Google will Video- und Audio-Chat direkt in den Browser bringen

21. Juni 2011, 14:55
10 Postings

Web-Anwendungen als Alternative zu Skype und Co. - Mozilla und Opera mit dabei

Googles Bestreben immer weitere Desktop-Funktionalitäten auch innerhalb von Web-Anwendungen anzuwenden, darf als kein sonderliches Geheimnis bezeichnet werden. Immerhin arbeitet man bei dem Softwarehersteller mit ChromeOS ja sogar an dem passenden Betriebssystem für den vollständig auf die Online-Nutzung konzentrierten Computer-Alltag.

Push

Freilich ist man sich durchaus des Umstands bewusst, dass sich im Web bislang noch nicht alles so abbilden lässt, wie es auf lokalen Systemen möglich ist. Also gilt es - gemeinsam mit anderen Browser-Herstellern - die Entwicklung von neuen Web-Technologien aggressiv voran zu treiben. Mit WebGL wurde etwa in vergleichsweise kurzer Zeit eine Technologie zur Darstellung von 3D-Grafiken in diversen Browsern integriert.

WebRTC

Nun folgt das nächste Puzzlestück, wie CNET berichtet. Mit WebRTC soll eine Technologie zur Echtzeitkommunikation in künftige Versionen des Browsers Chrome integriert werden. Konkret bedeutet dies, dass Webseiten recht einfach mittels HTML und Javascript eigene Video- und Audio-Chat-Anwendungen a la Skype implementieren könnten.

Codecs

WebRTC ist aus der Übernahme von Global IP Solutions (GIPS) im Jahr 2010 hervorgegangen, den zugehörigen Code hat Google vor kurzem auf einer eigenen Projektseite offen gelegt. Als Audio-Codecs sollen wahlweise iSAC (für hohe Bandbreiten) und iLBC (für eine schlechtere Netzwerkanbindung) zum Einsatz kommen, beides sind von GIPS übernommene Entwicklungen. Für Video-Aufgaben setzt man hingegen auf das bekannte VP8, das auch beim freien Videoformat WebM genutzt wird.

Übergreifend

Der erste große Nutznießer der Aufnahme einer solchen Lösung wäre wohl Googles eigenes Gmail bzw. Google Talk, das dann Video-Chat auch ohne externem Plugin nutzen könnte. Um darüber hinausgehend wirklich erfolgreich zu sein, bedarf es allerdings der Unterstützung anderer Browserhersteller. Und diese hat man sich zumindest zum Teil gesichert: Sowohl Mozilla als auch Opera gehören bereits zu den Unterstützern von WebRTC, das API gibt es auch als Entwurf für die WhatWG Web-Arbeitsgruppe. (red, derStandard.at, 21.06.11)

Link

WebRTC

  • Bislang braucht der GMail-Video-Chat ein externes Plugin, mit WebRTC würde dies der Vergangenheit angehören.
    grafik: google

    Bislang braucht der GMail-Video-Chat ein externes Plugin, mit WebRTC würde dies der Vergangenheit angehören.

Share if you care.