Kämpfe zwischen militanten Gruppen in Tripoli
Beirut - Im Norden des Libanon sind bei einem blutigen Streit über die
Massenproteste im Nachbarland Syrien mindestens sechs Menschen ums
Leben gekommen. Bewaffnete Gegner und Anhänger des Regimes von
Staatschef Bashar al-Assad waren in der libanesischen Hafenstadt
Tripoli aneinandergeraten. Mindestens 22 Menschen wurden verletzt,
sagte ein Krankenhaussprecher der Nachrichtenagentur dpa. Die
militanten Gruppen bekämpften einander mit automatischen Waffen und
Panzerfäusten. Dabei wurde auch ein libanesischer Regierungssoldat
getötet. In ersten Berichten war noch von drei Toten die Rede
gewesen. Die libanesische Armee musste einschreiten, um das
Blutvergießen zu beenden.
Gewalttätige Zusammenstöße zwischen Sunniten und Alawiten
sind allerdings in Tripoli seit 2008 keine Seltenheit.
Seit dem Aufkommen der Proteste in Syrien erhielten sie jedoch
noch eine besondere Note. Die sunnitischen Militanten sympathisieren
mit der hauptsächlich von Sunniten getragenen Anti-Regime-Bewegung in
Syrien. Die Alawiten identifizieren sich wiederum mit der Führung in
Damaskus, deren Machtapparat sich auf den alawitischen Clan des
Präsidenten Assad stützt. Der Gewalt am Freitag ging eine Kundgebung
von rund 600 Sunniten in Tripoli voraus, die ein Ende des
Assad-Regimes forderten.
Im Libanon leben Sunniten, Schiiten und Christen sowie kleinere
religiöse Gruppen wie Drusen und Alawiten. Die Macht ist zwischen
diesen Konfessionen auf komplizierte Weise ausbalanciert. Zwischen
1975 und 1990 erschütterte ein blutiger Bürgerkrieg das kleine Land
am Mittelmeer. (APA)