Umfrage

Gesunde und Kranke haben unterschiedliche Werte

20. Juni 2011, 13:22

Vinzenz Gruppe erhebt "Was wirklich zählt" - Krankenhäuser sind Ort der Reflexion

Wien - Ein Krankenhausaufenthalt verändert den Blickwinkel auf das eigene Leben. In der in einer Pressekonferenz präsentierten Umfrage "Was wirklich zählt" haben der Krankenhausträger Vinzenz Gruppe und das market Institut die unterschiedlichen Werte von Gesunden und Patienten ermittelt. In Krankenhäusern als "Ort der Reflexion" steige die Sensibilisierung für das Füreinander, Ängste und Sorgen.

Während 14 Prozent der Gesunden über Änderungen im eigenen Leben nachdenken, steigt der Anteil bei Patienten auf 39 Prozent. Auf das Doppelte wächst das Bedürfnis nach einem "Umfeld, dem man sich anvertrauen kann" im Krankheitsfall (von 19 auf 38 Prozent). Überraschend war, dass es für Kranke mit 66 Prozent wichtig ist, "selbst für andere da sein zu können". In den Hintergrund rücken Themen wie "sein Leben selbst in die Hand zu nehmen", "persönliche Freiheit" und "Zeit für sich zu haben", die gesunden Menschen wichtiger sind. Vom Krankenhauspersonal werden Freundlichkeit, Fürsorge, Respekt, psychologische und seelsorgliche Unterstützung erwartet. Interessant ist auch die steigende Bereitschaft für Vorsorgeuntersuchungen während des Spitalaufenthaltes.

Tempo überfordert Menschen

Telefonisch befragt wurden 400 Personen repräsentativ für die Bevölkerung. 391 stationäre Patienten wurden persönlich interviewt. Für Werner Beutelmeyer, Vorstand des market Instituts, zeigt die Umfrage, "was wichtig ist, wenn es schwierig wird im Leben". Menschen seien vom Tempo der Veränderung oft überfordert. Der Preis der Individualisierung sei häufig die Einsamkeit. Patienten hinterleuchten Werte kritischer, wodurch sich eine "hochrelevante Gewichtung an den Qualitätsanspruch im Krankenhaus" in der Umfrage abzeichnete. "Wir sollten mehr auf die Patienten hören."

"Wir müssen verhindern, dass Krankenhäuser zu Fließbändern der Medizin werden", forderte Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe. Die österreichische Reformdebatte im Gesundheitswesen rücke den Menschen zu wenig in den Mittelpunkt. Es gelte Doppelgleisigkeiten bei den Kosten nicht zum Selbstzweck, sondern zum Wohl der Patienten zu eliminieren. Innerhalb der Vinzenz Gruppe setzen beispielsweise Spitalskooperationen, Laborzusammenlegungen und zentralisierte Verwaltungsbereiche Ressourcen frei, die der persönlichen Betreuung der Patienten zugutekommen. (APA)

erich1963
10
20.6.2011, 17:24
Seltsam...

Wenn sich selbst im Krankheitsfall nur 39% aller Patienten Gedanken über sich und ihre Zukunft machen, - d.h. 61% tun das nicht - kann man von Krankenhäusern doch nicht behaupten, sie seien "Orte der Reflexion".

Besonders dann, wenn angeblich Themen wie "sein Leben selbst in die Hand nehmen", "persönliche Freiheit" oder "Zeit für sich zu haben" im Vergleich zum normalen Alltag in den Hintergrund treten. Häufig leiden gerade chronisch Kranke ja genau an diesen Themen, die im Alltag keinen Platz haben, aber offensichtlich kappieren sie's nicht.

anders and
 
01
20.6.2011, 21:41
Seltsam - aber so steht es NICHT geschrieben.

39% denken über Änderungen in ihrem Leben nach - vielleicht führen die anderen 61% ein geglücktes, selbstbestimmtes Leben?

erich1963
00
21.6.2011, 08:02
Dass "vielleicht" 61% ein

geglücktes, selbstbestiimmtes Leben führe: Woraus geht das im Text hervor?

anders and
 
00
21.6.2011, 17:48

das war eine kleine Provokation für Menschen die glauben alle anderen hätten ebenfalls Grund mit ihrem Leben unzufrieden zu sein

Dirty Sanchez
 
12
20.6.2011, 13:29
Wer hätte das für möglich gehalten,

daß sich die Werte verschieben, wenn man krank ist.
Deshalb: Lieber reich und gesund als arm und krank.

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