Stern wurde von Schwarzem Loch auseinander gerissen

18. Juni 2011, 18:00
121 Postings

Als Ergebnis der kosmischen Katastrophe beobachteten Forscher eine Explosion mit der Leuchtstärke von hundert Milliarden Sonnen

Washington - Über eine der größten und hellsten bislang beobachteten kosmischen Explosionen berichten Forscher um Andrew Levan von der britischen Universität Warwick in "Science": Im sichtbaren Licht und im Infrarotbereich leuchtete das Objekt so hell wie hundert Milliarden Sonnen. Die intensive Gamma- und Röntgenstrahlung hielt für Wochen an. Ursache des Spektakels war ein Stern, der von einem Schwarzen Loch zerrissen und verschlungen wurde.

Die internationale Forschergruppe hatte den Strahlungsausbruch in einer 3,8 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie im Sternbild Drache (Draco) beobachtet. Dies gelang mit einigen der besten Teleskope auf der Erde und im Weltraum - darunter die Gemini- und Keck-Teleskope auf Hawaii sowie die Weltraumteleskope "Hubble", "Chandra" und "Swift".

"Die bisher beste Erklärung, die auf Größe, Intensität, Zeitskala und das Fluktuationsniveau des beobachteten Ereignisses passt, ist ein massereiches Schwarzes Loch genau im Zentrum dieser Galaxie, das einen Stern eingesogen und zerrissen hat", erläuterte Levan. Das sich drehende Schwarze Loch muss dann zwei scharf gebündelte Energiestrahlen nach oben und unten ausgesandt haben, von denen einer genau auf die Milchstraße gerichtet war. "Trotz der Kraft dieses katastrophalen Ereignisses konnten wir es nur sehen, weil unser Sonnensystem zufällig genau in die Mündung dieses Energie-Jets blickt", betonte Levan. (APA/red)

  • Und so beginnt es: Der Stern fliegt zu nahe am Schwarzen Loch vorbei, wird durch dessen Graviation eingefangen und zugleich von den dabei auftretenden Gezeitenkräften zerrissen.
    illu: university of warwick/mark garlick

    Und so beginnt es: Der Stern fliegt zu nahe am Schwarzen Loch vorbei, wird durch dessen Graviation eingefangen und zugleich von den dabei auftretenden Gezeitenkräften zerrissen.

  • Das Ende vom Lied: Vom Stern bleibt nur noch eine Scheibe übrig, die nach und nach in das Schwarze Loch stürzt, wobei gewaltige Jets produziert werden.
    illu: university of warwick/mark garlick

    Das Ende vom Lied: Vom Stern bleibt nur noch eine Scheibe übrig, die nach und nach in das Schwarze Loch stürzt, wobei gewaltige Jets produziert werden.

Share if you care.