Österreich ist drittbeste Euro-Volkswirtschaft

21. Juni 2011, 11:54
12 Postings

"Euro-Monitor" der Allianz: Bronzemedaille für die Alpenrepublik, hinter Deutschland und Luxemburg

Deutschland ist nach Berechnungen der Allianz Volkswirte das wirtschaftlich gesündeste Land der Euro-Zone. Die Nummer zwei ist Luxemburg, gefolgt von Österreich.

Auf den vier letzten Plätzen des die 17 Euro-Länder umfassenden Rankings befinden sich Spanien, Portugal, Irland und als Schlusslicht Griechenland. Die nach Deutschland zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich liegt im Mittelfeld auf Rang acht.

Erster Platz bei Beschäftigung

Der so genannte "Euro Monitor" der Allianz, der Ausgewogenheit und Solidität der Konjunkturentwicklung in der Währungsunion messen soll, berücksichtigt neben den Staatsfinanzen etwa auch Exporterfolg, Inlandsnachfrage, Lohnentwicklung, Arbeitslosigkeit und die private Verschuldung. In der Kategorie "Beschäftigung, Produktivität und Ressourceneffizienz" ist Österreich sogar "Europameister", heißt es in einer Aussendung.

In den Kategorien "Finanzielle Nachhaltigkeit" sowie "Verschuldung privater inländischer Sektoren und Nettoauslandsvermögenssituation" liegt Österreich auf Platz 4, bei der "Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage" konnte Platz 2 gefestigt werden. In der Kategorie "Solidität der Staatsfinanzen" konnte Österreich Platz 6 halten, Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Estland, das erst zu Jahresbeginn dem Euro beigetreten ist.

"Die aktuellen und langfristigen Probleme sind nicht nur an den Staatsbudgets ablesbar", erklärt Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Es gehe vor allem darum, auch wirtschaftspolitische Entwicklungen zu berücksichtigen. "Damit sollen rechtzeitig Gefahren erkannt werden, die ein übertriebenes oder einseitig forciertes Wirtschaftswachstum mit sich bringt."

"Strukturelle Reformen notwendig"

"Die 17 Länder der Eurozone müssen mehr leisten, um die Stabilität ihrer gemeinsamen Währung und deren Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten zu sichern", erklärt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Den Euro-Krisenländern attestiert er "erste Anpassungserfolge". Es sei aber mehr Zeit nötig, bis die eingeleiteten Strukturreformen griffen.

Im Falle Griechenlands warnt er vor einem Schuldenschnitt. Dadurch würde sich die Krise weiter ausbreiten, argumentiert Heise. Demgegenüber halte er das geplante weitere Hilfspaket, flankiert durch eine freiwillige Umschuldung privater Gläubiger und ein strategisches Investitionsprogramm der EU, für sinnvoll. Jedes Zögern drohe zu einer Belastung für den Euro zu werden. "Glaubwürdige Konsolidierungsschritte und Reformen müssen in den verschuldeten Ländern schnell eingeführt und umgesetzt werden. Ebenso dringend ist eine Verbesserung der strukturellen Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität." (red)

  • Artikelbild
    foto: allianz
Share if you care.