Flashmob

"Facebook-Parties" in Deutschland eskalieren - Polizei besorgt

20. Juni 2011, 15:21
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Ungeladene Partygäste gab es schon immer, aber nun hat die Mund-zu-Mund-Propaganda einen Verstärker bekommen

Es begann mit harmlosen sogenannten Flashmobs. Einen davon lernte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im September 2009 in Hamburg kennen, als eine über Twitter mobilisierte Menge jeden Satz ihrer Wahlkampfrede mit einem lauten "Yeah" ins Lächerliche zog. Vor drei Wochen folgte - ebenfalls an der Elbe - die 16-jährige Thessa, die mit ihrer versehentlichen Party-Einladung an einen gewaltigen Facebook-Verteiler rund 1.600 Menschen vor ihr Elternhaus lockte und seither von Facebook "die Schnauze voll" hat.

Hooligans

In Wuppertal ließen am Wochenende sogenannte Ultras, radikale Fußballfans, eine zunächst friedliche Facebook-Party kippen: Flaschen flogen, bengalische Feuer brannten. Die Polizei trommelte aus umliegenden Städten Verstärkung herbei und setzte Pfefferspray ein. 16 Verletzte und 41 Randalierer im Polizeigewahrsam - so lautet die Bilanz.

Ungeladene Partygäste gab es zwar schon immer, aber mit sozialen Online-Netzwerken wie Facebook hat die Mund-zu-Mund-Propaganda einen gewaltigen digitalen Verstärker bekommen. "Es ist ein neues Phänomen", sagt ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht darin eine "Form von Jugendkultur". Zugleich rät er, angesichts der Bilder aus Wuppertal genau zu prüfen, worauf man sich einlässt.

Straßen abgeriegelt

Mit dem Phänomen hat es die Polizei weltweit zu tun: In Sydney wurden Straßen abgeriegelt, weil 20.000 Menschen der Einladung einer 15-Jährigen zugesagt hatten. Im englischen Harpenden gab es Polizeischutz für eine 14-Jährige nach 21.000 Zusagen. In Frankreich entwickelten sich die Facebook-Treffen zu Massen-Besäufnissen mit bis zu 10.000 Teilnehmern. In Nantes kam in der Folge einer Party ein Betrunkener beim Sturz von einer Brücke ums Leben.

"Die müssen prüfen, ob von einer Veranstaltung eine Gefahr ausgeht und sie verboten werden muss"

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen sieht die Kommunen in der Pflicht: "Die müssen prüfen, ob von einer Veranstaltung eine Gefahr ausgeht und sie verboten werden muss", heißt es im Düsseldorfer Innenministerium. Das war vor wenigen Tagen in Aachen der Fall, als 1.800 Partywütige ihr Kommen in einen Park zugesagt hatten, bevor die Stadt die Notbremse zog. 500 Jugendliche kamen trotzdem und feierten in der Innenstadt.

Im westfälischen Lünen ließ sich ein ähnlicher Aufruf am Wochenende gar nicht verbieten, weil er mit der politischen Forderung nach mehr Freiräumen für Jugendliche verbunden war und somit unter das Demonstrationsrecht fiel: Es kamen allerdings auch nur sehr wenige Demonstranten.

Grillverbot

In Düsseldorf wollte ein Mann gegen das frisch verhängte Grillverbot am Rheinufer mit einem Massen-Grillen protestieren. Die Stadt konnte den Mann ausfindig machen und stellte ihm ein "Nutzungsentgelt" und die Rechnung für die Reinigungskosten in Aussicht. "Der ist dann zurückgerudert und das schlechte Wetter hat dem Plan den Rest gegeben", sagt ein Sprecher der Stadt.

Aber nicht immer können die Behörden herauszufinden, wer hinter einem Facebook-Account steckt. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht die Beamten am Rande ihrer Möglichkeiten und fürchtet, Extremisten könnten dies ausnutzen. Die Polizei könne bei derart spontanem Geschehen personell nicht so reagieren wie etwa bei angemeldeten Demonstrationen, erklärt die Gewerkschaft. Initiatoren müssten schnellstens für die Kosten in Regress genommen werden können - notfalls mittels neuer Gesetze, fordert die Gewerkschaft. (APA/dpa)

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rapidfans.at
00
22.6.2011, 11:18
klassischer fall von landfriedensbruch.

geplant, organisiert.

Granaten wie wir
10
21.6.2011, 22:03
Boah seit ihr alle von vorgestern...

Facebook ist OUT
Buddybook ist IN

;o)

http://www.buddybook.es/

Nicht Sicher
00
21.6.2011, 13:06

wenn ich hier ein botellon am heldenplatz am 22.6. um 19:00 anzetteln würde. wäre dann der standard in der zeitung? und würde dann die polizei das posten im standard verbieten?

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
21.6.2011, 12:03
Demokratie im Keim ersticken - "notfalls mittels neuer Gesetze"

Statt die Genehmigung von Protesten zu vereinfachen, und für partywillige Youngster Areale mit Dixie-Klos zur Verfügung zu stellen, schicken sie Polizei und drohen mit neuen Gesetzen

Was soll das für eine Volksvertretung sein ?

Denen gehört doch ein T in den A !

xxx...yyy...
01
21.6.2011, 13:23
demokratie?

wo ist die demokratie wenn plötzlich eine horde hools in deiner bude auftaucht? aber wenn man das mag...

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
01
21.6.2011, 11:26
Mund-zu-Mund-Propaganda mit Verstärker

Hätten wir damals im 68er-Jahr ein solches Instrumentarium gehabt - wer weiss, wie's dann ausgegangen wäre! Stattdessen sind die damals Ultra-Linken bei den Grünen untergekrochen... :(((

xxx...yyy...
00
21.6.2011, 13:24
nicht anders als es ausgegangen ist:

vom ungewaschenen, kiffenden hippie hin zum manager mit reihenhaus in der vorstadt.

Drei Goschn Opa
00
21.6.2011, 11:06
mann, gehts uns gut

weiter südlich wird demokratie gelebt mit fb&co
und bei uns gibts nichts wichtigeres als saufen und krawall schlagen...

...naja, vielleicht auch noch zigarettenautomaten, aber das ist eine andere geschichte ;)

xxx...yyy...
20
21.6.2011, 13:26
wird demokratie gelebt *rofl*

da wird unter dem denkmantel demokratie ein knallharter machtkampf ausgetragen, u.a. von radikalislamisten. und solche wie sie fallen darauf herein

gunth3r
00
21.6.2011, 10:52

Na klar, "Extremisten".

Wie lange schreit man in .de noch "Feuer", und wer hört zu, wenn's dann wirklich brennt?

PReb
01
21.6.2011, 10:50
gillparty yeah

meine nächste gillparty werde ich sicher über facebook organisieren, das wird sicher der hit :-)

der_sich_einen_wolf_tanzt
10
21.6.2011, 10:30
"versehentlich" hunderte leute einladen

kann mir mal einer erklären wie man versehentlich hunderte leute zu einer party einladen kann? wenn ich unsere sportveranstaltungen veröffentliche und auf ein paar zuseher hoffe muss ich immer jeden einzeln anklicken? da gibts kein "alles markieren" oder "strg+a". oder hab ich es nur noch nicht gefunden?

crusade
03
21.6.2011, 08:49
Gillverbot?

:-)

Hallo Du!
12
21.6.2011, 10:27
"gill" bedeutet Kieme auf Englisch

Quasi Kiemenverbot.

berdnerd
12
21.6.2011, 08:55

Cool :) ... derstandard hat ein neues wort erfunden (mal ohne scherz, haben die keine korrekturleser?). Aber danke für den anreiz, ich werd heute abend wohl auch ein leckeres fleisch gillen :)

Spartaner13
02
21.6.2011, 07:44
Nicht unbedingt FB daran schuld

Obwohl ich von FB nix halte, ist es diesmal relativ unschuldig. Diese dummen Leute sind einfach nur auf Krawall und Zerstörung aus - vielleicht sind das auch viele mit Stadien-Verboten. Was man gegen so viele Irre tun kann ... Hirn verteilen? Einsperren? So viele Gefängnisse gibts nicht.

wolfynyl
00
21.6.2011, 07:12

Ist es so schwer, im Notfall den "Veranstaltung absagen"-Button zu drücken, bevor alles eskalliert? Man kann sogar Statusmeldungen und Kommentare wieder löschen, dürfte nicht sehr bekannt sein das Feature auf Facebook.

Blitzkneisser
00
21.6.2011, 07:21

Hehe... Was glauben's denn, was z.B. das Mädel in Deutschland gemacht hat? Was es gebracht hat, war eh in den Nachrichten. Wenn die "Einladung" mal draußen ist, hilft das Absagen der Party auch nix mehr...

AltFreak
08
21.6.2011, 01:45

Und warum kommen zu unseren Konzerten immer nur 100 Leute, obwohl über Facebook eingeladen wird? Irgendwas mach ich falsch..hm...

Li-La-Launebär
02
21.6.2011, 10:21

vor deinem nächsten konzert eröffnest du einen account eines 15-jährigen mädchens und lädst alle zum geburtstag mit freibier ein. mal schauen ob dann mehr leute kommen. :)

berdnerd
00
21.6.2011, 08:57

ohne deine musik zu kennen - da würd ich mir sorgen machen *g*. Aber, soweit ich mich erinnere, hatte Theresa mit freibier usw geworben. daher wohl die ganzen gäste. Tatsächlich ist Theresa Rechtlich aus dem schneider, immerhin hats das fest dort abgesagt, wo sie es angezettelt hat. So siehts zumindest in deutschland rechtlich aus.

berdnerd
10
21.6.2011, 08:59

hoppla, thessa meinte ich natürlich :D nicht theresa *rofl*

GE
30
21.6.2011, 01:21

Facebook ist ein schimpfwort, am dümmsten sind Radiosender die dessen dreck auch noch vorlesen.

Man sollte endich einen Riegel vorschieben, nicht verbieten, man sollte infach noch mehr viren einschleussen, dann vergeht es den Benutzern von natur aus!

Rester
00
22.6.2011, 12:49
scho recht *tätschel*

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