Leopold Museum einigt sich mit weiteren Erben

20. Juni 2011, 11:15
  • Eines der beiden Bilder von Anton Romako: "Schloss Greillenstein". 
    foto: © leopold museum, wien

    Eines der beiden Bilder von Anton Romako: "Schloss Greillenstein". 

Betreffend zwei Werke des österreichischen Künstlers Anton Romako gibt es ein Übereingekommen

Wien - Die beiden Werke "Schloss Greillenstein" und "Gräfin Kuefstein an der Staffelei" des österreichischen Künstlers Anton Romako bleiben im Besitz der Privatstiftung des Wiener Leopold Museum. Wie am Montagvormittag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde, konnten sich die Stiftung mit den Erben nach dem ursprünglichen Besitzer Moric Eisler einigen. Somit habe man nach "langen Bemühungen" ein positives Ende erzielt, wie Vorstandsmitglied Andreas Nödl erfreut erklärte. Über die Höhe der Geldzahlung, zu der es kommen wird, sei laut Stiftungsvorsitzendem Helmut Moser Stillschweigen vereinbart worden.

Die Vereinbarung, die am gestrigen Sonntag durch den Rechtsanwalt der vier in Tschechien lebenden Erben, Filip Marco, und den Stiftungsvorstand unterzeichnet wurde, beinhalte neben einer Geldzahlung auch "die Anerkennung der ethisch-moralischen Ansprüche der Erben", so Nödl. Diese erfolge im Falle einer Ausstellung der beiden Werke durch einen Begleittext, der ausdrücklich auf die Geschichte der Bilder und die des Kunstsammlers Eisler hinweist.

Während NS-Besatzung beschlagnahmt

Die Sammlung des Bauunternehmers Eisler war während der nationalsozialistischen Besatzung Tschechiens von der Gestapo beschlagnahmt worden, die beiden Gemälde waren in der Folge in den Kunsthandel gelangt. Der Kunstsammler Rudolf Leopold erwarb "Schloss Greillenstein" (1885/86) in den 1980er Jahren von der Wiener Kunsthandlung Giese & Schweiger, bereits in den 1950er Jahren hat er das Bildnis der "Gräfin Kuefstein" vom Kunsthändler Wolfgang Gurlitt erstanden und schließlich 1994 beide Werke in die Leopold Museum-Privatstiftung eingebracht.

Im November vergangenen Jahres hat die unter dem Vorsitz des ehemaligen Justizministers Nikolaus Michalek geführte Kommission die Rückgabe der beiden Bilder nahegelegt. Das von Kulturministerin Claudia Schmied eingesetzte Gremium bewertet von der unabhängigen Provenienzforschung erarbeitete Dossiers. Da das Leopold Museum als Privatmuseum aber nicht in Bundesbesitz steht, fällt es nicht unter das Rückgabegesetz. Ob entsprechenden Empfehlungen somit Folge geleistet wird, liegt einzig im Ermessen des Vorstands der Stiftung.

"Gerechte Lösung"

Der nun zustande gekommene Vergleich gebe laut Nödl Anlass sowohl für die Stiftung als auch die Rechtsnachfolger "unisono von einer fairen und gerechten Lösung zu sprechen". Rechtsanwalt Marco freute sich über die "freundschaftliche Übereinkunft". Die Geldzahlungen an die vier Erben werden entsprechend der Rechtsansprüche aufgeteilt. Für den Sohn des im vergangenen Jahr verstorbenen Kunstsammlers, Diethard Leopold, ist "dieser Vergleich eigentlich einer, wie ich ihn mir vorstelle". (APA)

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18 Postings

Der Alte rotiert bestimmt in der Kiste.

Widerliche

Formulierung!

dass unrecht ist- dass sich der herr leopold als mäzen hat feiern lassen .

dabei haben die künstler - aus natürlichen gründen- nie geld von ihm gesehen. und jene , von den er die bilder erworben hat, hat er über den tisch gezogen.

gibt es überhaupt ein bild im leopoldmuseum, das rechtmäßig erworben wurde?
leider schaut es so aus, dass jetzt alles zum zweiten mal gekauft werden muß!!!

Die Besitzer haben sich offensichtlich darüber verständigt, daß das Leopold Museum ursprünglich zu Unrecht im Besitz dieser Kunstwerke gewesen war, welches durch Geldzahlungen an die rechtmäßigen Erben der rechtmäßigen Eigentümer geändert wurde.

Wer hatte die Kunstwerke damals gestohlen ? Wurde der Dieb verhaftet und wegen Diebstahls verurteilt ?

Diese Fragen wurden durch das österreichische Paradies für Nazis nicht beantwortet durch diese Verständigung. Liegt nun eine Verhinderung einer Strafverfolgung des Diebes vor ?

Es wäre ein Kunstwerk wert mit Erlaubnis des Leopold-Museums von Außen auf die Außenmauern des Leopold-Museums ganz groß in 10m hohen Buchstaben das Wort "Dieb" zu schreiben.

dazu muss man aber auch wissen...

...das die gemaelde dieses kuenstlers "nur" zwischen EUR 5000,- und EUR 20.000,- wert sind (das auf dem foto wohl eher im unteren bereich). das museum versucht sein image mit vergleichsweise "billigen" transaktionen aufzuwerten - daher auch die geheimhaltungsforderung.

...wissen statt glauben!!!

Romakos "Mädchen mit Kalb", 65x54 cm erzielte am 6. März 2001 in Wien 2,1 Mil öS (heute: 152.612 Euro), "Mathilde", 43,5x35cm ging am 20. April 2010 im Dorotheum auf 75.000 Euro (Schätzpreis 20.000-25.000).

Das kommt mir sehr billig vor, wenn das stimmt, was sie sagen. Haben Sie da Quellen?

der vollstaendigkeithalber sei angemerkt

dass sich die romakos etwa in wien deshalb derart gut "verkauft" haben, weil leopold nur selten widerstehen konnte - aehnlich wie bei schiele hat er zur preisentwicklung beigetragen (in dem er im auktionssaal etwaige konkurrenten aus dem feld schlug) ... und nicht einkalkuliert sind hier die abschlagszahlungen an den handel, wenn er diesen bei bestimmten bildern nicht als gegenbieter haben wollte .....

wundert mich nicht

das bild ist ja schrecklich.

Ja, Romako halt.

interessant, dass

es nun plötzlich funktioniert.

naja

wenn ich in zwei tagen um zumindest 25 mio euro (wenn nicht mehr) "reicher" bin, dann tue ich gut daran jetzt noch guten willen zu zeigen .....

Sehr gut

Ein kleiner aber wichtiger Schritt um bestehendes Unrecht zu beseitigen. Leider viel zu spät, wie fast immer...

kann nicht sehen wo das Unrecht sein soll, wenn alle Bilder erst nach dem Ende der Nazizeit erworben wurden

Na das unrecht ist das Leopold die Bilder zwei mal "gekauft" hat, einmal er selber und jetzt die Stiftung.

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