Fünf Jahre Bewährungszeit für ehemalige RAF-Terroristin
Wiesbaden - Die frühere RAF-Terroristin Birgit Hogefeld ist auf
freiem Fuß. Sie sei bereits am Montag aus der Haft entlassen worden, sagte ein
Sprecher des hessischen Justizministerium am Dienstag in Wiesbaden. Das
Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hatte vor eineinhalb Wochen die
Reststrafe der unter anderem wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen
Freiheitsstrafe verurteilten Ex-Terroristin zur Bewährung ausgesetzt.
Die 54-Jährige befand sich bereits im offenen Vollzug. Die Bewährungszeit
beläuft sich dem Sprecher des Justizministeriums auf fünf Jahre. In dieser Zeit
dürfe sie nicht straffällig werden. Hogefeld hatte 18 Jahre ihrer Strafe
verbüßt. Bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe kann die Reststrafe nach 15
Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Das OLG hatte die Mindestverbüßungszeit
für das frühere Mitglied der linksterroristischen Rote-Armee-Fraktion (RAF) im
Jahr 2008 aber auf 18 Jahre festgelegt.
Hogefeld war im Juni 1993 bei einem Einsatz der Spezialeinheit GSG 9 auf dem
Bahnhof von Bad Kleinen festgenommen worden. Bei einer Schießerei kamen damals
der RAF-Terrorist Wolfgang Grams und ein GSG-9-Beamter ums Leben. Hogefeld wurde
wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als
erwiesen an, dass sie unter anderem an der Ermordung eines US-Soldaten und an
einem Autobombenanschlag auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Frankfurt am Main
beteiligt gewesen war. (APA)