In China drohen weitere heftige Niederschläge

21. Juni 2011, 10:40
38 Postings

Nach schweren Überflutungen in 13 chinesischen Provinzen mussten bereits 1,6 Millionen Menschen evakuiert werden

Bei den Jahrhundert-Überschwemmungen in China ist weiterhin kaum Entspannung in Sicht. Auch in den folgenden Tagen soll es weitere schwere Niederschläge geben. Seit Beginn der zum Teil sintflutartigen Regenfälle am 3. Juni sind mindestens 175 Menschen ums Leben gekommen, teilte das chinesische Ministerium für öffentliche Angelegenheit mit. Weitere 86 Personen gelten als vermisst, mehr als 1,6 Millionen mussten evakuiert werden.

Wie die Zeitung China Daily berichtet, sind insgesamt 13 Provinzen von den Überflutungen betroffen. Das bedeutet, dass im gesamten Zentrum des Landes vom Westen bis zum Osten Landstriche überflutet sind (siehe Karte). Besonders entlang des Yangtse Flusses in den Provinzen Hubei, wo der Dreischluchten-Damm liegt, und Hunan ist die Situation zum Teil sehr dramatisch. Die Wasserstände in Dutzenden Stauseen hätten "alarmierende Höhen" überschritten, so China Daily. Mehr als 10 große Flüsse des Landes sind bereits oder werden noch über die Ufer treten.

Nach der Dürre die Flut

Die Überschwemmungen folgten auf die schlimmste Dürre des Landes seit 50 Jahren. Und erst im Mai hatte die chinesische Regierung bestätigt, dass es "dringende Probleme" beim Dreischluchten-Damm gebe, die sich zu einem ökologischen und bautechnischen "Desaster" steigern könnten, berichtet CNN aus Peking. Das weltgrößte Wasserkraftwerk war ursprünglich dafür gebaut worden, die alljährlichen sommerlichen Überflutungen im Yangtse-Delta besser unter Kontrolle zu bringen.

Der unmittelbare finanzielle Schaden der Überschwemmungen beläuft sich laut China Daily auf 32 Milliarden Yuan (rund 3,5 Milliarden Euro). Allein in der Provinz Zhejiang ganz im Osten Chinas haben die wirtschaftlichen Verluste bereits mehr als 800 Millionen Euro erreicht. In dieser Region sind 4,4 Millionen Menschen in 10 großen Städten betroffen und 8.400 Häuser zerstört worden. Dämme mit einer Länge von 70 Kilometern seien in Zhejiang von Überflutungen bedroht. So mussten am Dienstag etwa beim Xin'anjiang Stausee am Qiantang Fluss drei von neun Hochwasserschleusen geöffnet werden. (red)


  • Die 13 Provinzen Chinas, die von den massiven Überschwemmungen betroffen sind. Grafik: Rotes Kreuz
    grafik: rotes kreuz

    Die 13 Provinzen Chinas, die von den massiven Überschwemmungen betroffen sind. Grafik: Rotes Kreuz

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei sind zahlreiche Straßen vom Hochwasser überflutet.

Share if you care.