Sechs Tote bei Schießerei wegen Syrien

17. Juni 2011, 23:41

Kämpfe zwischen militanten Gruppen in Tripoli

Beirut - Im Norden des Libanon sind bei einem blutigen Streit über die Massenproteste im Nachbarland Syrien mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Bewaffnete Gegner und Anhänger des Regimes von Staatschef Bashar al-Assad waren in der libanesischen Hafenstadt Tripoli aneinandergeraten. Mindestens 22 Menschen wurden verletzt, sagte ein Krankenhaussprecher der Nachrichtenagentur dpa. Die militanten Gruppen bekämpften einander mit automatischen Waffen und Panzerfäusten. Dabei wurde auch ein libanesischer Regierungssoldat getötet. In ersten Berichten war noch von drei Toten die Rede gewesen. Die libanesische Armee musste einschreiten, um das Blutvergießen zu beenden.

Gewalttätige Zusammenstöße zwischen Sunniten und Alawiten sind allerdings in Tripoli seit 2008 keine Seltenheit.

Seit dem Aufkommen der Proteste in Syrien erhielten sie jedoch noch eine besondere Note. Die sunnitischen Militanten sympathisieren mit der hauptsächlich von Sunniten getragenen Anti-Regime-Bewegung in Syrien. Die Alawiten identifizieren sich wiederum mit der Führung in Damaskus, deren Machtapparat sich auf den alawitischen Clan des Präsidenten Assad stützt. Der Gewalt am Freitag ging eine Kundgebung von rund 600 Sunniten in Tripoli voraus, die ein Ende des Assad-Regimes forderten.

Im Libanon leben Sunniten, Schiiten und Christen sowie kleinere religiöse Gruppen wie Drusen und Alawiten. Die Macht ist zwischen diesen Konfessionen auf komplizierte Weise ausbalanciert. Zwischen 1975 und 1990 erschütterte ein blutiger Bürgerkrieg das kleine Land am Mittelmeer. (APA)

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