Nackte Haut kann teuer kommen

Weiße oder rote Haut, die sich durch Altstadtgassen schiebt und vor Altären kniet, ist nicht gern gesehen und kann unter Umständen teuer kommen

Es ist Sommer und es ist heiß und außerdem ist im Urlaub sowieso alles anders und man verzichtet gerne auf jedes Kleidungsstück, dass man sich vom Leib halten kann. Allerdings sollten Touristen sich vor Reiseantritt besser informieren, wo wie viel Haut gerade noch akzeptiert wird, sonst könnte es schmerzhaft werden für die Finanzlage im Urlaub. In den Reiseländern ist es nämlich, so hat holidaycheck.de herausgefunden, generell gar nicht so gerne gesehen, wenn Herr und Frau Urlauber ihre Bräune an jedem beliebigen Ort auffrischen.

Die Schweizer beispielsweise sind nicht wirklich neugierig auf Nacktwanderer. Im Kanton Appenzell nur mit dem Jausenrucksack bekleidet durch die Natur zu spazieren kostet FKK-Wanderer 200 Franken Strafe, also rund 165 Euro, die man viel besser in ein Paar Bergschuhe investieren könnte.

An der Côte d'Azur fühlen sich die Schönen und Reichen belästigt, wenn weiße Touristenhaut am Strand spazieren getragen wird. Der Nacktbadestrand Palm Beach wurde geschlossen, weil ein Jachtclubbesitzer seinen Segelschülern den Anblick nackter Hintern nicht zumuten konnte. Jetzt zahlen FKK-Schwimmer elf Euro Strafe. Wem das noch nicht reicht und weiterhin ohne Badekleidung herumläuft, läuft Gefahr, im Gefängnis zu landen.

Auch der Vatikan hat seine Bestimmungen verschärft. Trägerärmel, Shorts und kurze Röckchen sind nun im gesamten Vatikan verboten. Früher musste man nur am Camposanto sein Fleisch verhüllen. Händler haben sich das zu Nutze gemacht und verkaufen nun Hosen aus Papier zum Einmalverkauf.

Ähnliches gibt es auch in Brasilien. Im Land des Samba sieht man nackte Haut gar nicht gerne. Wer auf ein Amt muss, sollte darauf achten, lange Hosen zu tragen. Bei Frauen wird die Sache nicht ganz so streng genommen, sie dürfen in Shorts und Röckchen eintreten. Aber wie so oft hängt das von den Personen ab, die am Eingang warten. Sicherheitshalber gibt es auch hier Händler, die Trainingshosen vor den Ämtern verkaufen, die ob des Designs und der Farbgebung perfekt zum Einmaltragen geeignet sind.

Auf Korsika wiederum sollte Frau ihren Oberkörper zumindest teilverhüllen. 150 Euro Strafe blühen Oben-ohne-Badenden außerhalb der gekennzeichneten Strände.

Auch eher empfindlich gegenüber nackter Haut zeigt man sich in Castellammare die Stabia in Italien. In der kleinen Stadt in der Nähe von Neapel will man keine Miniröcke sehen. Eine empfindliche Geldstrafe von bis zu 500 Euro handeln sich Frauen ein, die der sommerlichen Hitze durch knappe Kleidung zu entkommen versuchen.

Das Meer ist zum Baden da, die Stadt zum Bummeln. Eigentlich verständlich, dass man in Barcelona nicht auch noch in der Innenstadt Bikinischönheiten sehen will. 300 Euro Strafe setzt es für Touristen, die die Rambla in Badehosen durchwandern oder der Sagrada Família im Bikini einen Besuch abstatten. Nacktheit auf öffentlichen Plätzen ist in der katalanischen Stadt verboten.

Für Touristen empfiehlt es sich in jedem Fall, die örtlichen Sitten zu respektieren. Wer seinen nackten Körper ungebetener Weise zur Schau stell, wo es nicht angemessen ist, riskiert im besten Fall verachtende Blicke - im schlimmsten Fall Probeme mit den Behörden. (red/derStandard.at)

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