Migränekranke leiden oft im Stillen

20. Juni 2011, 11:53

Obwohl bis zu 75 Prozent der Erwachsenen an Kopfschmerz leiden, wird das Problem bagatellisiert - Zur Aufklärung soll ein Ausbildungstool beitragen

Der aktuelle Bericht der WHO ergänzt das vom CRP-Santé Luxemburg geleitete europäische Forschungsprojekt "Eurolight", das die Auswirkungen von Kopfschmerzen und Migräne mit 25 Partnern aus 16 europäischen Ländern untersucht hat. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts, die von Mattias Linde vom Norwegian National Headache Centre im Rahmen des 15. Kongresses der International Headache Society (IHC) in Berlin präsentiert werden, zeichnen ein drastisches Bild, wie es in einer Aussendung heißt: 47 Prozent aller Erwachsenen leiden an Migräne oder wiederkehrenden Kopfschmerzen.

Obwohl Kopfschmerzen die am weitesten verbreitete Erkrankung des Gehirns darstellen, werden sie oft nicht ernst genommen und in Folge nicht ausreichend diagnostiziert und behandelt. Für die Betroffenen ist das fatal: 80 Prozent der Migräne-Patienten leiden an starken oder sehr starken Schmerzen, die sie daran hindern, ihren täglichen Verrichtungen nachzugehen. 75 Prozent der Migräniker werden durch ihr Leiden ans Bett gefesselt. Im Schnitt gehen in Europa dadurch jährlich 190 Millionen Arbeitstage verloren.

Arme Patienten, teure Krankheit

Colette Andrée, Forschungsleiterin und Initiatorin des Eurolight Projekt, hält fest: "Kopfschmerzen verursachen einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden. Jährlich kosten sie die Bürger Europas rund 160 Milliarden Euro. Es ist auch unter diesem Gesichtspunkt wesentlich, dieses gesundheitliche Problem endlich anzugehen. Neben der Einsicht, dass wir einem ernst zunehmenden Gesundheitsproblem gegenüberstehen, müssen bessere Behandlungen und Gesundheitsdienstleistungen geschaffen werden." Shekhar Saxena, Leiter der WHO-Abteilung für physische Gesundheit ergänzt: "Kopfschmerzen und Migräne werden weitgehend unterschätzt, nicht ausreichend vom Gesundheitssystem erfasst und ziehen leider zu wenig Aufmerksamkeit und Interesse auf sich".

Ärzte stärker gefordert

Die WHO ortet in ihrem Bericht vor allem im Bereich der medizinischen Versorgung Defizite und hebt hervor, dass die Ausbildung der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens wesentlich verbessert werde müsse. Vor allem das medizinische Fachpersonal müsste über größeres Wissen im Bereich der Diagnose und der Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen verfügen.

Ausbildungstool E-Teach soll Situation verbessern

Zusammen mit einem internationalen hochrangigen Expertenteam setzt Andrée mit ihrem neuen CRP-Santé Projekt E-Teach an genau dieser Stelle an. Das Online-Tool wendet sich an Ärzte, Apotheker und Patienten, um eine optimales Krankheitsmanagement von Kopfschmerzen zu erreichen. Ziel ist es einerseits, dem medizinischen Fachpersonal das nötige - und zur Zeit nicht durchgängig vorhandene - Wissen zur Verfügung zu stellen und andererseits Patienten durch Information mündig zu machen und zu kompetenten Kommunikationspartnern auszubilden. Diese Maßnahmen sollen die Qualität der Zusammenarbeit und die Therapieergebnisse verbessern. E-Teach wird über drei Komponenten verfügen: eine Informationsplattform, ein Test- und Training System und eine Multimedia-basiertes, interaktives Lernsystem. Es handelt sich hier um ein für drei Jahre angelegtes Pilotprojekt, es ist allerdings geplant, das Ausbildungstool auch in Österreich zu implementieren. (red, derStandard.at)

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5 Postings

Ich habe in der Pubertät und den Jahren danach an wirklich heftigen Migräneattacken gelitten, inklusive Sehstörungen und Übelkeit. Ich habe entdeckt, dass mir Sport hilft: Sobald die ersten Symptome auftauchen radfahren (was wegen der Sehstörungen nur eingeschränkt möglich ist) oder rasch gehen bzw. laufen, dann sind die Kopfschmerzen wesentlich gedämpfter. Vielleicht liegt es an der besseren Durchblutung des Gehirns oder an der allgemein erhöhten Sauerstoffaufnahme. Hat jemand ähnlche Erfahrungen gemacht?

Mein Auslöser für meine ehem. Migräne war ein schlechter Zahn. Nach der Wurzelbehandlung war nicht nur der faule Zahn sondern auch die Migräne weg.

Liste und Auswertung

Für mich war folgende Vorgehensweise sehr hilfreich - ich habe mir eine persönliche Skala zurechtgelegt und Intensität des Schmerzes und Dosierung der Schmerzmittel in einen Kalender eingetragen.
Dazu noch alle irgendwie denkbaren Auslöser. Die Liste der Auslöser und damit die Treffergenauigkeit verändert und verbessert sich im Laufe der Zeit mit persönlicher Erfahrung und Wissensstand des Betroffenen.
Wichtige Punkte für mich waren z.B. Rauchen (nona), mehr Trinken (Stichwort Wasserkrug am Arbeitsplatz), Auslassen bestimmter "Lebensmittel" wie Automatenkaffee, Nüsse o.ä.. Auch regelmäßiges Dehnen, Kräftigen und Bewegen von Rücken und Nacken ist sehr hilfreich.
Wie gesagt, für jeden gibt es andere Auslöser und es dauert auch etwas, bis man

Alternativer Tipp

Für mich hilft "VeenVeen", ein natürliches Mittel zur Bekämpfung von Venenschmerzen. Ein befreundeter Apotheker hat mir verraten, das das einige Leute gegen Migräne nehmen und siehe da: es hilft (bei den ersten Symptomen eingenommen), ansonsten ist das Kleben von Gitterpflastern (AQ-Tapes) extrem hilfreich. Sonst hilft das klassische "Pockined" Packemed und Derivate.

ursache meiner heftigen migräneattacken sind - wie ich jetzt herausgefunden habe - verspannungen im hals/brustwirbelbereich aufgrund muskelverkühlung

halte mich dann besonders warm und die schmerzen lassen nach

es hat aber wohl jeder andere ursachen

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