Licht im Yoga-Dschungel

"All life is Yoga"

Maria Kapeller, 6. Juli 2011, 15:59
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    Neben den fünf traditionellen Richtungen sprießen laufend neue, moderne und ungewöhnliche Yoga-Techniken aus dem Boden.

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    Im Westen ist vor allem der körperbetonte Hatha-Yoga verbreitet, von dem es zahlreiche unterschiedliche Varianten gibt.

Yoga ist in, Yoga ist hip - und Yoga ist verwirrend - derStandard.at bringt Licht in den Yoga-Dschungel und klärt über die gängigsten Richtungen auf

Dvds, Zeitschriften und unzählige Bücher - von "Yoga für werdende Mütter" über "Yoga für den Mann" bis zu "Mit Yoga durch die Wechseljahre". Die indische philosophische Lehre liegt nach wie vor im Trend, Yoga macht man im Fitnesscenter, im Park oder im Entspannungsurlaub. Aber: Yoga ist nicht gleich Yoga. Und: Yoga ist keine Sportart, sondern vielmehr eine Lebensweise. Mittlerweile gibt es zahlreiche unterschiedliche Schulen und Richtungen - was für den Laien nur mehr schwer durchschaubar ist. derStandard.at hat sich erkundigt und verschafft einen Überblick.

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Vorweg: Yoga soll kein dogmatisches Befolgen bestimmter Übungen und Rituale sein. "Es geht um ein authentisches, aus dem inneren kommendes Praktizieren", sagt Arjuna Paul Nathschläger, Leiter der Yoga-Akademie Austria. Die fünf klassischen Yoga-Arten sind Karma, Bhakti, Jnana, Raja und Hatha. Im Westen sind der meditative Raja- und der körperbetonte Hatha-Yoga am meisten verbreitet. Im Idealfall ergänzen diese beiden Wege einander. "Die anderen drei Richtungen Karma, Bhakti und Jnana sollten im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes der menschlichen Entwicklung in die Yoga-Praxis einfließen, auch wenn sie andere Formen als die klassische, in Indien praktizierte Art und Weise annehmen mögen", erläutert Nathschläger. 

Übersicht: Die fünf traditionellen Yoga-Richtungen

-Karma ist das Yoga des selbstlosen Handelns: Dabei geht es um den selbstlosen Dienst am Nächsten. Durch die Abwendung von selbstbezogenen Motiven soll eine Nähe zu Gott entstehen, die wiederum zur Erlösung führt. Nicht meditative oder energetische Techniken, sondern die Bewusstheit beim alltäglichen Handeln steht im Vordergrund.

-Bhakti ist das Yoga der emotionalen Kraft: Es geht um die liebevolle Verehrung Gottes mit dem Ziel, dadurch Erlösung zu finden. Die Mittel dazu reichen von Singen über Meditation bis Beten.

-Jnana-Yoga gilt als der Weg des (spirituellen) Wissens: Durch spirituelle Erkenntnis soll der Kreis der Wiedergeburt durchbrochen werden. Die Bestandteile sind Zuhören und Lernen, Reflexion und Verinnerlichung sowie Meditation und Erkenntnis.

-Raja-Yoga ist meditatives Yoga - es setzt beim menschlichen Geist an: Man strebt nach Herrschaft über den Geist und zwar durch philosophisches Wissen und praktische Übungen. Dieser Weg ergänzt im Idealfall den Hatha-Yoga, der körperorientierter ist. Der Raja-Yoga wird auch als achtgliedriger Pfad oder Asthanga-Yoga beschrieben: "astha" steht für acht, "anga" bedeutet "Teile, Glieder". Dieser achtfache Weg, der hauptsächlich aus Meditation besteht, wird vom weit verbreiteten, sehr körperbetonten aber gleichnamigen Asthanga-Yoga nach Patthabi Jois, der ein bedeutender Vertreter des Hatha-Yogas war, unterschieden.

-Hatha ist der Weg der Energie: Dieser körperlich dominierte Stil ist im Westen wegen des starken Bezuges zur Außenwelt und zum Körper mit Abstand am meisten verbreitet. Er wird in verschiedenen Ausformungen wie zum Beispiel Iyengar-Yoga, Flow Yoga, Kundalini-Yoga oder Asthanga-Yoga (nach Patthabi Jois) praktiziert. "Was zumeist als Hatha-Yoga angeboten wird, sind Fitness- und Stretchingübungen mit einzelnen Elementen der Hatha-Yoga-Körperhaltungen", beurteilt Nathschläger die gängige Praxis.

Ursprünglich besteht die 500 bis 1000 Jahre alte Tradition nämlich nur zu einem relativ kleinen Teil aus Körperhaltungen. Den weitaus größeren Teil machen Atemübungen, Handgesten, Muskelkontraktionen zur Fixierung der Lebensenergie und Meditation aus. Auch Reinigungstechniken, Ernährung und eine stabile geistige Grundlage gehören dazu. "Im Grunde ist auch Hatha-Yoga ein Weg, durch den man sich mit dem dem Menschen innewohnenden Göttlichen verbinden will. Die Körperenergie ist dafür nur eines der Instrumente. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, sich dieser Zusammenhänge beim Üben immer bewusst zu sein", so Nathschläger.

TriYoga bedeutet Entschleunigung

Eine der vielen Hatha-Techniken ist der TriYoga. Es handelt sich um eine fließende Form, bei der Körperstellung, Atmung und Handgesten miteinander verbunden werden. Die Körperhaltungen kräftigen den Körper und lösen gleichzeitig Spannungen, die Atmung steigert die Energie, die von den Handgesten an die richtige Stelle geleitet wird. Die Entschleunigung steht im Vordergrund, das Wichtigste dabei sind nicht die Körperhaltungen, sondern es geht vielmehr um ihren fließenden Übergang durch langsame, wellenförmige Bewegungen. "TriYoga ist einerseits eine alte Form des Hatha Yoga, andererseits natürlich ein sehr modernes Yoga, weil es gegen den schnelllebigen Zeitgeist arbeitet", erklärt Tanja Hösl, die das TriYoga-Center in Wien betreibt.

Ganzheitlicher Yoga

Schließlich gibt es noch eine sechste Yoga-Art, die die Hauptbestandteile der fünf traditionellen Wege kombiniert. "Integraler oder ganzheitlicher Yoga umfasst alle Ebenen und Aspekte des Menschseins", so Nathschläger. Neben Körper- und Atemübungen gehören auch Meditation, das Studium der klassischen Schriften und Selbstbeobachtung, das Loslassen egozentrischer Motivation beim Handeln und die Hingabe an das Göttliche dazu.

Kritik an den zahlreichen Yoga-Auswüchsen

Zusammengefasst: Aus den fünf traditionellen Yoga-Richtungen und dem alles umfassenden integralen Yoga haben sich mittlerweile zahlreiche weitere Praktiken entwickelt. Boris Sacharow, der als ein Wegbereiter des Yoga in Europa gilt und 1921 die erste deutsche Yoga-Schule gründete, kritisierte schon im vorigen Jahrhundert: "Von Tag zu Tag schießen neue Yogapilze aus dem durch üppige Phantasie übersättigten Boden der Orientalistik."

Wie viele Yoga-Arten es heute tatsächlich gibt, ist schwierig zu sagen. "Das ist auch eine Definitionsfrage, außerdem entstehen vermutlich fast täglich neue Ausformungen", so Nathschläger. Beim Iron-Yoga macht man die Körperübungen mit Hanteln, beim Naked Yoga verzichtet man auf Kleidung, sogar Lach-Yoga wird heute praktiziert. "Im Grunde kann und soll man ja alles Leben im Geiste des Yoga durchführen", sagt Nathschläger. Oder, wie der große Meister Sri Aurobindo einst sagte: "All life is Yoga". (Maria Kapeller, derStandard.at, 6.7.2011)

Die Yoga-Akademie Austria bildet künftige Yoga-Lehrer im Intgralen Yoga aus und gibt zweimal pro Jahr eine kostenlose Yoga-Zeitschrift heraus.

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21 Postings
Ich sitz in meinem Bonka
22
Meine arme kleine Schwester ist auf diesen Unsinn

reingefallen - wer kann da helfen?

py rx
52
yoga ist

für die fisch. ich bin für bier!

presumption of innocence
12
jetzt geh ich mal zum Kau-Yoga...13h

ibinswieda
 
00
auch janna-yoga genannt

(Vereinigung mit NAhrung)

Kendall Von Tharn
126

"Im Grunde ist auch Hatha-Yoga ein Weg, durch den man sich mit dem dem Menschen innewohnenden Göttlichen verbinden will. Die Körperenergie ist dafür nur eines der Instrumente."

esoterisches gequatsche naja, wer nichts weiß, muss alles glauben. wenn ich gymnastik machen will, gehe ich lieber zu meiner sportwissenschaftlich ausgebildeten trainerin.

fertigprodukt
69

grad dir würd gehirntraining aber nicht schaden!

trollvottel
52

Seltsam, dass gerade die Yogafans und Veganersektierer, die sich selbst als ungeheuer cool und relaxed und moralisch überlegen sehen, in Diskussionen dann meist arrogante Beleidigungen und aggressiv menschenhassende Drohungen posten.

Kendall Von Tharn
42

weil sie keine echten argumente haben, nur worthülsen bzw. selbst im inneren spüren, dass vieles blühender unsinn ist. und diese ungleichgewicht muss halt abgearbeitet werden.

marty fink
11
Des anzige Chi des i kenn is des Tschi wap Chi chi ;-)

Kendall Von Tharn
00

das problem bei fertigprodukten ist, dass manch wertvolles verschwindet.

wie z.b. das e ;-)

martillito
27

Hast du keine Zeit für Yoga, dann ist Yoga genau das Richtige für dich :)

Cynicism
23
Seit ich mal...

... mit 'ner Yoga-Lehrerin liiert war, weiß ich das Ganze durchaus zu schätzen! ;-)

Bekka
 
02
Seit ich mal mit einer Kamasutra-Leh ...

:-)

presumption of innocence
10

seit ich die Tantra-Lehrerin...

Godesberg
15

Und macht es Sie nicht krank, dass jetzt ein anderer profitiert?

marty fink
34
Solange nicht die esoterischen Gschichteln druckt werden gell... ;-)

Trismegisto
 
23

das ist wirklich ein schöner Spruch vom Aurobindo. Ich finde seine Lehre interessant, obwohl ich nicht wirklich viel mit ihr anfangen kann. Aber ich finde schon dass er zu den Großen gehört. Gut dass sich diese Akademie anscheinend an ihm orientiert.

presumption of innocence
11

oder auch an Ma, die den Ashram in Delhi und Auroville ins Leben gerufen hat.

Trismegisto
 
00

von der weiß ich ziemlich wenig. Die hat selbst auch was geschrieben, oder irre ich mich da?

Yudhistira
01
Selbst hat "die Mutter" kaum geschrieben.

Es sind aber unzählige Gespräche mit ihr festgehalten.
Als Zugang zu diesen wirklich faszinierenden Persönlichkeiten würde ich aber die Werke Satprems empfehlen (eines "Schülers", der im Konzentrationslager war und ein Leben lang auf der Suche nach DEN Antworten, unter anderm als Bettelmönch oder im Urwald lebend, empfehlenswert das Buch: "Der kommende Atem", ein Gespräch mit Satprem über die Fragen des Lebens, woher kommen wir? wohin gehen wir? Was folgt nach dem Menschen?...). Satprem vermag die Essenz des "integralen Yoga" (der mit den anderen Formen des Yoga wenig zu tun hat, da er alle Lebensbereiche einschließt) sehr gut und einfach auszudrücken, anders ist es sonst wirklich nur schwer zu verstehen.

Trismegisto
 
00

danke für den Tip. Ich hab bis jetzt nur Sachen von ihm gelesen, und vielleicht war das nicht ganz der richtige Ansatz.

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