Dany le Rouge rüffelt Österreichs Rechtspopulisten: "Österreich außerhalb EU wäre Katastrophe" - EU müsse auch Transferunion sein
Wien - Der Chef der Grünen im Europäischen Parlament, Daniel Cohn-Bendit, hat scharfe Kritik am europapolitischen Kurs der FPÖ geübt. "Österreich profitiert, so wie auch Deutschland, enorm von der EU. Gleichzeitig erträumt sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ein Österreich außerhalb der EU. Das wäre eine Katastrophe für Ihr Land", sagte Cohn-Bendit im "Kurier".
Blaue Sackgasse
"Käme Strache an die Macht und würde er das realisieren, wovon er träumt, würden die Österreicher merken, in welche Sackgasse er sie führt", meinte der EU-Parlamentarier.
Cohn-Bendit kritisierte aber auch die EU-Regierungen und warf ihnen "Blindheit gegenüber Griechenland" vor, weil sie den Menschen keine Alternative aufzeigten. Das Land dürfe "nicht dem Tod oder Selbstmord überlassen werden".
Für EU, die Bürgern dient
Das Krisenmanagement der EU gegenüber Griechenland sei eindimensional und diene nur dazu, die Märkte zu beruhigen. Die Bevölkerung werde dabei nicht bedacht, "weder in Griechenland noch anderswo", findet der deutsch-französische Politiker.
Man sei jetzt in einer Situation, "in der sich die EU weiter erfinden" müsse. "Wenn man eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Markt hat, hat man auch eine gemeinsame Verantwortung. Europa ist gezwungen, sich zu vertiefen, das heißt auch, eine Transferunion zu sein", so Cohn-Bendit. (APA)