Starkes Design und aktuelle Eckdaten stehen unsicherer Zukunft der Plattform entgegen
Der derzeit unter gehörigem Druck stehende finnische (Noch-)Handy-Weltmarktführer Nokia will mit einem neuem Spitzenmodell der eigenen Produktpalette wieder frisches Leben einhauchen: Mit dem Nokia N9 hat man nun das lange versprochene, erste MeeGo-Smartphone vorgestellt, das sofort über sein Design auffällt: Herausragendes Merkmal ist ein 3,9 Zoll großer Touchscreen, der praktisch die gesamte Oberfläche des Geräts ausfüllt.
Bildschirm
Jenseits des Lautstärkereglers und eines Kamerauslösers gibt es am N9 denn auch keinerlei physische Knöpfe, die Navigation ist also ganz und gar auf Touch ausgelegt. Die Auflösung des Geräts beträgt 854x480 Pixel, der Bildschirm ist als AMOLED ausgeführt. Als Prozessor kommt ein OMAP3630 mit 1 GHz zum Einsatz, der für grafische Aufgaben von einer PowerVR SGX530 GPU unterstützt wird.
Speicher
Der Hauptspeicher umfasst 1 GByte, zum Ablagern der eigenen Daten gibt es je nach Ausführung 16 oder 64 GByte Speicherplatz. Es wird eine 8 Megapixel/16:9-Kamera mit Autofokus und Carl-Zeiss-Optik geboten, die mit f2.2 auch für Aufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen geeignet sein soll.
In Fragen Telefonie gibt es Quad-Band-GSM sowie WCDMA-Support. Bluetooth 2.1, GPS und die Austausch- und Bezahltechnik NFC unterstützt das N9 ebenso. Weiter auf der Checkliste finden sich Kompass und Lichtsensor sowie ein 3,5mm "AV-Connector" und WLAN mit 802.11a/b/g/n. Die Internetverbindung soll sich dabei per Hotspot-Funktion an andere Geräte weiterreichen lassen.
Laufzeit
Das N9 misst 116,45 x 61,2 x 7,6-12,1mm und wiegt 135 Gramm, bei der Akku-Laufzeit verspricht man 50 Stunden Musikgenuss bzw. die 4,5 Stunden lange Betrachtung von 720p-Videos oder auch 11 Stunden Telefonie. Durchaus interessant ist zudem, dass Nokia sich beim N9 - wie auch Apple beim iPhone - für einen Mikro-SIM-Slot entschieden hat.
MeeGo
Als Software kommt das gemeinsam mit Intel entwickelte, Linux-basierte MeeGo in der Version 1.2 zum Einsatz. Zur Anwendungsentwicklung nutzt man das C++-Framework Qt 4.7. Zur Programmausstattung sollen unter anderem eine Navigationssoftware und ein Webkit2-basierter Browser gehören.
Sozial
Auch verspricht man eine tiefe Integration mit sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook, beispielsweise soll der aktuelle Status der eigenen Kontakte direkt im Adressbuch dargestellt werden. Ebenfalls mit dabei sind das Location-Based-Service Foursquare, das Video-Angebot von Vimeo und der VoIP-Client Skype.
Interface
Außerdem streicht Nokia sein eigenes User-Interface-Konzept heraus: So gibt es hier drei Ansichten: "Events, Anwendungen und offene Apps", auf den Home-Screen gelangt man per Swipe-Geste zurück. Mit an Bord sollen zudem einige Spiele sein, darunter Angry Birds Magic, Galaxy on Fire 2 und Real Golf 2011, weiter Programme soll es dann über den Ovi Store geben.
Unklarheiten
Während sich die Eckdaten des N9 somit durchwegs überzeugend lesen (sieht man einmal von der nicht mehr ganz aktuellen CPU ab), bleibt bei der Ankündigung allerdings auch so manche Frage offen. Vor allem jene nach der langfristigen Zukunft der Plattform, hat Nokia doch vor einigen Monaten die Verlegung des Fokus der eigenen Anstrengungen auf eine weitreichende Kooperation mit Microsoft rund um dessen Windows Phone 7 verkündet. MeeGo hat in diesem Plan eine rein experimentelle Funktion - und somit alles andere als eine sichere Perspektive. Bleibt vor allem die Frage, wer unter diesen Vorzeichen Anwendungen für das N9 entwickeln wird.
Abwarten
Bei den konkreten Details zur Verfügbarkeit gibt sich Nokia noch recht vage "später dieses Jahr" heißt es in der Ankündigung, auch zu Preisen schweigt man sich noch aus. Immerhin ist bekannt, dass es drei Farbvarianten geben wird: Schwarz, Cyan und Magenta. Alle drei übrigens "durchgehend" gefärbt, womit sich Kratzer nicht unerfreulich sichtbar machen sollen.
Update, 11:30
Laut Nokia soll das N9 in Österreich zumindest bei A1, T-Mobile und 3 angeboten werden. Mit Orange seien die Verhandlungen derzeit noch am Laufen, heißt es in einer Presseaussendung. Einen Zeitrahmen nennt man auch hier nicht, in diversen Blogs kursiert allerdings der Hinweis auf "Ende des dritten Quartals".
keine analystenmeinung, lediglich etwas kaffeesud:
lt. berichten hat Elop nocheinmal klar gemacht dass das N9 das letzte meego phone [von Nokia] sein wird. (meego ist aber viel mehr als Nokia: LG hat bspw auch ein paar meego geraete angekuendigt.)
Zudem:
* wp7 phones sollen (zunaechst?) nicht nach finnl ausgeliefert werden;
* finnische provider werben angeblich schon heftig mit dem N9.
* N9 und insb. das n950 konnten durchaus neugierde wecken & alian dalvik koennte das stigma der todgeburt sofort ins gegenteil wenden;
-> daraus _koennte_ ausreichend druck erwachsen nicht vollstaendig auf M$ umzusatteln, der, falls das N9 ein achtungserfolg wird und die wp7-phones unter den erwartungen bleiben (mutige prognose?), somit eine anpassung der M$-only strategie verlangt - mit oder ohne Elop.
man darf nicht vergessen dass ein grossteil der kundschaft solche artikel gar nicht liesst, von meego und seiner geschichte bzw. zukunft nichts wissen und es sie auch gar nicht interessiert.. die sehen ein hübsches phone, probierns aus, UI gefällt (oder nicht) gekauft...
ich denke für die meisten ist es, sofern es ihnen nicht irgendwer reindrückt, gar nicht wichtig ob es noch weitere meego phones geben wird..
Die ganze N9 Präsentation war ein Mittlefinger in Richtung MS.
Gleich am Anfang wurde erwähnt dass eine wirklich gute User Experience nur möglich ist wenn Hardware und Software von der gleichen Firma kommen.
N9 sieht jedenfalls spitze aus, super Hardware, und MeeGo sieht mir jedenfalls viel besser aus als Android, von WPhone ganz zu schweigen. Das Problem mit Windows Phone ist - das will niemand.
Fängt schon beim Branding an - wenn man iOS oder Android erlebt hat ist das letzte was man will eigentlich Windows am Handy. Auch wenn das OS nicht wirklich was mit Windows Desktop zu tun hat, der Name klingt schon genauso. Wer will den Ramsch schon, die meisten müssen Windows verwenden. Das checkt MS irgendwie nicht.
Laut Gerüchten wäre MS stark am Kauf von Blackberry interessiert, die derzeit als heisser Übernahmekandidat gehandelt werden.
Sollte das eintreffen, wäre es das gewesen mit dem von Stephen "the MS-Trojan" Elop gepriesenen Alleinstellungsmerkmal: Nokia als einzige mit WP7. Dann könnte plötzlich Nokia gegen MS Blackberry die 2. WP7-Geige spielen.
Also ein weiterer Grund wieso sich Nokia mit der Beerdigung von Meego Zeit lassen sollte. Denn Meego bringt wirklich ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber die anderen Hersteller.
Nachdem große Teile Copyleft lizensiert ist, kann Nokia und dem Endkunden nichts besseres passieren, als dass Mitbewerber MeeGo kostenlos weiter verbessern. Open Source stellt vieles auf den Kopf, zum Vorteil des Produktes und der Kunden.
Am Linux Kernel arbeiten Google, Intel, AMD, Texas Instruments ... also fast alle Größen dieser IT Welt zusammen.
Die anderen Hersteller können Meego verwenden, die grafische Oberfläche allerdings ist von Nokia selbst unter nicht OpenSource soweit ich das verstanden habe.
Könnten sie (Samsung, HTC,...), aber in der Vergangenheit hatte keiner von diesen Herstellern Anstalten gemacht sich an der MeeGo-Entwicklung zu beteiligen.
Und wieso sollten sie auch, wo sie doch jetzt mit Android sehr erfolgreich sind. Alleine Samsung hat mit Android, WP7 (soviel zu dessen Alleinstellungsmerkmal) und der Eigenkreation Bada drei Betriebssysteme am Start. Also wozu noch Resourcen in ein Viertes stecken!?
ein nettes gerät, ich würde es gerne kaufen, aber falls die dann den support einstellen wenn die ms dinger rauskommen, dann wozu eigentlich? hmm ich bin verwirrt
supporten und updaten werden sie es laut eigenen versprechungen.. die community hinter meego/linux macht den rest.. mein maemo5 nervt mich beinah täglich mit irgendwelchen updates für meine unzähligen apps die ich dummerweise installieren musste..
so lange sich eine entwicklergemeinde findet, wird man die nächsten 3-4 jahre sicher gute software dafür bekommen. natürlich auch abhängig davon, wie offen das gerät wirklich ist.
Ich will ja nicht schon wieder schimpfen, denn grundsätzlich bin ich gegenüber Meego eher positiv eingestellt.
Aber:
"Das Plastik-Gehäuse ist fix am N9 angebracht, der Akku kann nicht durch den Nutzer gewechselt werden."
...
"Ein MicroSD-Slot ist ebenfalls nicht vorhanden"
...
Dazu noch der Micro-SIM-Slot, also kein Slot für normale SIM-Karten!
Das Design mag ja Geschmackssache sein, aber wenn die elementarsten Dinge fehlen, dann wird das Ding keiner kaufen, auch wenn Meego als Betriebssystem durchaus ein potentieller Konkurrent für Android werden könnte.
Da frag ich mich schon: Gibt es bei Nokia überhaupt noch jemanden, der DENKT???
Das N9 ist im Prinzip Nokia's iPhone-Klon. Schon im Jahre 2007 hat man ja bei Nokia angekündigt einen solchen rauszubringen, hat halt etwas länger gedauert.
Aber: Das N9 sieht mir SUPER aus, das würde ich tatsächlich als ernsthafte Alternative zum iPhone sehen.
Warum: Weil es eben nicht ein "fast genauso gut" me - too Gerät ist wie die diversen Androids, sondern ein eigenes Bedienkonzept hat. Im Gegensatz zu WP nicht nur eigen sondern auch eine echte Verbesserung gegenüber iOS.
Die Batterie und Micro Sim und SD - das interessiert keine Sau, jedenfalls mich nicht, und 50Mio andere iPhone user auch nicht. Vielleicht brauchen Sie diese Features, ich sicher nicht.
haha.. ich muss aber sagen dass der austauschbare akku bei meinem n900 schon sehr wichtig war .. nach meinem rumgebastle und kernel austauschen, übertakten usw. hab ichs (mit der allerersten firmware) schon mal zum absturz gebracht.. ohne akku raus/wieder rein wär da gar nix mehr gegangen...
was macht man wen einem sowas bei einem phone wie diesem auch mal passiert?
Ja schon, aber das iPhone zielt ja auf eine ganz andere Zielgruppe ab!
Echte Apple-Fans werden IMMER das iPhone kaufen, egal wie schlecht es im Vergleich zur Konkurrenz ist und egal wie teuer es ist!
Nokia hat man früher gekauft, weil man ein gutes, zuverlässiges, robustes Handy auf dem Stand der Technik wollte, das preislich nicht überteuert war.
Wenn Nokia wieder eine Chance haben will, dann müssen sie wieder zuverlässige, robuste Handys auf dem Stand der Technik bauen, die preislich nicht überteuert sind.
Mit anderen Worten: Wenn Nokia versucht, sich am iPhone zu orentieren, dann ist Nokia tot. Apple-Kunden lassen sich nicht durch Vernunft überzeugen. Nokia sollte versuchen, stattdessen die vernünftigen Menschen wieder als Kunden zu gewinnen (und das sind ungleich mehr!)
wer weiss, vielleicht ist das n9 ja somit die perfekte strategie gegen das iphone.. es ist ja quasi ein iphone.. von nokia halt mit einem (für mich) interessanteren OS
micro sim geh bitte, das is ja echt kein problem mehr, bzw wirds ja angeblich bald noch kleiner wenn man den gerüchten rund um apple und mobilfunker glauben schenkt .. und die sd karte okay das koennte ein grund sein aber 64 gb sollten ausreichend sein
Naja, ich bevorzuge halt eher offene Lösungen. Ich will mir die Möglichkeit nicht nehmen lassen, die SIM-Karte bei Bedarf aus meinem Smartphone rauszunehmen und in ein altes Billig-Handy zu stecken (z.B. für Schiurlaub oder ähnliches, wo ich kein Smartphone brauche und wo die Gefahr besteht, dass es zu Bruch geht).
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