Interessenskonflikt

Enge Kontakte von EU-Mandatar der ÖVP mit Ölkonzernen

18. Juni 2011, 16:25

Ehrenhauser: "Interessenskonflikt" - Rübig sieht "Schmutzkübel-Kampagne"

Wien - Der EU-Abgeordneten Paul Rübig (ÖVP) soll laut Bericht von "profil" enge Kontakte zu mehreren Öl- und Energiekonzernen unterhalten. Die Firma Probig HandelsgmbH, an der Rübig eine Beteiligung von 24 Prozent halte, mache unter anderem mit Mineralölfirmen wie BP, Total, Saudi Oil und der OMV Geschäfte, hieß es in einer Aussendung des Nachrichtenmagazins am Samstag. Zugleich sitze er als Parlamentarier im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des EU-Parlaments. Rübig sieht in den Vorwürfen eine "Schmutzkübel-Kampagne".

Die wirtschaftliche Tätigkeit Rübigs stelle einen "Interessenskonflikt" zu seinem politischen Mandat dar, kritisierte der EU-Parlamentarier Martin Ehrenhauser (ehemals Liste Martin) laut einer Aussendung. "Die Vermengung von Lobbyinteressen mit politischer Arbeit ist im Fall Rübig offensichtlich", fügte sein Sprecher Florian Schweitzer hinzu. Den Wirtschaftspolitikern der ÖVP fehle offenbar die Sensibilität für Unvereinbarkeiten.

Position zugunsten der Energiewirtschaft

Im Bericht von "profil" heißt es, Rübig habe im Gesetzgebungsprozess wiederholt zugunsten der Energiewirtschaft Position bezogen. Rübig gehe es im Gegensatz zu seinem - in Folge des "Lobbyisten-Skandal" zurückgetretenen - Ex-Kollegen Ernst Strasser nicht um "das schnelle Geld für wenig Leistung", sondern um "langfristige Beziehungspflege", so Schweitzer. "Rübig ist einer von vielen Lobbyisten der alten Schule." Diese würden durch ihre parlamentarische Arbeit auf erfolgreiche Wiese die "Partikularinteressen mächtiger Interessensgruppen" vertreten.

Rübig: "Schmutzkübel-Kampagne"

Rübig selbst sieht in den Vorwürfen eine "klassische Schmutzkübel-Kampagne", die von Ehrenhauser ausgehe. "Es wird versucht, die Dinge in einem schiefen Licht darzustellen", so der EU-Abgeordnete. Seine Firma sei als Familienbetrieb gegründet worden und habe ihren Geschäftsbereich in den vergangenen zwei Jahrzehnten langsam in das Gebiet von Wasseraufbereitung und Kunststofferzeugung ausgeweitet. In diesen Geschäftsbereichen hat die Firma Probig auch mit Ölfirmen zu tun: Auf ihrer Webseite nennt sie mehrere Mineralölkonzerne als "Referenzen" für ihre Arbeit.

"Ich habe nichts zu verbergen", sagte Rübig. Seine geschäftliche Tätigkeit sei für jeden auf der Internetseite des Europäischen Parlaments öffentlich einsehbar. Für den Abgeordneten zeigen die Vorwürfe gegen ihn die Notwendigkeit einer Debatte über die Frage, wie weit es Politikern erlaubt sein soll, einen Beruf auszuüben. Er selbst glaube, es müsse neben Berufspolitikern auch Raum für "Politiker mit Beruf" geben. Er habe mit seiner Firma Arbeitsplätze geschaffen, betonte Rübig. (APA)

Kommentar posten
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armin delmenhorst
 
00
30.9.2011, 09:01
Warum die Aufregung?

Er hält sich ja nur an den Ehrenkodex der VP.

Hans-Georg Peitl
01
14.8.2011, 13:01
Strenge Trennung von Politik und Beruf

Grundsätzlich bin auch ich der Meinung, dass ein Poliker nicht Berufspolitiker sein muss, sondern durchaus Politiker mit Beruf.

Allerdings sollte er dann klar deklarieren, wann er für die EU und wann er für seinen Betrieb arbeitet.

Geld von der EU zu nehmen, zu einem Zeitpunkt, zu welchem er für seinen Privatbetrieb agiert, geht wohl nicht.

Selbiges möchte ich übrigens angesichts der vielen Aufsichtsratspositionen auch bei unseren Nationalratsabgeordneten sehen,

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://jachwe.wordpress.com

armin delmenhorst
 
21
Strasser hat die VP

nicht zum Umdenken veranlasst. Warum auch, verdienen sie und ihre Freunde prächtig damit. Schon die Nachfolge von Strasser durch den Lobbyisten aus dem Süden zeigte, was sie von der Bev. hält, die nicht zum kleinen Kreis der IV und der Pouilly's gehört.

Über die Sozen zu sprechen, beleidigt die Intelligenz. Überall, wo es auf Staatskosten etwas zu vertilgen gibt, senden sie ihr Personal. Kaspar Einmen war wohl einer der letzen zumindest Satisfaktionsfähigen, den man auch nach Brüssel hätte schicken können, ohne sich schämem zu müssen.

Grüne: Wären ne Europapartei, aber die Nachfolger von Voggi sind ein Graus - gleich ob in Brüssel oder Wien.

FPÖ: Mölzer macht sein völkisches Ding, das durchaus legitm ist aber ein bisschen wenig

Pro Freistaat Kärnten!
 
02
11.8.2011, 19:22
wie heißt die nochmal, die statt dem voggenhuber?

johann steiner
01
31.7.2011, 22:18
abstoßend

Seine Argumentation, " er habe Arbeitsplätze geschaffen" ist im Bananenrepubliksstyle gehalten.

armin delmenhorst
 
00
Zumindest sollte

man ihm gleich die Finanz und das Arbeitsinspektorat ins Haus senden, um zu sehen, welche Arbeitsplätze er geschaffen hat. D.h, ob sie angemeldet sind, wie sie bezahlt werden, ob er der GKK Geld schuldet, etc. Und natürlich alles veröffentlichen im Netz. Die VP tritt ja immer so gerne für die totale Überwachung ein, seit der Beichtstuhl bei den meisten aus der Mode gekommen ist. Dieses Geschwaffel von Arbeitsplätze schaffen aus dem Munde eines Menschen, der auf Kosten der Steuerzahler prächtig in Brüssel lebt, ist einfach widerlich.

Hier hätte ich auch kein Problem, wenn diese Menschen von dem Boulevard Heinis verstärkt in Brüssel besuchen würden und dann die gemachten Bordellfotos zuhause der Bev. zeigen

!Österreichische Verbrecher Partei!
00
18.7.2011, 00:13
Saustall
11
18.7.2011, 00:08
Schön langsam geht mir der Saustall der ÖSTERREICHISCHEN VERBRECHER PARTEI gehörig auf die Nerven. Haben die tatsächlich NULL Charakter dieser korrupte Intrigantenstadl?

endlich weg mit dieser Verbrecher Partei !

Senfgurkerl
01
16.7.2011, 22:51
Rübig ist ok.

nur das mit Strasser war ein starkes Stück - nochmal eins der StrasserVideos gemacht von Murdochs Abhörspionen
http://tinyurl.com/strasservideos

jos
00
13.7.2011, 14:09
Wieder ein EU-Abgeordneter der ÖVP mit einem "Brotberuf".

Gibt es bei diesen EP-Abgeordneten eigentlich irgend einen, der sich zu 100 Prozent nur seinen Wählern verpflichtet fühlt?
Al Capone lässt grüßen.

am Beispiel
01
30.6.2011, 05:49
: Rübig

zeigt sich, was es bedeutet, ein Vorbild für den politischen Nachwuchs zu sein

Zivilgeselle
03
29.6.2011, 21:08
Nomen est omen

Rübig ist wirklich eine feste Birne: Lässt sich vom Steuerzahler sein Mandat und seine Mitarbeiter bezahlen und "versüßt" sich sein Leben mit lukrativen Industrieaufträgen.

Lobbyisten sollten nicht im Parlament sondern vor dem Parlament im Säulengang warten.

Bis die ÖVP das kapiert hat, ist sie - wie in Wien - bei der 15 % Kernwählerschicht angelangt.

Nur wenn`s rausfliegen werden diese selbstherrlichen "Volksparteiler" gscheiter.

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
02
27.6.2011, 17:02
Wundert mich nicht SPÖ und ÖVP

legen sich mit jeder Firma ins Bett wenn die ordentlich zahlt!

Marie 3007
00
20.6.2011, 11:46
...nichts zu verbergen...

ja, schon klar, ist ja alles halbwegs legal, aber ists denn auch MORALISCH richtig???

Friedrich von Schaffenhausen
014
20.6.2011, 08:32
Hier gehts darum, dass Rübig Änderungsanträge eins zu eins für Großindustrie einbringt, die gleichzeitig auch Kunden für sein Firmennetzwerk sind.

Strasser wollte Bargeld, bei Rübig läufts eleganter.

lagrangian
62
20.6.2011, 06:11

Oh Gott! Schon wieder ein abgeordneter mit Beruf! Hängt ihn höher!

Maria Bergen
14
20.6.2011, 20:26
Ein Abgeordneter SOLL sogar einen Beruf haben

aber wenn er sich als Abgeordneter aufstellen lässt muss ihm bewusst sein, dass es sein Job ist die Interessen seiner WählerInnen und nicht die Interessen irgend eines Unternehmens zu vertreten.
Also verschonen Sie uns bitte mit Ihrem blöden Posting. Sie hätten schreiben müssen: Oh Gott! Schon wieder ein Abgeordneter der nicht die Interessen seiner Wähler sondern die Interessen einiger Freunde vertritt.

Reversi
 
00
20.6.2011, 08:29
Solange der Beruf eines Politikers Lehrer, Beamter oder Vorstand in einem öffentlichen Unternehmen ist, geht das in Ordnung.

Übrigens: Am Flughafen Wien landen auch Maschinen aus dem Iran. Und die fliegen mit Kerosin (--> Ölbusiness).

Man sollte herausfinden, wem der Flughafen gehört und darüber schreiben!!

Georg Kulm
03
19.6.2011, 22:22
Seit Lenin vor 100 Jahren schrieb, dass die Politiker

von der Wirtschaft für ihre Tätigkeit im politischen Amt belohnt werden, hat sich der Wahrheitsgehalt seiner Aussage tausendfach bestätigt. Es zeigt sich, dass die Wähler und Politiker in ihrer Masse gleichermaßen moralisch verkommen sind und mit ihnen ist auch die Demokratie nur mehr hohler Schein. Unsere Demokratie liegt in den letzten Zügen. Das potjemkinsche Dorf Demokratie lebt noch eine Weile weiter bis es wie der Ostblock zusammenkracht. Die Menschen verlieren rapide den Glauben daran. Deshalb brauchen die Eliten immer schärfere Terrorgestze, nicht gegen die pubertären Bartstoppelträger, sondern für uns, das Volk.

Sir Karl Popper
06
19.6.2011, 17:48
interessant wie die Medien in diesem Fall Information selektieren

Ein großer deutscher Automobilkonzern, der bereits einen "Worst Lobbying Award" für seine Ambitionen, CO2 Emissionsgrenzen aufzuweichen erhalten hat, ist Kunde von Rübigs Firma und Hauptprofiteur seiner Änderungsanträge, die wiederum 100% identisch mit den Forderungen der Lobbyisten sind.

Ob es ein Zufall ist, dass dieses Thema und der Name dieser Firma nicht genannt ist? Wenn es bei Medien um ihre Stamminserenten geht, dann sieht es leider auch mit der Vierten Gewalt im Staat traurig aus.

Greenpeache Report zu Lobbying von Daimler und ACEA, Änderungsanträge und Kundenliste von Rübig:
http://www.ehrenhauser.at/tag/transparenz/

Valentina Stein
02
19.6.2011, 17:11
Dass sich in A AnwältInnen,

denen man sich ab € 5000.- Streitwert auch noch ex lege gezwungen wird zu bedienen, womit der Staat RechtsträgerInnen schlicht entmündigt, mit einem in Europa einzigartigen Honorarsystem blöd verdienen, wobei sie dafür nicht einmal "Erfolg" schulden, hat seinen Grund auch darin, dass, bis auf jenen der Grünen, ALLER Parteien Justizsprecher Anwälte sind.
DH, die richten sichs in der Legislative für ihren "Privat"beruf. Und lachen über das depperte Wahlvolk.

wos wor mei Leischtung?
01
19.6.2011, 16:56
die övp

interessiert demokratie nicht.
das europaparlament ist aufgrund seiner 736 Abgeordneten wenig überschaubar.
Da braucht man sich dann noch weniger über Aktivitäten rechtfertigen.
Warum spricht die ÖVP von Schmutzkübel.
Aus ihrer Sicht klarerweise berechtigt. Ihr eigenes Klientel darf alles und unbeobachtet machen. Nur die anderen gehören ständig überwacht. Mit Transparenz und Offenheit in einer Demokratie hat das nichts zu tun. Stoppt die ÖVP jetzt!

nosferatus3
05
19.6.2011, 16:55
ich dachte immer wenn man gewählt wurde

ist man seinen wählern verpflichtet? wieviele stimmen hat er denn von den ölfirmen bekommen?

pago1
00
19.6.2011, 17:14
werden schon ein paar euro gewesen sein

zzzz5
141
19.6.2011, 16:00
einen

Beruf hat Martin Ehrenhauser bisher nicht ausgeübt. Wenn er aus dem EU-Parlament fliegt, ist er schwervermittelbar!

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