WebStandard-Interview

"Android ist wesentlich sicherer als Windows"

Interview | Eva Zelechowski, 24. Juli 2011, 15:05
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    foto: f-secure

    "Apple lässt uns keine Antiviren-Programme für das iPhone entwickeln, aber ich denke, dass sie ihre Meinung ändern werden", sagt Mikko Hyppönen, Forschungsleiter bei F-Secure.

Der Chef der Forschungsabteilung bei F-Secure, Mikko Hyppönen, über mobile Virenszenarien auf iPhone und Android

Was macht Android zu einem sichereren Betriebssystem als Windows, wieso ist Apple so (selbst)sicher und welche Cybergefahren kommen in nächster Zukunft auf uns zu? Mikko Hyppönen, Forschungsleiter beim finnischen Unternehmen F-Secure, liefert im Gespräch mit derStandard.at Einblicke in diverse Virenszenarien.

derStandard.at: Gehen wir gleich in medias res: Welche mobilen Gefahren kommen in den nächsten Jahren auf uns zu?

Hyppönen: Ich denke, dass Phishing in Zukunft stark zunehmen wird. Die "alte" Attacke funktioniert besser als jemals zuvor. Wenn ich auf dem Mobilgerät auf einen Link klicke, blockiert mich nichts, wie es der PC tut. Ein weiterer Nachteil ist der kleinere Bildschirm, auf dem ich den Link nicht ganz sehen kann. Die derzeit beliebten und häufig genutzten Short-URLs sind dabei eine Gefahr, weil ich die Ursprungsseite nicht erkenne.
Mobile Security ist eines der großen Probleme derzeit, da mit den Apps sehr viel Software auf die Smartphones oder Tablets heruntergeladen wird. Für Symbian, Windows Mobile und Android gibt es F-Secure-Software. Apple lässt uns keine Antiviren-Programme herstellen.

derStandard.at: Wie sicher ist Android im Vergleich zu Windows?

Hyppönen: Android ist wesentlich sicherer als Windows, da es in mehrfacher Hinsicht ein besseres Sicherheitsmodell aufweist. Auf jeden Fall ist es sicherer als Windows XP, aber auch im Vergleich zu Windows 7 gibt es große Unterschiede. Die Android Apps sind durch die Sandbox geschützt und es sind verschiedene User-Levels eingebaut. Aber am wichtigsten ist die Methode, wie man zu Apps kommt. Stellen Sie sich folgendes Szenario bei Windows vor: Sie wollen ein Spiel oder eine App, oder Utility. Was tun Sie? Sie googeln, Sie finden einen App-Anbieter auf irgendeiner Website, aus irgendeinem Land. Dann bezahlen Sie die App mit einem Bezahlsystem, das Sie noch nie zuvor benutzt haben und sie geben Ihre Kreditkarten an irgendjemanden weiter. Dann lassen Sie die App - blind - auf Ihrem Computer laufen. Das ist schrecklich, was wir da auf unseren Rechnern machen.

derStandard.at: Wie sieht das bei unseren Mobilgeräten aus?

Hyppönen: Für unsere Smartphones holen wir Apps von zentralen Orten wie dem Android Market und wir haben eine ungefähre Ahnung woher sie kommen. Wenn das diverse Zugriffsrechte erfordert, erhalten wir zumindest den Hinweis, dass diese App einen gewissen Datenzugang hat oder Ortsinformationen speichert. So etwas gibt es auf Windows nicht. In vielerlei Hinsicht gewährt also Android definitiv mehr Schutz als Windows, aber wiederum nicht so viel wie das iPhone. Denn Apple checkt jede einzelne App und bietet sie ausschließlich im App Store an. Die meisten Android-Nutzer holen sich ihre Apps zwar vom Android Market, aber es gibt unzählige andere Plattformen. Aber auch wenn die Apps auf dem Android Market sind, wurden sie vorab nicht kontrolliert, sondern automatisch hochgeladen.

derStandard.at: Wird es bald Viren auf dem iPhone geben?

Hyppönen: Vielleicht gibt es die bereits. Bisher haben wir nur die zwei Attacken gesehen, die auf iPhones mit Jailbreak aufgetaucht sind. Uns sind auch mehrere Fälle von auf SMS basierender Verwundbarkeit auf iPhones bekannt. Wenn das möglich ist, wäre es sehr einfach, einen Wurm zu kreieren, der sich über SMS verbreitet. Man wird infiziert und verbreitet ihn automatisch an alle Kontakte im Telefonbuch, und das wiederholt sich auf allen Mobiltelefonen weltweit. Diese Situation hätte bereits vor zwei Jahren eintreten können, ist sie aber nicht. Warum, können wir aber nicht erklären. Wir würden gerne an Antiviren-Software für das iPhone oder iPad arbeiten, aber dagegen sträubt sich Apple.

derStandard.at: Apple möchte nicht mit Antiviren-Herstellern zusammenarbeiten?

Hyppönen: Apple lässt keine Sicherheitsanbieter Antiviren-Programme entwickeln, weil es ihrer Meinung nach keine Viren für iPhones gibt. Der Auftrag an einen Antiviren-Hersteller würde ihrem Image schaden, weil es ja keine iPhone-Schädlinge gibt. Sie werden wohl früher oder später ihre Meinung in Bezug auf Antivirenprogramme für iPhones ändern. Genauso wie Apple angefangen hat, entsprechende Schutzprogramme in den Macs einzubauen. Dabei handelt es sich um Blockiermechanismen für simple Viren auf OS X.

derStandard.at: Wie stehen Sie zur zunehmenden Beliebtheit von OS X Malware Kits?

Hyppönen: Jetzt, wo man in den Support der OS X Plattform zu investieren begonnen hat, wird man nicht aufhören, so lange es profitabel ist. Es ist natürlich viel lukrativer, OS X Geräte mit den gleichen Mechanismen zu schützen, die schon für Windows genutzt wurden. Das funktioniert deshalb so gut, weil Nutzer die Probleme nicht kennen. Deshalb funktioniert das am Anfang sehr gut. Bei den jetzt beginnenden Problemen auf OS X wird es jedoch meiner Meinung nicht bleiben. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass da noch viel auf uns zukommt.

derStandard.at: Eine letzte Frage bleibt natürlich noch: Warum sollte man F-Secure anderen Antiviren-Produkten vorziehen?

Mikko Hyppönen: Im Allgemeinen sind alle gut. Der wesentliche Unterschied ist, dass wir Antivirenprogramme nicht kartoniert an den Kunden bringen möchten, sondern von Anfang an Software as a Service bieten. Weltweit gibt es Millionen von F-Secure-Kunden, die nie von uns gehört haben. Sie haben die Programme vom Internetanbieter oder vom PC-Verkäufer mitbekommen, ohne die Software extra heruntergeladen zu haben. Im Bereich mobiler Sicherheit arbeiten wir beispielsweise seit 1999 mit Sony Ericsson, Nokia oder Motorola zusammen. Deren Mobilgeräte bieten mehr Schutz als Standrechner. (Eva Zelechowski, derStandard.at, 24. Juli 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 113
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Pythagorean triple
01
26.7.2011, 02:40

Schön, dass wieder Unwissen gestreut wurde. Das gibt richtig guten Stoff und noch mehr richtig gute Werbung für diverse Produkte, die einfach 'besser' sind...

winnetous pferd
00
25.7.2011, 22:19
ein wenig sonne würd ihm nicht schaden

ich schlottere grad wieder vor virenangst, seit mehr als 10 jahren hab ich keinen virenscanner unter windows gehabt und keinen einzigen virus gehabt. mag sein dass ich hin und wieder das hirn einschalte. kann ich durchaus empfehlen.

Kris99
00
26.7.2011, 10:47
stimmt, denn wenn man

a) keine emails aufmacht,
b) kein file aus dem Internet runterlädt
c) keinen USB-Stick in den Rechner steckt
d) alles was sich irgendwie bewegt im Browser deaktiviert

hat man sicher keinen Virus, der Rechner macht halt auch keinen Spaß mehr...

Wenn der Rechner doch normal genutzt werden sollte einfach mal spaßhalber einen Virusscanner runterladen, installieren .... UND wundern, was sich da alles unbemerkt eingenistet hat...

unoking
01
26.7.2011, 09:44

das wissen sie doch garnicht.
nicht jeder virus löscht gleich die platte oder bringt das system zum absturz...

Andreas Bachmaier1
31
25.7.2011, 19:40
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich

Sorry Herr Hyppönen,

Android mit Windows zu vergleichen, zeugt nicht von Fachkompetenz.
Android ist ein neues BS für Handys und Windows für PCs, dass noch aus der Zeit vor dem Internet entstanden ist.

Ein App-Store für Windows ist zwar schon höchste Zeit, wird aber wohl nicht so einfach sein, bei der Unmenge an Programmen.
Einen Store aufzumachen ist mit sehr großen Kosten verbunden, die dann auch wer bezahlen muss.

Zu den Android Stores:
mehrere App-Stores mit Anwendungen, die nicht geprüft werden - was soll daran sicherer sein ???

Frorey Fire
00
26.7.2011, 14:28

Selbst wenn man "Windows" hier unbedingt nur auf die PC-Variante beziehen möchte - ein AppStore müsste sich für Microsoft ganz sicher auszahlen; sie können gegen Bezahlung der Hersteller die Apps auf Unbedenklichkeit zertifizieren, und dann noch einen Prozentsatz vom Verkaufspreis mitschneiden.

Denken Sie wirklich, dass es nicht genügend PC-User gibt, die für Ganz-Sicher-Nicht-Böse Software zahlen würden?

AngelusNoctis
01
25.7.2011, 20:38
Soso

Android = Smartphone UND Tablet
Windows 7 = PC UND Tablet

Microsoft sagt selbst das Win 7 für Tablets geeignet ist
Microsoft bastelte auch an "Courier" dem Hauseigenem Tablet mit Win 7

Der Vergleich ist somit angebracht

Pythagorean triple
00
26.7.2011, 02:34

War der Courier nicht das Ding, das man wie ein Buch aufklappen konnte? Ergo: Das Designstück, das eingestampft wurde?

-blos so-
01
25.7.2011, 17:25
Apple lässt keine Sicherheitsanbieter Antiviren-Programme entwickeln, weil es ihrer Meinung nach keine Viren für iPhones gibt.

na das ist aber ein gewagtes Spiel mit den Daten der Kunden...

ein Wurm, der nur die Bewegungsprofile online stellt würde Einbrechern schon viel Geld wert sein...

VI SHU
10
25.7.2011, 16:37
omg...

vergleicht der doch iphone+android vs. win-desktop os... gehts noch?

mein mechanischer wecker bietet auch viel weniger angriffsflächen für maleware als ein nasa rechner... so what? wenn, dann vergleichs doch gegen wp7... aber scheinbar brauch ma da noch 2, 3 jahre bis ma's überhaupt gneissn...

und da steigt android wohl am *schlechtesten* aus.

apple + m$ (die kann man jetzt "mögen" oder nicht, befindlichkeiten interessieren mich nicht) testen die apps wenigstens bei ihnen im labor, google... fehlanzeige. erst wenn man nachträglich (!) draufkommt dass eine android app maleware ist, wird sie von google gesperrt.

und so ein dödl will mir "security" andrehn? na danke, da vertrauch ich doch mehr einem gebrauchtwagenhändler...

*.*
00
29.7.2011, 11:12

also mein smartphone ist ein weitaus besserer computer als der pc mit dem ich zum ersten mal im inet war.
auch wenn die dinger klein sind, es sind computer mit betriebsystemen und netzwerkanschluß - somit angreifbar.
und android ist auch nur ein linux derivat.

also wo genau sehen sie diese riesen unterschiede?

VI SHU
00
29.7.2011, 13:08

ist eig. ausführlich dargestellt; wer lesen kann, ist klar im vorteil...

VI SHU
01
25.7.2011, 16:40
"von google gesperrt"...

...ist hierbei leicht irreführend; richtigerweise müsste dies lauten "aus dem google android app market genommen" - in den div. anderen android markets hält sich so ein ding u.u. viel, viel länger.

bpk
11
25.7.2011, 15:39
Sowas, soviel ich weiß gabs den letzten Trojaner-GAU auf Android ...

... durch eine von Google offiziell im Marketplace veröffentlichte App.

Ich weiß also nicht ob es so viel sicherer ist, den User seine Apps über einen zentralen Marketplace beziehen zu lassen, dem der User, und in der Regel auch der versierte User, blind vertraut, und im Grunde auch vertrauen muss.

Ausserdem ist Android aktuell alleine schon deshalb unsicherer als Windows, sofern man diese beiden Syteme überhaupt sinnvoll vergleichen kann, weil die Update-Situation auf den meisten Android-Devices nach wie vor, sagen wir, bescheiden ist. Und das Wichtigste für ein System ist nunmal regelmässige und zeitnahe Verfügbarkeit von Security-Patches - weil kritische Bugs hat jedes System.

Insgesamt also eine sehr fragwürdige Aussage.

Cyborg78sbg
00
25.7.2011, 12:21
Also der Vergleich Desktop-OS vs Smartphone-OS ist mit Sicherheit nicht der optimalste, und hinkt etwas.

Wenn, dann müsste man Windows mit Linux (Desktop-Distrie) und MacOSx Vergleichen. Ironischerweise würde hier der Vergleich zwischen Linux und Windows aber auch wieder passen, da die gängigsten Linux Distributionen schon längst eine Paketverwaltung integriert haben, ähnlich wie dieser Marketplace von Apple oder Android. Und das macht das ganze System nun mal um vieles sicherer, wenn ich meine SW von überprüften Quellen herunterlade.
ABER, dann müsste sich, zumindest in diesem Punkt, auch Mac OS den gleichen negativen Punkt mit Windows teilen, da es meines Wissens auch dort keinen Paketmanager gibt.
Bei Smartphones dürfte es, mMn, überall gleich sicher sein, solange man nicht SW von Quellen dritter installiert.

peter proll
00
25.7.2011, 21:09
aufwachen bitte, wir haben 2011!

android ist mehr als nur ein "smartphone"-os...schonmal was von tablets gehört?
der von ihnen geforderte vergleich zwischen windows und linux ist doch alt...

Pythagorean triple
00
26.7.2011, 02:37

Frage: Was ist das von Microsoft optimierte BS? Win 7, oder das angekündigte Win 8? Btw. : Mein Windows7 Mobile kennt witzigerweise nur einen Appstore - keine Fremdprogramme.

Beve Stallmer
18
25.7.2011, 10:12
Das ist eher Äpfel mit Birnen vergleichen

Er sollte eher Android mit WP7 gegenüberstellen.

m.schmidler
14
25.7.2011, 09:58
Hä?

Der Typ vergleicht ein Mobile-OS mit einem Desktop-OS? Ja, klar ist Android sicherer. Man müsste Android mit WP7 vergleichen: 8% aller Apps im Market sind Schadprogramme und Windows Phone hat das Problem von mehreren App Stores im Gegensatz zu Android nicht. Sandboxing gibt es meines Wissens nach auch.

dajonny
00
25.7.2011, 12:39

War das nicht eine Frage vom Standard?

hp12c
01
25.7.2011, 09:18
was ich noch immer nicht verstehe...

gut mac os x im vergleich zu windows ist einfach unrentabel - in bezug auf marktanteil.

aber beim iphone - nur ein gerät, mit einem os hat einen riesen anteil am markt - und trotzdem gibts hierfür keinen virus, seit 3 jahren, der die runde macht???

ach kommt schon - ihr verdient mit der angst wie die zeitungen auch...

Pe Sa
01
25.7.2011, 13:10

apples iphone hat bei weitem nicht den marktdurchsatz die es medienpräsenz hat

http://www.pocketpc.ch/android-n... e-usa.html

android ist stärker vertreten, und da gitbs auch nichts.

Wobei nichts immer nur nichts bekanntes heißt. der Trend ist von wirklicher Schadsoftware am Kunden immer weiter zu Datenklau und ähnlichem gegangen, und das macht man leise, meistens unbemerkt.

Die Sicherheitslücken von macOS sind hinlänglich bekannt, macOS sind traditionell die die am schnellsten fallen bei hacker-conventions. ich wüsste nicht warum es beim iphone anders sein sollte (Jailbreak etc beweisen es ja)

Spartaner13
01
25.7.2011, 08:45
Windows Marktplatz

"Wenn das diverse Zugriffsrechte erfordert, erhalten wir zumindest den Hinweis, dass diese App einen gewissen Datenzugang hat oder Ortsinformationen speichert. So etwas gibt es auf Windows nicht."

Beim Windows Marktplatz gibts doch unten auch einen Hinweis, worauf diese App zugreift ...

Hannes31
12
25.7.2011, 11:18

Der Herr hat einfach keine Ahnung - der vergleicht Windows XP mit Android!?!
Wenn, dann müsste er Android mit WP7 vergleichen...

Naja, da will jemand sein Antiviren Programm verkaufen!

peter proll
00
25.7.2011, 20:56

aufgrund der starken verbreitung von androids und der starken verbreitung von winxp/win7, beide sind marktführer, halt ich den vergleich für sinnvoll.
v.a. tablets mit android-os werden immer mehr eine alternative zu windows.
wp7 gibts nur für handys, außerdem ist der marktanteil sehr gering

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