Immer mehr Väter gehen in Karenz

19. Juni 2011, 12:30
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Einkommensabhängiges Kindergeld: Männer-Anteil stieg auf 31 Prozent - Grüne und BZÖ fordern Papamonat

Wien - Der Anteil der Väter in Karenz ist mit dem einkommensabhängigen Kindergeld deutlich gestiegen. Bei Eltern, die diese - vor eineinhalb Jahren eingeführte - Kindergeld-Variante gewählt haben, geht fast jeder dritte Vater in Karenz, ergab laut "Kurier" eine erste Bilanz des Familienministeriums.

Mitterlehner: 31 statt 20 Prozent

Angepeilt waren mit dem einkommensabhängigen Kindergeld 20 Prozent, erreicht wurden schon 31 Prozent Väterbeteiligung. Offenbar seien mit der Absicherung des Einkommens die "richtigen Rahmenbedingungen gesetzt" worden, zeigte sich Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) im "Kurier" zufrieden.

Das einkommensabhängige Kindergeld kann maximal 14 Monate bezogen werden, wobei mindestens zwei Monate lang der zweite Elternteil die Kinderbetreuung übernehmen muss.

Bis zu 2000 Euro

Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen, ist aber mit 2.000 Euro limitiert. Wie lange die Väter zu Hause bleiben, wurde nicht erhoben. Die beliebteste Kindergeld-Variante ist weiter die - von 50 Prozent gewählte - Lang-Variante, wo ein Elternteil bis zu 30 Monate je 436 Euro bekommt und der Väteranteil am geringsten ist.

Die Grünen nahmen dies zum Anlass, um auf die Umsetzung des "Papamonats" zu drängen. Auch wollen sie eine Überarbeitung des Kindergeldes. Die Hälfte der Karenz sollte für die Männer vorgesehen sein. Und auch getrennt lebende Väter sollten Recht auf Pflegeurlaub haben, verlangte Familiensprecherin Daniela Musiol.

Das BZÖ ist ebenfalls für die Einführung eines Papamonats. Väter sollten diesen in den ersten zwei Monaten nach Geburt des Kindes - unabhängig von der Kindergeld-Variante - in Anspruch nehmen können, wenn sie das wollen, verlangte Familiensprecherin und Ex-Sozialministerin Ursula Haubner. Außerdem plädierte die BZÖ-Abgeordnete für die Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld.

"Kein Grund zu feiern"

Die FPÖ forderte mehr Unterstützung für Familien, die ihren Nachwuchs bis zum Kindergartenalter zu Hause selbst betreuen wollen - etwa volle drei Jahre Kindergeld, auch wenn der Vater nicht sechs Monate zu Hause bleibt. "Kein Grund zum Feiern" ist es für FPÖ-Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller, dass die Väterbeteiligung bei der einkommensabhängigen Variante höher ist - denn bei "gerade zweimonatiger Karenz überhaupt von Väterbeteiligung zu sprechen, ist schon etwas übertrieben". (APA)

  • Fast jeder dritte Vater geht bei Erhalt des einkommensabhängigen Kindergeldes in Karenz.
    foto: derstandard.at/graf

    Fast jeder dritte Vater geht bei Erhalt des einkommensabhängigen Kindergeldes in Karenz.

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