Damit soll auch gegen "Geschichtsfälscher" gekämpft werden
Moskau - Russland hat die Freigabe weiterer Geheimdokumente aus dem
Zweiten Weltkrieg angekündigt. Die Öffnung der Archive diene auch dem Kampf
gegen "Geschichtsfälscher". Das sagte der Leiter der Archivbehörde in Moskau,
Andrej Artisow, vor dem 70. Jahrestag des Angriffs Hitler-Deutschlands auf die
Sowjetunion an diesem Mittwoch.
Russland sieht sich zunehmend von einer "Umdeutung der Geschichte" bedroht,
welche die Verdienste des Landes bei der Befreiung Europas infrage stelle. Die
Behörde digitalisiere auch erbeutete Schriftstücke der Wehrmacht und der NSDAP,
sagte Artisow nach Angaben der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" (Montag).
"Wir haben elf Millionen Akten, die spätestens 2015 auch aus dem Ausland im
Internet einsehbar sein werden", sagte Artisow bei einem Treffen mit
Regierungschef Wladimir Putin. Darunter seien auch Dokumente der Roten Armee.
"Wir werden oft kritisiert, dass unsere Schriftstücke unter Verschluss sind",
betonte er. "Aber seit dem Ende der Sowjetunion ist der Fortschritt bei der
Freigabe enorm."
Auch Präsident Dmitri Medwedew hatte wiederholt vor "Geschichtsfälschung"
gewarnt. "Ohne diese riesigen Opfer der Roten Armee wäre Europa heute kein
moderner blühender Kontinent. Es wäre wahrscheinlich ein großes
Konzentrationslager", hatte der Präsident einmal die Verdienste Moskaus im
Zweiten Weltkrieg unterstrichen. (APA)