Arbeitsmedizin

Macht Flexibilität krank?

21. Juni 2011, 11:00

Fehlt die Balance zwischen stabilen und flexiblen Strukturen, dann sind Stress und Krankheiten die Folge

Stabilität und Flexibilität sind die Schlagwörter für ein funktionierendes Unternehmen. Doch auch die Mitarbeiter eines solchen Unternehmens benötigen eine Balance zwischen stabilen und flexiblen Strukturen. Ist dies nicht der Fall, kann es schnell zu Stress, Belastungen und Krankheiten kommen. Professor Manfred Bornewasser spricht am 27. Juni 2011 innerhalb der Vortragsreihe Universität im Rathaus zum Thema Macht Flexibilität krank? Auswirkungen flexibilisierter Arbeitszeit und Zeitarbeit auf die Beschäftigten.

Unternehmen nehmen Einfluss auf ihre Umwelt und sichern sich Ressourcen. Dazu entwickeln sie eine stabile interne Struktur, die es ermöglicht, das Unternehmensziel über die flexible Gestaltung der Arbeitsprozesse zu erreichen. Beide, Stabilität und Flexibilität, dienen der Bewältigung der unternehmerischen Aufgabe und müssen fortlaufend in einer Balance gehalten werden.

Beispiel Zeitarbeit

Allerdings benötigen auch die Mitarbeiter in einem solchen Unternehmen eine Balance von Stabilität und Flexibilität, weil es sonst zu erheblichen Zumutungen, Belastungen und Erkrankungen kommen kann. Dies wurde in den vergangenen Jahren insbesondere am Beispiel der Zeitarbeit diskutiert. Ein hohes Maß an Unsicherheit hinsichtlich verschiedener Aspekte der Arbeit kann zu Kontrollverlusten beitragen, die dann zu Stress, zu Bindungsverlusten, zu innerer Kündigung und zu Krankheit führen.

Hier stellt sich für viele Unternehmen die Frage, wie diese Kontrollverluste bei Zeitarbeitnehmern gering gehalten bzw. verringert werden können. Im Vortrag wird versucht, diese Frage zu beantworten und dabei die vielfältigen Interessen von Arbeitnehmern, Unternehmen und auch der Gesellschaft zu berücksichtigen. (red)

Universität im Rathaus, Montag, 27.06.2011, 17:00 Uhr
Bürgerschaftssaal des Rathauses, Markt 1, 17489 Greifswald

fc_uk
10
23.6.2011, 15:30

wenn ich auf Firmen wie POWERSERV angewiesen wäre. weil ich sonst keinen Job finden würde, dann würde ich auch krank werden!

witherabbitt
 
01
21.6.2011, 22:08
ja

fritz1004
00
21.6.2011, 17:20

Wenn Flexibilität im großen Übermaß oder ausschließlich in eine Richtung geht, ist sie tatsächlich mehr so etwas wie eine 24/7/52 Abrufbereitschaft - hinsichtlich Zeit und Ort der Arbeit. Ein Leben mit einem 1-Woche Koffer im Büro oder Auto, und einer "vorbehaltlich unvorhersehbarer kurzfristiger Absage" Haltung gegenüber zeitlich strukturierten sozialen und privaten Kontakten oder Bindungen. Daß das nicht so "gut" ist, ist nachvollziehbar.

metternich
03
21.6.2011, 15:54
potemkin,sches Dorf

Flexibilität wird ausschliesslich auf den Rücken des Arbeitnehmers ausgetragen u. ist letztendlich eine andere Form einer "Versuch und Irrtum" Philosophie
einer entfesselt kapital-orientierten Wirtschaftwelt.
Eine Wirtschaftwelt deren Sinnhaftigkeit unter produktiven/moralischen Gesichtspunkten zunehmend in Frage zu stellen ist und die sich zunehmend in menschenverschleissender permanenter Über
produktion erschöpft. Einer abstrakten und skurillen Wirtschaftwelt in Welcher sich der Mensch uniform gesichtlos verliert. Einer Wirtschaftwelt, in der normales Gerechtigkeitempfinden bereits psychische Erkrankung bedeutet. Und Schlussendlich, Eine Wirtschaftwelt die zunehmend den "gezüchteten Wirtschaftsmenschen" fordert. (und gebiert)

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