Internationaler Braindrain

Jeder Vierte würde für besseren Job auswandern

21. Juni 2011, 11:48

In Österreich suchen immerhin 20 Prozent aktiv nach einem neuen Job und sind bereit fürs Ausland

Eine von vier Personen würde für einen besseren Job ins Ausland gehen. Eine von vier Personen beabsichtigt, ihren Arbeitsplatz innerhalb von zwölf Monaten zu verlassen. Auch in Österreich suchen 20 Prozent aktiv einen neuen Job und zwölf Prozent sind bereit, dafür ins Ausland zu gehen. Das sind die Ergebnisse des International Employee Engagement Survey des Marktforschungsunternehmens GfK Custom Research. Die Frage nach der Option auszuwandern wurde in 17 der 29, innerhalb dieser globalen Studie erfassten Länder gestellt.

Länder, die sich noch immer nicht von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise erholt haben, könnten hinsichtlich der Zahl ihrer Erwerbstätigen leicht zu "Geisterstädten" werden. Denn mehr als ein Viertel ihrer Arbeitnehmer ist gewillt, für einen besseren Job ins Ausland zu gehen, analysieren die Marktforscher in einer Aussendung.

Jung und bestens qualifiziert

Junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte verspüren am ehesten diese beschäftigungsbedingte Wanderlust. Zwei Fünftel (41 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen sind willens, für einen besseren Job in ein anderes Land zu ziehen. Bei den Personen mit Studienabschluss ist es ein knappes Drittel (32 Prozent), bei denjenigen mit einem Doktorat noch mehr (37 Prozent). Arbeitnehmer mit Hauptschulabschluss stellen dagegen nur einen Anteil von 22 Prozent (ein Fünftel).

Schlüsselrolle für Erholung der Wirtschaft

"Unsere Ergebnisse lassen für das kommende Jahr - in manchen Ländern sehr deutlich - die Gefahr von 'Braindrain' erkennen. Gerade für Länder und Unternehmen, die versuchen, sich konjunkturell zu erholen, kann das beträchtliche Probleme mit sich bringen", meint Angelika Kofler, Leiterin der Sozial- und Organisationsforschung von GfK Austria. Sowohl von den Arbeitern als auch von den Angestellten würde sich ein Viertel zur Arbeitssuche ins Ausland begeben und bei den Arbeitskräften mit akademischer Ausbildung liegt die Zahl noch höher. Entscheidend sei vor allem auch, dass ein Drittel der Beschäftigten in dem Bereich Forschung und Entwicklung bereit ist, sich im Ausland umzusehen - das sind gerade die Funktionen, die in den meisten Ländern eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Erholung spielen sollen."

Jeder Dritte auf aktiver Jobsuche

Die Studie zeigt auch die Wechselwilligkeit: Mehr als eine von vier Beschäftigten beabsichtigt den Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwölf Monate zu verlassen. Davon ist bereits einer von drei aktiv auf der Suche nach einem neuen Job (35 Prozent) und einer von fünf (18 Prozent) will sich in den kommenden sechs Monaten verändern.

Konkurrenz aus aller Welt

Vergleichsweise ist es ein geringerer Anteil, aber auch in Österreich suchen immerhin 20 Prozent aktiv nach einem neuen Job. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen und ein knappes Viertel der 30 bis 39-Jährigen wollen innerhalb der nächsten sechs Monate einen neuen Arbeitsplatz finden. Auch wenn etwa die Hälfte der Österreicher meint, dass es noch ausreichend Jobangebote am Markt für sie gibt, suchen auch zwölf Prozent der Österreicher nicht mehr nur im eigenen Land. Knapp ein Viertel der 18 bis 29-Jährigen und 21 Prozent der Österreicher mit Master- beziehungsweise Magisterabschluss ist bereit im Ausland eine geeignete Arbeit zu beginnen. (red, derStandard.at, 21.6.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
Ecofen
01
26.6.2011, 04:13

Ich habe Österreich vor 4 Jahren verlassen, verdiene mehr als das doppelte netto, habe bessere fringe benefits, mehr urlaub, bessere altersversorgung. Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr wundere ich mich über die Nachrichten aus Aut, desto unwahrscheinlicher erscheint mir eine Rückkehr.

truly
00
30.6.2011, 22:13
land?

Ecofen
00

Schweiz

angelvoices
00
22.6.2011, 15:39
auf die Weltbevölkerung umgesetzt

mehr als eine Milliarde Menschen - da haben wir es...

Akuma
01
22.6.2011, 14:52

ich bin damals zur hochbluete von schwarzblau ausgewandert, und habe den schritt nie bereut. nach oesterreich bringen mich definitiv keine 10 pferde mehr.

empfehlen kann ich das auswandern definitiv jedem, der ungebunden und halbwegs qualifiziert ist. abgesehen von hoeheren gehaeltern und besseren karrieremoeglichkeiten ist die erweiterung des eigenen (kulturellen) horizonts unbezahlbar. zudem sind oesterreicher (erstaunlicherweise) ueberall gern gesehene arbeitnehmer ;).

AlBundyFan
 
20
22.6.2011, 13:24
und wie schauts geschlechtermäßig aus?

wäre doch sehr intressant in der hinsicht, die wanderungswilligkeit und die aktive jobsuche von M und W gegenüberzustellen?

dieser ist ja mMn einer der hauptgründe warum frauen weniger gezahlt bekommen bzw. weniger leicht in höhere hierarchiestufen aufsteigen.

sljudanka
21
22.6.2011, 11:40
Es gibt viele LÄnder, da würden viele Leute für bessere Sozialleistungen auswandern

Leuten, denen die Familie, die Fortpflanzung -kurzgesagt ihre eigenen Befindlichkeiten am wichtigsten sind.

Und - es gibt sogar solche Länder die diese Leute aufnehmen (wenige zwar, aber doch).

Kennt wer ein solche Länder, die Bevöklerungen aufnahmen, deren auffälligste Eigenschaften die eigene Vermehrung und das Nehmen von Sozialleistungen sind?

Tja, deren Heimatländer zahlt nix oder wenig fürs Kinderkriegen, und schon garnix fürs nixtun, und sehr wenig fürs Arbeiten - die aber meist geringqualifiziert sind, mangels entwickelter Wirtschaft.

der böse joko
02
22.6.2011, 09:24
"Jeder 4. würde auswandern ..." ....

jaja, auf dem Papier vielleicht. Ein Kästchen auf dem Fragebogen ist schnell abgehakt.
In Wirklichkeit sind die Österreicher richtige "Heimplärer". Einmal ein paar Kilometer weg von Mami und Papi, und sie kriegen schon die Krise. Blabla von wegen Heimat ... aus der Ferne sieht man erst, welch negatives psychosoziale Klima in Ö vorherrscht. Vor "Brain drain" braucht sich Ö nicht zu fürchten. Aber viele intelligente Leute werden auch nicht zuwandern.

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
22.6.2011, 07:53
Huhu, man stelle sich den Aufschrei vor

wenn das eine Umfrage unter Türken in der Türkei wär statt unter Österreichern

Wah, die kommen alle zu uns, hula hula, Sozialsystem schmarotzen, raunz raunz, hülfe wir werden umgefolkt ...

Daß "ein Viertel aller Österreicher" nicht nur die gut ausgebildeten umfaßt ist euch eh klar ?

Komischerweise posten die zahlreichen Strachisten hier zu auswandernden Österreichern nichts ... da sind's schmähstad

Warum sollten nicht alle ein bisserl wandern wollen ? Unabhängig von der Hautfarb ?

AlBundyFan
 
00
22.6.2011, 13:26
hast du das wort "würden" überlesen?

mir wäre nicht bekannt, daß in den letzten jahren 1,5 million arbeitswillige menschen aus österreich weg gegangen sind.

folglich ist zwischen "würden" und "machen" eine sehr große diskrepanz.

sljudanka
00
22.6.2011, 11:45
Betrachten wir die Lage seit

1945.

Wieviel der Gesamtsumme aller ausgewanderten Österreicher (auf Dauer oder zeitweilig) fiel/fällt den Zielländern ihrer Auswanderung im Sozialsystem zur Last?

Wieviel von denen finanziert sich den Wohnraum/das Einkommen selbst, und fällt den Gesellschaften ihrer Zielländer zur Last?
Wieviel sind kriminell tätig, bzw. taten sich durch die kulturelle/ökonomische Abwärtsentwicklung ihrer Zielregionen hervor?

Udn - im Umkehrschluss:
wie schaut es bei den Zuwandernden nach Öst. aus?

Wieviel davon fallen dem Sozialsystem zur Last, finanzieren sich ihren WOhnraum nicht selber, integrieren sich nicht bzw. bewirken ein kulturelles/ökonomisches Downgrading?

Der Vergleich wäre wohl interessant (wenn er zugelassen wäre)....

chrilly donninger1
00
22.6.2011, 10:59
Das die Zahl absurd hoch ist

sollte auch dem schwitzbär klar sein.

chrilly donninger1
00
21.6.2011, 22:47
Einmal für ein paar Jahre wo anders hinziehen

ist ganz unabhängig ob man dort besser oder schlechter verdient sicher gut. Man lernt z.B. die Heimat wieder schätzen bzw. man lernt überhaupt, dass es sowas wie Heimat gibt.
Ich habe 3 Jahre in Holland bei der Raumfahrt gearbeitet. Die Erfahrung möcht ich nicht missen. Ich kenne allerdings auch einige Kollegen von damals, die picken geblieben sind und nun sehr hin- und hergerissen sind. Mit dem Traum, in der Pension wieder zurück zu kommen. Wo dann aber die holländische Ehefrau sagt: Ab und zu auf Urlaub, aber auf Dauer, nicht mit mir.

Toni Blaher
 
00
21.6.2011, 22:24
Ja lieber Packelrasse

Ich entkomme euren Frohndienst.

Nix mit 75% für Staat und seine Versallen von Verbrechern arbeiten.

relatio subsistens
00
22.6.2011, 14:14

Was sind "Versallen"?

sterngucker
 
00
22.6.2011, 15:48
Und was ist "Frohndienst"?

Und welche 75%?

Soft Werker
01
21.6.2011, 16:51
Bin vor 13 Jahren in die USA ausgewandert...

...verdiene rund 140000 Dollar im Jahr brutto, rund 100000 netto. Die hohen Grundsteuern sind allerdings Schei...benkleister - rund 6000 Dollar im Jahr.
Oesterreich soll keinesfalls den Fehler machen, so hohe Grundsteuern einzufuehren - dann werden Pensionisten aus jenem Haus geworfen, in dem sie ihre Kinder grossgezogen haben. Bei Zinshaeusern werden natuerlich die Grundsteuern auch auf die Mieten weitergegeben...

Remus Harbank
00
22.6.2011, 12:10
good on you

how much is your healthcare?

Ro_bert
00
29.6.2011, 23:20

Ich bin um $60 pro Monat voll versorgt. Und es gibt eine $8 Option mit hoeherem Selbstbehalt.

JP M
00
23.6.2011, 00:29
How much is yours?

...Ihnen wirds halt zwangsweise abgeknoepft und die KVs werden von ehemaligen Provinzpolitkern geleitet.

Hier in den USA kann ich mir die Krankenversicherung aussuchen, kann Leistungen die mir wichtig sind inkludieren und bekomme ein massgeschneidertes Paket.

Uebrigens ich bezahle hier fuer KV die MEHR Leistungen umfasst als ich es in Oesterreich jemals hatte, GAR NICHTS weil sie von meinem Arbeitgeber bezahlt wird.
In den USA streben die Leute nach Jobs wo so was selbstverstaendlich ist...

Mein Verdienst in den USA gegenueber Oesterreich - ca. das 3 Fache in der gleichen Management Ebene.

chrilly donninger1
21
21.6.2011, 22:42
Ich versteh Leute, die wie die Iren

in die USA gezogen sind um nicht zu verhungern. Ich versteh auch Juden, die vor der Vernichtung geflohen sind. Aber ich versteh nicht, wie man sonst in dieses kulturlose und auch sonst heruntergekommene Land ziehen kann. Die USA ist in vielen Bereichen 3te Welt.
Schon alleine das ständige vollkommen grundlose "nice" und "great" würde mich irgendwann zum Amokläufer machen. Der Anblick von in zu engen Leggings gepressten Fettwansten tut einfach weh. Man hat auch ständig das Gefühl von dauergrinsenden, leicht Schwachsinnigen umgeben zu sein. Und sehnt sich auf einmal nach grantigen aber wenigstens kompetenten Wiener Kellnern.

relatio subsistens
00
21.6.2011, 18:08

100000 Dollar im Jahr ist aber ziemlich mager. Hat sich das wirklich gelohnt?

seahawk
00
22.6.2011, 09:16

8000 Dollar pro Monat nach Steuern ist nicht schlecht - Sie wissen ja garnicht was der Herr arbeitet/mit welcher qualifikation (geschweige denn wo - zwischen NYC und sagen wir mal Texas gibt es große Unterschiede in den Lebenserhaltungskosten)

Weiters kann man den Dollar ja nicht einfach in Euro umrechnen und dann sagen in Österreich würdest du so viel verdienen (in diesem Fall), da die Lebenserhaltungskosten insgesamt dort auch billiger sind ...

oblomow II
00
22.6.2011, 09:54
ist da das

... studiengeld für die kinder schon gezahlt?
der arzt, das pflegegeld usw.?
mein patenkind zb. zahlt 23 000$ im jahr studiengebühr, service ist allerdings besser.
wurzelbehandlung zahnarzt nicht unter 500$.
krankenversicherung teuer, nur ausgewählte vertragskrankenhäuser.
pensionsversicherung oder ansparmodell mit allen risiken?
wieviel kostet der sicherheitsdienst in der siedlung?
kann man das leitungswasser trinken?
wie schmeckt das hormonfleisch? und wie groß wird der hintern davon?
es bleiben fragen offen ...

JP M
20
23.6.2011, 00:32
Noch zur Wurzelbehandlung $500...

...auch eine Horrorgschichte.

Zahlt meine Zahnversicherung ($25 pro Monat).

Schon einmal die Zaehne der Amerikaner mit denen der Oesterreicher verglichen?

Was 90% der Oesterreicher im Mund haben wird hier als total ungepflegt und unhygienisch angesehen.

Muss als der richtigere Weg sein als Zwangszahnkrankenversichert.

Vielleicht passt man auf seine Zaehne auch einfach mehr auf wenn man nicht alles "vermeintlich" (da ja mit hoeheren Steuern sowieso bezahlt) gratis bekommt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.