In Österreich suchen immerhin 20 Prozent aktiv nach einem neuen Job und sind bereit fürs Ausland
Eine von vier Personen würde für einen besseren Job ins Ausland gehen. Eine von vier Personen beabsichtigt, ihren Arbeitsplatz innerhalb von zwölf Monaten zu verlassen. Auch in Österreich suchen 20 Prozent aktiv einen neuen Job und zwölf Prozent sind bereit, dafür ins Ausland zu gehen. Das sind die Ergebnisse des International Employee Engagement Survey des Marktforschungsunternehmens GfK Custom Research. Die Frage nach der Option auszuwandern wurde in 17 der 29, innerhalb dieser globalen Studie erfassten Länder gestellt.
Länder, die sich noch immer nicht von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise erholt haben, könnten hinsichtlich der Zahl ihrer Erwerbstätigen leicht zu "Geisterstädten" werden. Denn mehr als ein Viertel ihrer Arbeitnehmer ist gewillt, für einen besseren Job ins Ausland zu gehen, analysieren die Marktforscher in einer Aussendung.
Jung und bestens qualifiziert
Junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte verspüren am ehesten diese beschäftigungsbedingte Wanderlust. Zwei Fünftel (41 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen sind willens, für einen besseren Job in ein anderes Land zu ziehen. Bei den Personen mit Studienabschluss ist es ein knappes Drittel (32 Prozent), bei denjenigen mit einem Doktorat noch mehr (37 Prozent). Arbeitnehmer mit Hauptschulabschluss stellen dagegen nur einen Anteil von 22 Prozent (ein Fünftel).
Schlüsselrolle für Erholung der Wirtschaft
"Unsere Ergebnisse lassen für das kommende Jahr - in manchen Ländern sehr deutlich - die Gefahr von 'Braindrain' erkennen. Gerade für Länder und Unternehmen, die versuchen, sich konjunkturell zu erholen, kann das beträchtliche Probleme mit sich bringen", meint Angelika Kofler, Leiterin der Sozial- und Organisationsforschung von GfK
Austria. Sowohl von den Arbeitern als auch von den Angestellten würde sich ein Viertel zur Arbeitssuche ins Ausland begeben und bei den Arbeitskräften mit akademischer Ausbildung liegt die Zahl noch höher. Entscheidend sei vor allem auch, dass ein Drittel der Beschäftigten in dem Bereich Forschung und Entwicklung bereit ist, sich im Ausland umzusehen - das sind gerade die Funktionen, die in den meisten Ländern eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Erholung spielen sollen."
Jeder Dritte auf aktiver Jobsuche
Die Studie zeigt auch die Wechselwilligkeit: Mehr als eine von vier Beschäftigten beabsichtigt den Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwölf Monate zu verlassen. Davon ist bereits einer von drei aktiv auf der Suche nach einem neuen Job (35 Prozent) und einer von fünf (18 Prozent) will sich in den kommenden sechs Monaten verändern.
Konkurrenz aus aller Welt
Vergleichsweise ist es ein geringerer Anteil, aber auch in Österreich suchen immerhin 20 Prozent aktiv nach einem neuen Job. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen und ein knappes Viertel der 30 bis 39-Jährigen wollen innerhalb der nächsten sechs Monate einen neuen Arbeitsplatz finden. Auch wenn etwa die Hälfte der Österreicher meint, dass es noch ausreichend Jobangebote am Markt für sie gibt, suchen auch zwölf Prozent der Österreicher nicht mehr nur im eigenen Land. Knapp ein Viertel der 18 bis 29-Jährigen und 21 Prozent der Österreicher mit Master- beziehungsweise Magisterabschluss ist bereit im Ausland eine geeignete Arbeit zu beginnen. (red, derStandard.at, 21.6.2011)