F1-Legende

"Ich lernte Autofahren auf der Flucht"

22. Juni 2011, 12:07
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    foto: apa

    Juan Manuel Fangio

Formel-1-Ikone Juan Manuel Fangio wäre am Freitag 100 Jahre alt geworden - mit Videos

Buenos Aires - Juan Manuel Fangio war mehr als vier Jahrzehnte der Rekordweltmeister der Formel 1 - bis der deutsche "Nimmersatt" Michael Schumacher kam. Noch immer hält Fangio aber die Marke für den ältesten Titelgewinner, und bis heute wird der Argentinier nicht nur in seiner Heimat als Held verehrt. Am Freitag (24. Juni) wäre die Motorsport-Legende 100 Jahre alt geworden.

Es war der 21. Juli 2002, an dem Schumacher in Magny-Cours vorzeitig seinen fünften WM-Titel fixierte und damit zu Fangio aufschloss. Doch für "Schumi", der den Rekord bis 2004 sogar auf sieben WM-Triumphe verbesserte, stand bereits vor neun Jahren fest: "Was Fangio damals geleistet hat, kann ich nie erreichen."

"Der Krummbeinige"

Als "Renn-Opa" im Alter von 40 Jahren brauste "El Chueco", "der Krummbeinige", 1951 im Alfa Romeo zu seinem ersten WM-Titel. Autorennen waren damals etwas für Verrückte, vor allem in Südamerika ging es mit irrem Tempo zumeist auf Naturstraßen über Stock und Stein. Doch für Fangio waren die lebensgefährlichen Abenteuer in den fliegenden Kisten eine Herzenssache. "Ich habe mich in meine Rennwagen regelrecht verliebt, ihnen sogar Frauennamen gegeben", verriet der gelernte Kfz-Mechaniker.

Sein erstes Rennen war er 1936 in einem geliehenen Ford T, der eigentlich als Taxi diente, gefahren. Vier Jahre später gelang ihm im "Gran Premio Internacional del Norte", einer 9.500 Kilometer langen Tortur von Buenos Aires nach Lima, der Hauptstadt von Peru, und zurück, sein erster großer Erfolg.

Rennfahrer statt Fußballer

Dabei wollte der als viertes von sechs Kindern italienischer Einwanderer in Balcarce geborene Fangio eigentlich Fußballer werden. Der Zufall formte ihn jedoch zum Ausnahmepiloten. "Wenn meine Freunde und ich etwas angestellt hatten, drängten sie mich danach ans Steuer, um so schnell wie möglich das Weite suchen zu können", erklärte er einst. "Ich lernte Autofahren auf der Flucht." Und wie.

Nach einer Zwangspause wegen eines Unfalls in der Formel-1-Saison 1952 musste sich Fangio ein Jahr später nur seinem "großen Freund und Konkurrenten" Alberto Ascari aus Italien beugen. Dann aber konnte das sensible Motorsport-Genie niemand mehr aufhalten. Im berühmten Mercedes-Silberpfeil W 196 holte er die Titel Nummer zwei und drei. 1956 wurde Fangio Weltmeister mit Ferrari.

Legendäre Aufholjagd

Sein fünfter und letzter Triumph schließlich ist auf ewig mit der unglaublichen Aufholjagd im Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring 1957 verbunden. Nach einem verhauten Boxenstopp schien sein Rückstand auf die Ferrari-Piloten Peter Collins und Mike Hawthorn nicht mehr aufholbar. Doch Fangio raste im Maserati wie entfesselt zu immer neuen Runden-Bestzeiten und siegte doch noch. Bis heute ist er mit 46 Jahren und 42 Tagen der älteste Formel-1-Champion.

Im Jahr darauf trat Fangio nach zwei Rennen ab. "Ich brauchte mir und der Welt nichts mehr zu beweisen. Ich war zufrieden und spürte zugleich, dass es Zeit für mich sei", sagte der Grand-Prix-Grandsigneur. Seine Bilanz in der Königsklasse des Motorsports ist atemberaubend: 24 Siege und 28 Pole Positions in 51 Formel-1-Rennen.

Ein Museum in seiner Heimatstadt Balcarce erinnert inzwischen an den Rennfahrer und Menschen Juan Manuel Fangio, der nach seiner aktiven Karriere als Mercedes-Repräsentant in Argentinien seiner Liebe zum Automobil treu blieb. Für Millionen Fans ist die am 17. Juli 1995 an einem Nierenleiden verstorbene Formel-1-Ikone noch immer ein Held. Eine Zuneigung, die der bescheidene Fangio stets genoss. "Ich empfinde die Verehrung meiner Landsleute und anderer nicht als Last, sondern als Lob für gute Leistungen", beteuerte der fünffache F1-Champion. (APA)

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15 Postings
MacAllen Fine Oak
00
17.10.2011, 11:09
Damals stand Maserati noch für Rennsport

schade schade...

Gobi Todic
00
30.7.2011, 14:47
Was für ein Leben das gewesen sein muss

Italiener.
in den 50ern und 60ern autorennen für italienische marken fahren.
gewinnen.

beineide ich!

black jack
00
23.7.2011, 09:36

51 Starts - 24 Siege

Beeindruckende Statistik - vor allem aus einer Zeit, wo viele gute Formel 1 Fahrer lange vor ihrem 51. Rennen verunglückten ...

macstar
00
24.6.2011, 07:51
RIP

ein unglaublich talentierter und v.a. intelligenter fahrer, auch damals musste man schon im richtigen auto sitzen, um mehr als nur einmal weltmeister zu werden und fangio hat das bewiesen.

Fillet of Soul
00
22.6.2011, 17:29

der schumacher ist ja noch gar nicht 46. also wird´s noch eine weile dauern, bis er diesen rekord brechen könnte

Blick Winkel
00
28.6.2011, 16:58

"46" ist ja kein Alter (, sondern die heilige Startnummer eines gewissen Herrn Rossi).

jedermann
22
22.6.2011, 13:37
zur damaligen zeit

kam es wirklich in erster linie auf den fahrer an und nicht auf irgendwelche computerspielereien, simulationen und ingenieure... mich würde mal interessieren, wenn die bubis von heute in einem wagen von damals ein rennen fahren müssten, wie die da zurechtkämen....

t_e_l_e
02
22.6.2011, 16:43
da lauda hats im...

...jaguar probiert und musste nach ein paar runden doch anerkennen, dass man auch heute noch autofahren koennen muss.

was man ihm hoch anrechnen darf, dass er sich dem vergleich gestellt hat, auch wenn man sonst vllt eine andere meinung von ihm hat

blacksheep1
00
23.6.2011, 20:59
tja, pech,

den sensiblen hintan nimma ghobt...

theFan
00
22.6.2011, 16:12

wohl sehr vorsichtig um die jahrzehnte alte schrottkiste über die distanz zu kriegen

bayer48
01
22.6.2011, 15:41

man kann einfach die Zeiten nicht vergleichen-, bei keinem Sport. Aber gelebt haben die allerdings wesentlich gefährlicher !

mauna kea
00
22.6.2011, 14:04

in etwa genau so schlecht, wie wenn man die bubis von damals in einen wagen von heute stecken würde. es kommt heute genau so auf die fahrer an wie früher UND zusätzlich auf die computerspielereien, simulationen (die es damals einfach noch nicht gab) und ingenieure (welche allerdings schon damals eine sehr wichtige rolle spielten). heute macht man nichts anders als damals: man versucht mit allen erlaubten mitteln die rundenzeiten zu verbessern.

jedermann
00
22.6.2011, 14:38
meine meinung

für mich persönlich stehen heute in der f1 die computerberechnungen, simulationen etc an erster stelle. der fahrer ist nur mehr sekundär. mich würden die budgets inflationsbereinigt von damals und heute interessieren. ist sicherlich um ein vielfaches weniger als heute... ein lenkrad war damals, um das auto zu steuern. heute muss man kers, drs, bremsbalance, motormanagement, getriebe, etc damit bedienen.

aussi mit da haut
25
22.6.2011, 12:53

oh wie schön haben die autos damals noch geklungen!

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