Neue Mittelschule

"Kein einheitliches Niveau"

20. Juni 2011, 18:08

Elternverband gegen Umwandeln von AHS in NMS

Wien - Der AHS-Bundeselternverband wendet sich gegen die Pläne von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ), die AHS-Unterstufen in Neue Mittelschulen (NMS) umzuwandeln: "Fakt ist, dass die AHS beim Pisa-Test besser abschneidet als die Hauptschule", hielt Verbandschef Theodor Saverschel am Montag per Aussendung fest. Dazu gebe es für die Neue Mittelschule kein bundesweit einheitliches "Dachmodell". Sein Fazit: "Wir sehen die Mittelschulen als Aufwertung der Hauptschulen. Doch die AHS-Unterstufe muss als Alternative bestehen bleiben. Daran darf nicht gerüttelt werden."

Die Evaluierung der Neuen Mittelschule werde erst 2012 durchgeführt, die Ergebnisse würden 2013 veröffentlicht. Daher könne derzeit bei einem Umstieg in die Oberstufen von Gymnasien, in die HTL oder HAK "kein einheitliches Niveau garantiert werden", meint Saverschel. Und: "Leider werden unsere Bedenken, die wir dem Ministerium seit Monaten kommunizieren, nicht ernst genommen."

So sei auch die zusätzlich geplante Lehrkraft mit sechs Stunden bei weitem nicht ausreichend. Schon jetzt gebe es einen Lehrermangel, dazu würden bis 2015 bis zu fünfzig Prozent der Pädagogen - also circa 80.000 - in Pension gehen. Saverschel befürchtet, dass die Abgänge nicht so schnell nachbesetzt werden können, denn: Auch wenn die Schülerzahlen aufgrund der Demografie sinken, könne hier in Bezug auf das geplante Ganztagesangebot "sicher nicht von Entwarnung gesprochen werden".

Saverschel fordert von Ministerin Schmied, von den Schulleitungen endlich die seit 2006 überfälligen standortbezogenen Förderkonzepte zu verlangen - und deren Umsetzung in den Schulen zu unterstützen. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 21.6.2011)

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Posting 1 bis 25 von 31
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mountaineer
02
4.11.2011, 14:28
Die AHS muss bestehen bleiben.

Doch die AHS-Unterstufe muss als Alternative bestehen bleiben. Daran darf nicht gerüttelt werden.

Warum?
Für mich z. B. - als Arbeiterkind - war die AHS die einzige Möglichkeit, bereits in der Unterstufe, aber auch in der Oberstufe, auf ein entsprechendes Niveau zu kommen, sodass mir ein ordentliches Studium möglich wurde.
Wäre ich in die örtliche Hauptschule gegangen, hätte ich es viel schwerer gehabt.

Die Lehrer an der AHS waren nämlich Studierte und die Mitschüler waren begabt, sodass ein zielstrebiges Unterrichten möglich wurde.

An den Neuen Mittelschulen - mit Verlaub - ist das leider häufig ein Wunschtraum, wie ich erst kürzlich bei einem Schulbesuch beobachten durfte.

Österreich darf kein Bildungs-Sparefroh-Land werden!

andkos
10
7.11.2011, 13:44
zahlen

sie wollen die ahs unterstufe für ihr kind, kein problem, aber 1000€ schulgeld/semester sollte dies kosten

die ahs unterstufen sind das teuerste staatliche system der 10-14jährigen innerhalb der oecd länder!

mountaineer
01
11.11.2011, 17:13

ein AHS-Schüler kostet weniger als ein Hauptschüler, weil in ALLEN Fächern viel größere Gruppen unterrichtet werden, weil nicht differenziert wird, weil es kaum Förderkurse gibt, etc., etc.

RS69
 
01
7.11.2011, 14:12

Wohl kaum teurer als die NMS, wo versprochen wird, das neben den AHS-Lehrern ein zweiter steht.

Abgesehen davon sind es ja sowieso meine Stuern, die das finanzieren.

jana_einsteinova
00

es geht nichts über humanistische bildung.

alles andere is a schas und wird uns nicht weiterbringen!

Enassus
 
02
27.6.2011, 20:37
AHS

muss AHS bleiben! Ein Degradieren ist der größte Fehler.

xxx...yyy...
00
21.6.2011, 16:02
richtig so!

HornToBeWild
05
21.6.2011, 08:44

Fakt ist auch, dass hier immer nur auf Großstädte geachtet wird. Ich kenne genug (ländliche) Bezirke, wo die Hauptschulen sogar bessere Absolventen ausbilden als die AHS.

mountaineer
01
4.11.2011, 14:29

Das stimmt gewiss, ist aber - österreichweit betrachtet - eher die Ausnahme. Die Regel ist: Das Gymnasium ist um ein Hauseck besser als die Hauptschulen und Neuen Mittelschulen, was alle Testergebnisse bestätigen.

Sternchen100
04
27.6.2011, 11:12
Alle in einen Topf werfen statt nach Begabungen zusammenzufassen heißt, auf niedrigsten Unterrichtslevel zu unterrichten damit auch alle mitkommen

Hauptschulen mit A-Zug als Notlösung, wenn weit und breit kein Gymnasium da ist, sind einsichtig. Nicht aber in Städten, wo es genug Gymnasien gibt. Aufnahmetests für das Gymnasium gehörten eben wieder her! Die AHS sollten wirklich für schnell lernende natur- und geisteswissenschaftliche Schüler reserviert bleiben, wobei sie für begabte Arbeitnehmerkinder offen bleiben sollten wie bisher (seit Kreisky). Und zwar ab 10 Jahre.

Das beklopfte Gewinsel "Klassen sollen zusammenbleiben, egal ob Debile, Behinderte, psychische Problemfälle, Migrantenkinder, Kinder von Asozialen, Gangmitglieder oder Hochbegabte, und egal welche Begabungen die Kinder jeweils haben" ist ja nicht auszuhalten. Jahrgangsklassen sind Zwangsgemeinschaften und keine Ehen.

andkos
00
7.11.2011, 13:47
AHS

unterstufen AHS haben aktuell nichts mit leistungsförderung zu tun! es ist eine reine soziale trennung der kinder. wer die lehrer der kinder in der volksschule lange in schach hält, kann erwarten, dass das kind "alles einser" hat! und somit problemlos in die AHS aufgenommen wird. dort allerdings findet erneut KEINE individualförderung statt, im unterstufen AHS befinden sich alle in einem topf!

RS69
 
00
7.11.2011, 14:11

Allein die Trennung stellt schon einen guten Beitrag zur Leistungsförderung dar.

Denker9
25
20.6.2011, 18:53

Die Entwertung der AHS begann mit dem Abschaffen der Aufnahmsprüfungen! In den Ballungszentren wurden sie insgeheim zu Gesamtschulen, die HS zum Teil zu Sonderschulen und Schulen für Kinder mit großen Sprachdefiziten. Daher wäre es an der Zeit, alle HS in NMS umzuwandeln, mit 3 Leistungsgruppen und einer 2.Fremdsprache im Angebot, um Schülern nach der 8.Schulstufe- bei entsprechenden Leistungen- den Übertritt in eine Oberstufe zu ermöglichen.
An diesen NMS müssten ausschließlich HS Lehrer unterrichten (unterstützt durch Sonderpädagogen für Integrationsklassen), die die bessere pädagogische Ausbildung haben!

ninette
01
12.11.2011, 20:01

Ich wäre im Gegensatz zu Ihnen eher dafür, dass an allen Schulen ab der Sekundarstufe (HS, NMS, AHS, BHS) in Zukunft nur mehr universitär ausgebildete Lehrer unterrichten sollen, da dann eine (annähernd) einheitliche fachliche Kompetenz der Lehrer gewährleistet wäre.

Natürlich ist auch die pädogisch-didaktische Ausbildung von Lehrern wichtig, aber meines Erachtens legen die PHs hierauf einen zu großen Schwerpunkt (im Vergleich zur fachlichen Ausbildung).

Carla Sociale
43
21.6.2011, 11:44
In den HTLs wird eine 2. Fremdsprache nur als Freifach angeboten.

Aus Kostengründen oft nicht einmal das.
Trotz dieses "Mangels" sind die HTLs die Vorzeigeschulen Österreichs und die Absolventen bekommen im In- und Ausland gutbezahlte Jobs.
In naturwissenschaftlichen und technischen Studien stellen sie den Hauptanteil der Studenten.
Der Weg von Hauptschülern zur Matura führt meist über die BHS.
In den Unterstufen der Gymnasien wird nur in den humanistischen Formen eine 2. Fremdsprache unterrichtet.
Jetzt beurteilen Sie selbst, wie wichtig eine 2. Fremdsprache in der Unterstufe ist.

Sternchen100
00
27.6.2011, 11:15

Alle wirtschaftlichen, technischen, medizinischen oder psychologische Studien setzen heute bereits fließend Englisch voraus, und zwar inkl. Fachbegriffe für das jeweilige Fach. Ein HTL'ler ohne Englisch kann sich somit mit seinem Zeugnis langsam aber sicher brausen, verduften, sich vertschüssen.

Carla Sociale
00
Wir reden hier nicht von der 1. Fremdsprache Englisch,

sondern von einer 2. Fremdsprache.

RS69
 
01

Wobei es durchaus auch sinnvoll wäre, über das niedrige Niveau in Englisch zu sprechen.

Aber schade, dass eine zweite Fremdsprache bei uns als exotisch empfunden wird.

Schurli Schorsch
 
01
22.6.2011, 09:23

wunschdenke der htl'er, reines wunschdenken (von ausnahmen abgesehen natürlich)

Carla Sociale
10
22.6.2011, 10:56
Die Ausnahmen dürften recht umfangreich sein.

Aus unseren HTLs (Westösterreich) finden die Absolventen Anstellungen in Süddeutschland, Norditalien und der Schweiz. Eigentümlicherweise sind sie auch im Osten Österreich sehr gefragt. Viele studieren aber auch erfolgreich an der TU in Wien oder Graz.
Ein ehemaliger Mitschüler meines Sohnes (Maschinenbauabteilung) hat umgesattelt und nach einem Romanistikstudium ein Dolmetscherbüro für Spanisch und Portugiesisch eröffnet.

LL MM
01
20.6.2011, 22:21

Die AHS sind auch in den Ballungszentren keineswegs Gesamtschulen. In Wien z. B. sind es ca. 50 Prozent (zugegebenermaßen geht die Tendenz nach unten) der Schüler eines Jahrgangs, die die HS (oder welches Ettiket ihr auch verpasst wird) besuchen. Sie werden ja nicht behaupten, dass die Hälfte aller Wiener Kinder potentielle Sonderschüler sind. :-) Trotzdem ist das Niveau dort über weite Strecken extrem niedrig, da liegen Sie nicht falsch.

Außerdem gibt es in einer NMS KEINE Leistungsgruppen.
Eine zweite Fremdsprache ist nicht unbedingt notwendig, das können Ihnen die vielen Landhauptschüler, die seit Jahrzehnten maturiert und studiert haben, bestätigen.
In den Stadthauptschulen können Sie froh sein, wenn die Basics passen.

Quim Barreiros
01
22.6.2011, 20:51

"Eine zweite Fremdsprache ist nicht notwendig." Und das Resultat sind dann Leute, die 10 km von der tschechischen Grenze entfernt wohnen und kein Wort Tschechisch können, während in Tschechien viele Deutsch können.
Und dann wundert man sich, warum die Bürger aus den neuen EU-Ländern kommen und die Arbeitsplätze "wegschnappen".

Sternchen100
00
27.6.2011, 11:23

Da sieht man wieder das nicht Nieten in der Politik eigentlich unfähig sind für ihr Amt und nicht imstande, entsprechende Gesetze in Sachen Schule zu verabschieden. Die Verpflichtung, Ö. Kinder fit für das 21. Jhd. und Jobs zu machen, wobei es immer mehr akademische Jobs sein werden, wird einfach ignoriert, statt umfassendere und qualitativ hochstehende Bildung und Leistung für möglichst viele durchzusetzen wird die Bildung noch mehr nach unten verwässert und noch weniger Fachkräfte produziert. Macht nichts, Hauptsache man winkt Analphabeten in der Volksschule durch und lässt Jugendliche mit Nichtgenügend aufsteigen, die können dann später in Ö. Klo putzen (weil ungeeignet für andere Jobs). Gute Fachkräfte gibt es dann ja vom Ausland.

R. Lexer
10
22.6.2011, 21:57

Die meisten lernen aber so nutzlose Sprachen wie Französisch.

RS69
 
02
20.6.2011, 22:46

"Eine zweite Fremdsprache ist nicht unbedingt notwendig"

Und überhaupt, wer braucht schon Bildung? - setzten wir sie doch einfach alle in eine Klasse und geben Ihnen ein schönes Zeugnis, das kommt billiger.

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