Ausgebrannt

Burnout ist keine Depression - oder doch?

Eva Tinsobin, 20. Juni 2011, 17:00
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    Burnout wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD)  als "Ausgebranntsein" und "Zustand der totalen Erschöpfung" erfasst. "Nach der ICD-Einstufung ist Burnout eine Rahmen- oder Zusatzdiagnose und keine (!) Behandlungsdiagnose, die zum Beispiel die Einweisung in ein Krankenhaus ermöglichen könnte." (Christian Simhandl)

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    Christian Simhandl ist Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und psychotherapeutische Medizin sowie Psychotherapeut. Er leitet das Bipolar-Zentrum in Wiener Neustadt.

Die Grenzen zwischen Burnout und Depression sind fließend, meint der Psychiater und Psychotherapeut Christian Simhandl

Nicht jeder Mensch, der mit seiner Arbeitssitutation unzufrieden ist, leidet an einem Burnout. Ein Gefühl des Ausgelaugtseins genügt nicht für eine Diagnose. Der Psychiater und Psychotherapeut Christian Simhandl im Gespräch mit Eva Tinsobin.

derStandard.at: Inwieweit sind Sie als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie sowie Psychotherapeut mit dem Burnout-Syndrom konfrontiert?

Christian Simhandl: Die Zahl der Patienten, die sich wegen „Burnout" melden, steigt ständig. Es kommt auch vor, dass sich Patienten an mich wenden, die schon einmal die Diagnose Burnout hatten und eine Psychotherapie gemacht haben, dann den Job oder den Partner gewechselt haben und sich nun fragen, wieso sie "schon wieder so etwas haben". Dann gilt es abzuklären, ob es sich nicht um eine wiederkehrende Depression handelt, welche von der betroffenen Person als "Burnout" empfunden wird.

derStandard.at: Wann spricht man von einem Burnout?

Christian Simhandl: Burnout wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD)  als "Ausgebranntsein" und "Zustand der totalen Erschöpfung" mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst: "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung".

derStandard.at: Ähnelt diese Beschreibung des Burnout denen einer Depression? Sind Ihnen dazu statistische Daten bekannt?

Simhandl: Ich bin der Meinung, dass weite Teile der Depression als Burnout benannt werden. Nach der ICD-Einstufung ist Burnout eine Rahmen- oder Zusatzdiagnose und keine Behandlungsdiagnose, die zum Beispiel die Einweisung in ein Krankenhaus ermöglichen könnte. Daher gibt es auch keine Statistiken.

derStandard.at: Leiden immer mehr Menschen an Burnout? Oder wird es heute immer öfter diagnostiziert, weil es vor einigen Jahrzehnten noch nicht "erfunden" war?

Simhandl: Vor einigen Jahrzehnten wurde auch die Depression nicht diagnostiziert. Der Begriff Burnout ist den Betroffenen oftmals um vieles verständlicher und drückt ihr Erleben aus. So suchen sie eher Hilfe beziehungsweise fühlen sich auch eher verstanden, wenn man von Burnout spricht und nicht von Depression.

derStandard.at: Ist die Depression eine "Volkskrankheit"?

Simhandl: Depression ist eine Volkskrankheit mit einer Häufigkeit von über zehn Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit erhöht das Auftreten von depressiven Erkrankungen, nicht zuletzt deshalb, weil in allen Berufssparten die Anforderungen steigen.

derStandard.at: Wird ein Burnout zu schnell diagnostiziert, beziehungsweise besteht die Gefahr von Fehldiagnosen?

Simhandl: Manchmal werden die Ursachenzuteilung und die Beschreibung des Zustandes verwechselt. Burnout im engeren Sinne hat nur mit der Arbeitssituation zu tun. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das nicht mehr unterschieden, und das Gefühl des Ausgelaugtseins genügt für die Diagnose. Aber nicht jeder Mensch, der mit seiner Situation am Arbeitsplatz unzufrieden ist, leidet an einem Burnout. Burnout kann bei lang andauernder Belastung, fehlender Erholung, und auch fehlendem Schlaf hervorgerufen werden.

derStandard.at: Das heißt, nicht nur Depressionen können als Burnout verkannt werden sondern ebenso die Unzufriedenheit im Job?

Simhandl: Unzufriedenheit ist Unzufriedenheit. Bei den Burnout-Untersuchungen eruierte man Veränderungen am Arbeitsplatz im Sinne einer Veränderung der Schwerpunkte in der Unternehmensführung und mehr Arbeit von weniger Personen. Am Beispiel von Banken: Menschen müssen Bankprodukte verkaufen, von denen sie mittlerweile wissen, dass sie nicht besonders krisensicher sind. Sie können nicht mehr dahinter stehen, der Betrieb verlangt es aber. Oder im Sozialbereich: es wird mehr dokumentiert und weniger mit den Menschen gesprochen. Oder sie überfordern sich selbst über einen längeren Zeitraum für eigene Karrierevorstellungen, die der Arbeitgeber aber nicht als solche sieht.

derStandard.at: Woran erkennen Sie den Unterschied zwischen Burnout und Depression?

Simhandl: Ich erkenne den Unterschied am Verlauf. Beim Burnout wird alles abgewertet, oft in Form von Zynismus, der bei einer Depression nicht vorkommt. Die Entwicklung gehrt üblicherweise über einen längeren Zeitraum mit ständiger beruflicher Belastung, die als Überbelastung mit vermehrtem Einsatz empfunden wird. Die Depression ist klar definiert, ich muss die richtigen Fragen stellen, etwa nach Vorerfahrungen in dieser Art: ob jemand in der Familie auch so eine Anfälligkeit gezeigt hat, wie die zeitliche Entwicklung der Beschwerden und der Schweregrades der Beschwerden war, ob jemand perfektionistisch oder ordnungsliebend ist. Eine wichtige Frage ist auch: Hat sich die Arbeit verändert, oder haben sie sich verändert?

derStandard.at: Ist überhaupt eine klare Abgrenzung zwischen Burnout und Depression möglich?

Simhandl: Am Beginn ja, in voller Ausprägung besteht aber kein Unterschied mehr zwischen einem Burnout und einer typisch depressiven Episode. Bei beiden ist auch die suizidale Einengung eine therapeutische Herausforderung.

derStandard.at: Wie wirkt sich eine Fehldiagnose auf Patienten aus?

Simhandl: Es kommt im Rahmen einer Fehldiagnose in dem Sinne, dass ein Burnout festgestellt wird vor, dass der Arbeitsplatz gewechselt wird und zwei Jahre später tritt dieselbe Situation des Ausgebranntseins auch auf dem neuen Arbeitsplatz wieder auf. Das hat dann eher mit der Person als mit dem Arbeitsplatz zu tun. So verlieren Menschen manchmal langjährige Arbeitsplätze und damit ihre soziale Absicherung.

derStandard.at: Was raten Sie Menschen, die glauben, von einem Burnout betroffen zu sein?

Simhandl: Ich rate dazu, den Hausarzt zu fragen mit welchem Psychiater und/oder Psychotherapeuten er zusammenarbeitet und gute Erfahrung in Diagnostik und Therapie gemacht hat. Es gibt in Wien das Institut für Burnout und Stressmanagement, aber eine Therapie bieten alle Psychotherapeuten an, die in Österreich diagnostizieren und therapieren dürfen. Es ist wichtig die Lebensführung und beruflichen Erwartungen genauer anzusehen.

derStandard.at: Wie ist ein Burnout behandelbar?

Simhandl: Am Beginn steht die Diagnostik, unter anderem auch mit der Abklärung, wie die betroffene Person selbst ihre Situation sieht. Ebenfalls abgeklärt werden muss, welche Erwartungshaltungen es gibt. Ich empfehle eine Psychotherapie, wenn die Probleme nur den Arbeitsplatz betreffen und der Schweregrad nicht zu weit fortgeschritten ist. Die Verschreibung von Medikamenten ist notwendig, wenn zusätzlich das Vollbild einer typisch depressiven Episode vorliegt.

derStandard.at: Wenn man tatsächlich an einem Burnout leidet, können Sie sagen, wie lange es etwa dauert, bis man wieder einsatzfähig ist?

Simhandl: Es gibt Empfehlungen von einem halben Jahr in der älteren Literatur. In der kombinierten Behandlung von wöchentlicher Psychotherapie und, falls sinnvoll, antidepressiver Medikation gehe ich von einem Zeitrahmen von sechs bis zwölf Wochen aus.

derStandard.at: Was empfehlen Sie Ihren Kollegen im Hinblick auf eine korrekte Diagnose?

Simhandl: Ich kann jedem empfehlen, die Erwartungshaltungen der Patienten die berufliche Situation betreffend genauer zu hinterfragen. (derStandard.at, 20.06.2011)

Die klinischen Burnout-Stufen

zwölf Phasen im Verlauf des Burnout-Syndroms, identifiziert von Herbert Freudenberger und Gail North. Die Reihenfolge kann auch anders als die nachfolgende sein:

  • Drang, sich selbst und anderen etwas beweisen zu wollen
  • Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen zu erfüllen
  • Überarbeitung mit Vernachlässigung anderer persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  • Überspielen oder Übergehen der inneren Probleme und Konflikte
  • Zweifel am eigenen Wertesystem und ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  • Verleugnung entstehender Probleme, zunehmende Intoleranz und Geringschätzung Anderer
  • Rückzug und Vermeidung sozialer Kontakte auf ein Minimum
  • Offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  • Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu Anderen, das Leben verläuft zunehmend „mechanistisch"
  • Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen (Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und Drogen)
  • Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  • Erste Selbstmordgedanken als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.

Merkmale der depressiven Episode (ICD-10):

"Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von sogenannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen."

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
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Ibsen
10
23.6.2011, 10:57
Burnout und Depression

Ich kann es zwar - Gott sei Dank - nicht nachvollziehen...

...aber ich denke, bei Menschen, die an einem beruflichen Burnout leiden, stimmt etwas auch im Privatleben nicht, es ist langweilig (geworden) und sie sind nicht glücklich, es gibt also nicht was bei einem beruflichen Burnout gegensteuern könnte.

Sabine Werner
00
26.6.2011, 09:22

@Ibsen,
Sie haben er erkannt, Sie haben wirklich keine Ahnung. Wer ein höllisches unerträgliches Berufsleben hat, kann auch privat nicht ewig kompensieren - irgendwann einmal beginnt sich die Abwärtsspiralle zu drehen.

Liebe Frau Doktor
11
22.6.2011, 09:00
Der Kabarettist bringt es auf den Punkt

Die Arbeit macht heute krank
http://www.youtube.com/watch?v=D... 4mdDo&NR=1

merci cherie
117
21.6.2011, 14:41
Umfrage:

grün: ich lese diesen artikel während der ausübung meines jobs

rot: ich lese diesen artikel in meiner freizeit

KuntaKinte
41
21.6.2011, 13:31

ich empfehle vitamine.
jeden tag frisch gepresste säfte oder als ganzes verzehrt, wirkt besser als jede "droge"

bei uns in bagdad
54
21.6.2011, 11:56
bewegung ist leben

qualifizierte und regelmäßige bewegung - im sportverein - hilft!

RS69
 
00

Ohne Sportverein hilft's genauso. ;-)

Smoothies? Obst gehört gebrannt
37
21.6.2011, 12:38

und wenns um die positive Auswirkung auf die Psyche geht, sollte man eventuell ergänzen:

Bewegung *unter freiem Himmel*. Braucht nicht einmal in Sport auszuarten.

Ausgiebige Spaziergänge im Grünen tun der Seele besser als stundenlanges Gewichtedrücken im Folterkammerl.

(meine Erfahrung zumindest)

Rosemarie Brandstötter
 
01
23.6.2011, 17:00

Ihr Posting trifft auf Burn out zu. Die manisch- depressiven können in der depr. Phase weder Spazierengehen noch in das Tageslicht schauen. Körperpflege ist nicht möglich, kaum essen, nichts reden. Nur dumpf dahinsiechen. Für die Angehörigen ist das nach einiger Zeit eine Qual sondergleichen.
Die Ursachen dieser Krankheit sind noch unbekannt. Es dürfte sich aber um einen gestörten Botenstoffaustausch im Gehirn handeln. Zurzeit wird nich mit verschiedenen Medikamenten herumprobiert.

Felix Schoitl
15
21.6.2011, 10:39
... sechs bis 12 Wochen Therapie und Zuckerln mögen für ein akutes Krisenmanagement reichen,

aber nicht, um die tyrannischen Aspekte des Über-Ich zu entthronen und lebenslang zu bannen, das heißt, die Neigung, depressiv zu reagieren, zu verstehen und dadurch nachhaltig zu mildern. Da muss schon Hacken, Schleifen und Feilen sein, um das Über-Ich zu zerlegen.

Das Interview ist sehr hilfreich, um endlich Kategorien zurechtzurücken. Journalistische Berichte zu psychischen Erkrankungen wirken zum Teil selbst therapeutisch bzw stehen in einem therapeutischen Setting, weisen zB darauf hin, dass man Hilfe suchen kann, wodurch es schon dann besser ausschaut, usw. Dadurch hohe Verantwortung, würde Brenner sagen, ärztlicher Optimismus nicht verkehrt, aber konkret vielleicht schlecht.

Felix Schoitl
04
21.6.2011, 10:44
(continued)

Depression ist, und das darf man nicht vergessen, ein Schutzmechanismus des überwältigten Ich. Auch und gerade gegen Umstände, die nur eine radikale Änderung gesellschaftlicher Verhältnisse beseitigen oder abschaffen kann.

randolf
110
21.6.2011, 09:48
Ja ja

Es sind nicht die Leute die Krank sind, sondern in einem kranken system leben, dieses nicht ändern können, und von diesem krank gemacht werden...

damit das einmal klar ist...

randolf
18
21.6.2011, 09:39
Ja ja

Herr Doktor... seit nunmehr zwei jahren kündigt ein mitarbeiter nach dem anderen, ohne nachbesetzt zu werden. mein chef erwartet, dass wir die gesamte arbeit der anderen miterledigen. darüber hinaus ist die anzahl der meetings ins exorbitante gestiegen.an den meisten tagen kann ich nicht aufstehen, der wecker klingelt und mir wird schlecht, ja sogar so schlecht dass ich mir manchmal denke ich sollte mich vor die nächste u6 werfen, wenn die warte- bedenkzeit nicht so lange wäre hätte ich es auch schon des öfteren gemacht. wenn ich mich dann endlich in die arbeit geschleppt habe möchte ich am liebsten sterben, und bin froh wenn ich wieder zuhause bin. dann muss ich mich betrinken damit ich nicht an den nächsten tag denken muss- reicht dass?

Sabine Werner
00
26.6.2011, 09:26

@Randolf,
das klingt wirklich schon schlimm. Wollen Sie nicht endlich aus diesem Rad aussteigen - ich weiß klingt leichter als es ist - und etwas für sich tun. So wie sie es beschreiben geht es nicht mehr weiter. Ich kann es aber gut nachvollziehen, mir zog es schon die Kopfhaut zusammen wenn nur das Telefon läutete und mein Dre....chef dran war - habe mich dann danach tatsächlich öfter übergeben - bis es nicht mehr ging.

Chocoholic
00
22.6.2011, 21:13
Randolf: wenn es so schlimm ist, sollten Sie Beratung aufsuchen.

Nicht, weil es in der situation nicht verständlich wär, sich so unter druck zu fühlen. Sondern damit Ihre perspektive wieder weiter wird.

devil duck
03
21.6.2011, 10:21

bei uns gehts ähnlich zu:((

Arne Karlsson
08
21.6.2011, 11:23
Bei uns auch :-(

und wenn dochmal wer nachbesetzt wird, dann ist der von sich aus ganz schnell wieder fort.
Die, die noch da sind stecken im alten Abfertigungsmodell und würden mitunter zehntausende liegen lassen wenn sie gehen.

Das Schlimme ist, dass ich soeben alle 12 Punkte oben als "erledigt" abhaken konnte - auch wenn der 12. noch nicht allzu ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, habe ich doch schon mehrmals daran gedacht :-(

Schei**e !

der schwitzbär der schwitzt sehr
02
21.6.2011, 11:00

Wechselt den Job. Oft hilft, daß man mal andere Gesichter sieht, seien Tag in anderen Räumen verbringt, und vielleicht sogar etwas anderes macht als bisher. Neue Besen kehren gut...

Ansonsten tät ich sagen: es ist nicht eure Firma. Abstand gewinnen, Job runterspulen

Aber nebenbei was neues suchen, denn der Chef sucht sich sonst auch einen neuen Besen

Falls mit dem Chef reden nichts nützt halt. Falls er ein Mindestmaß an Grundintelligenz hat müßte er ja einsehen, daß er seine eigene Frma aushöhlt.

Sabine Werner
00
26.6.2011, 09:28

@Schwitzbär,
in manchen Bereichen kann man nicht einfach seinen Job runterspulen, wer permanent Kundenkontakt und einen soziopathischen Möchtergernenapoleon im Nacken hat, kann nix runterspulen.....sowas kann man vielleicht noch mit letzten Kräften wenn man alleine in einem Büro sitzt - und in Ruhe gelassen wird....

devil duck
03
21.6.2011, 23:48

das mindestmass an grundintelligenz scheint mittlerweile faast in der gesamten führungsetage zu fehlen. wir haben einige leute im krankenstand wegen burnout, teils seit monaten. egal, die arbeit wird einfach auf die verbliebenen verteilt. viele suchen schon andere jobs, intern (es gibt auch noch andere abteilungen wo es nicht so zugeht) & extern.
job runterspulen, abstand gewinnen, ersetzbarkeit....das ist einem alles selber klar. nur das umsetzen ist aber oft nicht so einfach

Grizzlybear
02
22.6.2011, 12:55
Irgendwie

fühle ich mich jetzt schon ein wenig besser, wenn ich sehe, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht und so viele „Bei uns auch!“ schreiben. Daher muss ich es loswerden: Bei uns ist es auch so! Es ändert zwar grundsätzlich nichts an meiner persönlichen Situation, gibt mir aber irgendwie das Gefühl, doch nicht an allem selbst schuld zu sein.

agent provocateur1
04
21.6.2011, 08:44
"Ein Mangel an Sein wird durch einen Überschuss

an Haben kompensiert"
Der Mensch sieht in diesem kranken System einfach keine Zukunft mehr (kein SEIN mehr)!
Das EGO ist an seine Grenzen gekommen und daher ist ein "Burnout" der logische Schluss. Mehr in der Gegenwart leben und über den Wahnsinn der Welt (auch der eigenen) lachen ist der einzige Ausweg.

gastrosoph
114
21.6.2011, 06:35
Die Psychoanalyse ist die Krankheit,

für dessen Therapie sie sich hält. So einst Karl Kraus. Und 'Die Depression ist klar definiert'; ja schon, nicht aber auf wissenschaftlicher Basis, wenn überhaupt im Keller der Berggasse 19. Oder bei den über 90 Schulen, von denen jede eine andere Sicht der Psychoanalyse vertritt. Die Psychoanalyse ist der Hausarzt des Kapitalismus.

Sabine Werner
00
26.6.2011, 09:30

@gastrosoph,
hier hat psychoanalyse ja wohl nix verloren - die beschäftigt sich von grund auf mit dingen aus der frühen kindheit usw. - hier geht es um berufliche probleme und nicht die aufarbeitung irgendwelcher dinge aus der kindheit.

gastrosoph
00
26.6.2011, 09:54
Nichts mit 'Psyche'?

Sigmund Freud selbst sah anfangs seiner Karriere Ursachen im Gehirn für persönliche Irritationen bzw. organische Schäden - und Gehirn ist ein Organ. Und Probleme, etwa in der Berufsausübung, sind davon nicht zu trennen. Früher hieß es Überlastung, heute Burn out und morgen... Burn in?

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