Mission planmäßig zu Ende gegangen - wenige Tage später hat die Progress an die ISS angedockt
Paris - Die Reise des europäischen Raumtransporters "Johannes Kepler" hat zu ihrem planmäßigen Ende gefunden: Nach knapp vier Monaten an der Internationalen Raumstation ISS wurde das unbemannte Versorgungsschiff am Dienstagabend kontrolliert zum Absturz gebracht. Wie geplant tauchte "Johannes Kepler" in die Erdatmosphäre und verglühte dabei fast vollständig. Die restlichen Trümmer stürzten gegen 23 Uhr in den Südpazifik. "Rest in Peace", kommentierten Mitarbeiter der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA "Keplers" Ende in ihrem Blog.
Die Mission
Der europäische Raumtransporter vom Typ ATV war Mitte Februar mit einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou ins All geflogen. Voll automatisch dockte der Frachter anschließend an der Internationalen Raumstation ISS an. Insgesamt brachte der Transporter mehr als sieben Tonnen Lebensmittel, Ausrüstung und Forschungsinstrumente ins All. Am Ende der rund 450 Millionen Euro teuren Mission wurde aus dem Frachter ein Müllschlucker: Die ISS-Besatzung belud das zehn Meter lange Raumschiff vor dem kontrollierten Absturz mit Abfällen.
Nach dem Aus für die US-Space Shuttles sollen die ATV-Frachter
(Automated Transfer Vehicle) eine wichtige Rolle bei der Versorgung der ISS
übernehmen. ATV-3 ist nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi
benannt worden. Der
Start ist für Ende 2011 oder Anfang 2012 geplant.
Der nächste Besuch
Am Dienstag startete ein Progress-Frachter zur ISS. Am Donnerstag dockte das "Progress 43"-Frachtschiff vollautomatisch am Zvezda-Modul der Station an. Es brachte der sechsköpfigen ISS-Crew nahezu drei Tonnen an Lebensmitteln, Treibstoff und sonstigen Versorgungsgütern. Die Ereignisse wurden von NASA-TV live übertragen. (red/APA)