Neuer schnellster Computer der Welt

20. Juni 2011, 18:37
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Japanischer "K-Computer" überrundet bisherige Spitze - Wiens Superrechner holt auf

Hamburg/Wien - Die Ende 2010 erstellte Liste der schnellsten Computer der Welt deutete erstmals an, wozu die chinesische Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren fähig sein könnte. Erstmals nämlich in der Geschichte der Elektronenhirne ging der Titel des schnellsten Computers der Welt nicht an die USA oder Japan, sondern an China: "Tianhe-1A" vom National Supercomputing Center in Tianjin hatte die Konkurrenz abgehängt.

Die neuste Rangliste der Top 500, die gestern in Hamburg präsentiert wurde, sieht indes wieder einen japanischen Supercomputer überlegen an der Spitze: Der "K Computer" von Fujitsu, der in Kobe steht, überrundet mit 8,16 Billiarden Gleitkomma-Rechenschritten pro Sekunde (Petaflops) den vormaligen Spitzenreiter aus China mit der mehr als dreifachen Leistung. "Tianhe-1A" kommt auf "lediglich" 2,56 Petaflops.

Auf Platz drei rangiert der US-Supercomputer "Jaguar", der von Cray gebaut wurde. Unter den ersten zehn sind insgesamt zwei chinesische Computer (Platz 2 und 4), zwei japanische und fünf aus den USA. Schnellster europäischer ist jener der französischen Atomkommission auf Platz neun.

Wiener VSC-2 auf Platz 56

Passend zur Veröffentlichung der neuen Rangliste geht heute der leistungsfähigste Rechner Österreichs in Betrieb, nämlich der von der Uni Wien, der TU Wien und der Universität für Bodenkultur (Boku) betriebene Vienna Scientific Cluster 2 (VSC-2). In der Top- 500-Rangliste schaffte es der neue Superrechner, der Nachfolger des 2009 gebauten VSC-1, mit einer Rechenleistung von 135,6 Teraflops (also 135,6 Billionen) auf Platz 56.

Nach der Erstinvestition von zwei Millionen Euro haben die Uni Wien und die TU Wien nun weitere 4,2 Millionen Euro in den Computer investiert, die Boku beteiligt sich an den Personalkosten. Standort des besonders energieeffizienten Geräts ist ein TU-Gebäude am Gelände des Arsenals in Wien-Landstraße. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. Juni 2011)

  • Der neue Wiener Superrechner VSC-2
    foto: tu wien

    Der neue Wiener Superrechner VSC-2

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