Elternverband gegen Umwandeln von AHS in NMS
Wien - Der AHS-Bundeselternverband wendet sich gegen die Pläne von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ), die AHS-Unterstufen in Neue Mittelschulen (NMS) umzuwandeln: "Fakt ist, dass die AHS beim Pisa-Test besser abschneidet als die Hauptschule", hielt Verbandschef Theodor Saverschel am Montag per Aussendung fest. Dazu gebe es für die Neue Mittelschule kein bundesweit einheitliches "Dachmodell". Sein Fazit: "Wir sehen die Mittelschulen als Aufwertung der Hauptschulen. Doch die AHS-Unterstufe muss als Alternative bestehen bleiben. Daran darf nicht gerüttelt werden."
Die Evaluierung der Neuen Mittelschule werde erst 2012 durchgeführt, die Ergebnisse würden 2013 veröffentlicht. Daher könne derzeit bei einem Umstieg in die Oberstufen von Gymnasien, in die HTL oder HAK "kein einheitliches Niveau garantiert werden", meint Saverschel. Und: "Leider werden unsere Bedenken, die wir dem Ministerium seit Monaten kommunizieren, nicht ernst genommen."
So sei auch die zusätzlich geplante Lehrkraft mit sechs Stunden bei weitem nicht ausreichend. Schon jetzt gebe es einen Lehrermangel, dazu würden bis 2015 bis zu fünfzig Prozent der Pädagogen - also circa 80.000 - in Pension gehen. Saverschel befürchtet, dass die Abgänge nicht so schnell nachbesetzt werden können, denn: Auch wenn die Schülerzahlen aufgrund der Demografie sinken, könne hier in Bezug auf das geplante Ganztagesangebot "sicher nicht von Entwarnung gesprochen werden".
Saverschel fordert von Ministerin Schmied, von den Schulleitungen endlich die seit 2006 überfälligen standortbezogenen Förderkonzepte zu verlangen - und deren Umsetzung in den Schulen zu unterstützen. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 21.6.2011)