufs We gefreut um raus aus Wien zu kommen. Fuer mich wars einfach die STILLE, die gefehlt hat. Zu Hause war einfach alles ruhig und du konntest so richtig abschalten (war fuer mich extrem wichtig). Dass Laerm nicht gut fuers Gemuet ist, ist ja bekannt!!
Zu viele Leute, zu viel Laerm, zu viel von allem!

Aber das ist nur mein Bezug auf Grossstaedte! Vllt. gehts den Wienern ja anders rum ...
Jedem sein Ding wo er wohnt (am faden Land oder in da aufrengenden Stadt).

Motel 2.0
15
22.6.2011, 21:58
die angst kommt aus den massenmedien

versagensangst, zukunftsangst, krankheits- und todesangst, fremdenangst, lebensangst, verlustangst.

nur der verängstigte bürger ist ein braver sklave

ROFL LOL
21
22.6.2011, 23:21

danke, dass du das ansprichst!!

Es wird einfach viel zu viel Panik gemacht ueber die Medien ... das Problem gehoert schon laengst angepackt!
Anstatt schoene Dinge zu berichten, wird immer nur niedergemacht (Politik, Sport, Bildung) ... aber ueber Verbesserungen berichtet keiner, weils ja eh selbstverstaendlich ist ... :/

ach du arme Welt!
heisst ja nicht umsonst: nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!

Peter Widzky
00
23.6.2011, 12:44

/sign

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