Seniorenreisen

Silberstreif am Reisemarkt

20. Juni 2011, 16:57
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    foto: rainer sturm/pixelio.de

    In weniger als zehn Jahren wird die europäische Bevölkerung zu 42 Prozent über 50 Jahre alt sein.

    Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Im Jahr 2020 werden in Europa 42 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein. Die Tourismusbranche umwirbt die Best Ager mit Angeboten

Reiseanbieter für ältere Menschen wachsen wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden. Zwar heißen die Marktführer noch unverblümt Seniorenreisen oder haben etwas dezenter die Zahlen 50 oder 60 im Firmennamen, die neuen auf dem Markt sprechen aber nicht über das Alter, spielen lieber mit Reizworten wie "Elan" und "vital". Will man die "Best Ager" oder den "Silber Markt" erreichen, lässt man Attribute, die auf das Alter hinweisen, lieber weg. Etikettierungen wie "Generation 50 plus" haben sich längst überholt. Tourismusexperten wissen, dass man 55-jährige Werktätige nicht mit 65-jährigen Pensionisten, die über Endlosfreizeit verfügen, in einen Zielgruppentopf werfen kann. Als homogene Gruppe werden Menschen über 50 nur noch von der Statistik gesehen. Diese rechnet, dass 2020 in Europa 42 Prozent über 50-Jährige leben werden, und weist aus, dass die über 50-jährigen Österreicher aktuell jährlich über eine Kaufkraft von 18 Milliarden Euro verfügen.

Diese "reifen Menschen" sieht die Reisebranche als Hoffnungsmarkt. "Das hat sich die letzten zehn Jahre sehr verändert", sagt Otto Späll, Geschäftsführer von SeniorenReisen, "jeder Veranstalter stürzt sich nun auf die ältere Generation." Ob die alternden Babyboomer tatsächlich demografisch bedingte Markteinbrüche wettmachen werden, ist noch fraglich. Bei den Gruppenreisen sei Stagnation zu bemerken, sagt Späll und führt das auf die fortschreitende Individualisierung unserer Gesellschaft zurück. Von einem Auslaufmodell spreche man seit Jahren, "aber die Unkenrufe sind bis jetzt nicht wahr geworden". Die klassische Seniorenreise mit medizinischer Betreuung fragen vor allem Menschen ab 70 nach, für Jüngere sei der Sicherheitsfaktor weniger wichtig, so Späll.

Das Angebot für die inhomogene Gruppe der älteren Reiselustigen muss differenziert werden, raten Experten. Das klinge logisch, sagt Praktiker Späll, "wenn sie mich aber fragen, wie, dann weiß ich noch keine Antwort. Da muss man noch intensiv nachdenken." Die Österreich Werbung ließ ihre Tourismusforschung die Bedürfnisse der "60 Plus-Urlauber" erheben: Durchschnittlich 65 Jahre alt, reisen sie am liebsten mit Partner/Partnerin oder im Familienverband. Man vertraut dem örtlichen Reisebüro oder Tipps aus dem Bekanntenkreis, Internet ist unwesentlich. Gereist wird individuell und am liebsten im eigenen Auto. Im Urlaub will man sich erholen, entspannen, aber auch aktiv sein. Gesundheit und Wohlbefinden haben hohen Stellenwert. Der Urlaub soll aber nicht zu viel kosten - ausgeben werden durchschnittlich 111 Euro täglich, die Anreise eingerechnet.

Diese jungen Alten sind bis 2030 der Wachstumsmarkt, rechnet der Kölner Tourismusexperte Torsten Widmann. Um der Zielgruppe (die heute 45-Jährigen) gerecht zu werden, müsse man zunehmende Reiseerfahrung, Bildung und Sprachkenntnisse berücksichtigen und entsprechend hochwertige Angebote entwickeln. (Jutta Berger/DER STANDARD/Rondo/17.06.2011)

Brunold Loidl1
 
00
21.6.2011, 12:40
wandern in china

auch in china erlebe ich hier immer mehr , vor allem deutsche touristen, die 2-3 wochen nur radfahren oder wandern wollen, also eine neue form des eco-tourismus - also nicht mehr in kurzer zeit vieles sehen, sondern eher entspannt das land bereisen - und da china wesentlich billiger als europa ist - ist die fuer leute mit zeit ein benefit

Poldi Fesch
00
21.6.2011, 11:20
"nur" € 111.-/Tg

ist irgendwie "cool", das sind bei 3 wo Urlaub ueber € 2.000.-
Ich hab so meine Zweifel, ob es sehr viele gibt, die im Monat mehr als € 2.000.- netto haben

Karl-Napp-mit-der-Batschkapp
00
21.6.2011, 14:31
Die "wirklichen" Senioren, sprich Pensionisten,

wohl sicher nicht. Selbst wenn man die ASVG-Höchstpension erhält, sind das nur knapp 2.000 Euro netto.

Und von diesen Pensionsbeziehern gibt's wohl nicht so viele.

Wohingegen bei ehemaligen Beamten schon aus relativ bescheidenen Laufbahngruppen netto 2.800 Euro Pension locker erreichbar sind.

Poldi Fesch
00
21.6.2011, 15:17
ja, aber trotzdem sind

NUR 111/Tg ein bisserl abgehoben.

Karl-Napp-mit-der-Batschkapp
02
21.6.2011, 11:11
Ich gehöre

mit meinen 66 Jahren nun seit 16 Jahren dieser angeblich existierenden Seniorenzielgruppe an. Aber ich, und viele meiner Bekannten, sind noch nie auf die Idee gekommen, nach speziellen Angeboten für Senioren (was für ein blöder Name, vor allem für 50jährige) zu fragen. Wir gehen, wie jede/r Andere ins Reisebüro und buchen eine Destination, die uns gefällt. Vor allen Dingen achten wir darauf auf keinen Fall, nur unter "Alten" zu sein.

Und wir haben bislang noch nie Schwierigkeiten gehabt, unseren Urlaub nach unseren Wünschen zu gestalten. Ganz ohne spezielle "Seniorenangebote".

Eco Economicus
00
28.6.2011, 20:01
Genau so ist es

.....kann ich nur zustimmen.....

Poldi Fesch
00
21.6.2011, 15:35
liegt aber wohl

auch daran, dasz die ersten der Foreever-young generation den 60er durchschlagen haben. Ich werd heuer 55, nicht dasz ich viel anderes treibe als mit 30

Johannes99
01
21.6.2011, 07:11
Spart euch den Schmarrn mit "hochwertigen Angeboten",

in fünf Jahren hat keiner eurer Best-Ager das Geld, um 111 Euro am Tag auszugeben. Boomen werden Fußwallfahrten nach Mariazell, aber nicht Autoreisen nach Kroatien :-)

Poldi Fesch
00
21.6.2011, 11:22
??

wie kommst auf 111.- autoraeise nach Kroatien. Ich kalkulier € 50/2 pers. autoreise Gargano, wenigstens in der Nebensaison
http://www.gtfalcone.it/campingfa... fault.aspx

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