Mehr Unterricht verbessert Schulleistungen sozial Benachteiligter

17. Juni 2011, 16:28

Selbstvertrauen zweiter wichtiger Faktor für Schulerfolg - Aber kein Einfluss auf die Gesamtleistung aller Schüler

Wien - Schüler aus armen Familien haben in Österreich weniger Chancen, zu den Besten ihrer Altersgruppe zu gehören, als in den meisten anderen OECD-Ländern. Das zeigt die am Freitag veröffentlichte neueste Ausgabe von "PISA im Fokus". In dieser wurden auch die Kriterien dafür herausgearbeitet, durch die sozial schwache Schüler in manchen Ländern keine geringeren Bildungschancen haben: Mehr Unterrichtsstunden und Selbstvertrauen.

In Österreich schafft es laut dieser Detailauswertung der Ergebnisse der OECD-Studie aus 2006 und 2009 nur jeder fünfte Schüler aus sozial schwachen Verhältnissen ins obere Leistungsviertel. Im OECD-Schnitt ist es immerhin ein Drittel der Schüler aus prekären Verhältnissen, in China sogar die Mehrheit.

Zeit in der Schule

Die Analyse von PISA 2006 im Bereich der Naturwissenschaften hat gezeigt, dass viele sozial schwache Schüler weniger Zeit in der Schule verbringen als ihre sozial bessergestellten Altersgenossen - wobei die Gesamtleistung der Schüler eines Landes durch mehr Unterricht nur geringfügig verbessert wird.

Anders schaut es bei Schülern aus bildungsfernen Familien aus: Innerhalb dieser sind jene, die Spitzenleistungen in den Naturwissenschaften erbringen, im Schnitt zwischen einer und zwei Stunden länger in der Schule als jene mit besonders schwachen Leistungen. "Bei den benachteiligten Schülern hat die Lernzeit in der Schule den größten Einfluss darauf, ob sie ihre Altersgenossen übertreffen", heißt es in der OECD-Publikation.

Selbstvertrauen der Schüler

Zweiter wesentlicher Erfolgsfaktor ist demnach das Selbstvertrauen der Schüler, das bei sozial benachteiligten Jugendlichen laut PISA-Studie jedoch deutlich weniger ausgeprägt ist als bei ihren Altersgenossen aus bildungsnahen Familien. Dabei spielt jedoch die persönliche Motivation eine wesentlich wichtigere Rolle als etwa die Hoffnung auf einen bestimmten Job oder höheres Gehalt. Die OECD zieht daraus den Schluss, dass die Schule wesentlichen Einfluss darauf hat, ob sozial benachteiligte Schüler Spitzenleistungen erbringen und regt an, deren Selbstbewusstsein und Motivation etwa durch spezielle Lehrmethoden oder Hochbegabten-Mentoringprogramme zu stärken. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 28
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xxx...yyy...
00
21.6.2011, 14:03
china zeigt wie es geht:

disziplin, fleiß, ehrgeiz, härte - mit diesen eigenschaften würden es auch in österreich mehr kids von unten nach oben schaffen.

komajo
10
19.6.2011, 07:40
Was für ein

Gemeinplatz. Mehr Unterricht verbessert die Leistungen. Für diese Erkenntnis gebührt ein Nobelpreis.
Ist das vom Haider, vom Salcher oder gar von der Schmied?

Der groBe Mann
02
18.6.2011, 18:42
Frau Brandsteidl wird das schon machen! Glück auf!

Enassus
 
18
18.6.2011, 16:53
Für den regelmäßigen Schulbesuch,

sowie die Hausaufgaben und vorbereitende Lernen sind einzig und alleine die ELTERN zuständig. Das fällt in den Begriff Erziehung. Es ist einfach falsch, immer nur den Schulen und Lehrern die Schuld in die Schuhe zu schieben.

marie berg
41
19.6.2011, 11:00
natürlich.

unsere hochmotivierten und leistungsorientieren lehrer tragen natürlich keinerlei verantwortung für die derzeitig bildungssituation.

Enassus
 
00
27.6.2011, 20:45
Die Lehrer sicher nicht.

Schuld an dem Problem sind die Politiker und die "Eltern". Was soll ein Lehrer machen, wenn 95% der Klasse "nix kenen deidsch" Typen sind? Was können Lehrer dafür, dass daheim weder die Hausaufgaben gemacht werden, noch geübt und gelernt wird?

LGM
00
20.6.2011, 22:18

Die Lehrer sind aber nicht diejenigen, die Stundenkürzungen vornehmen

EricderRote
07
18.6.2011, 14:28
dasBMUKK

hat sofort gehadelt und die Stunden für Kinder mit Sonderpädagogischen Förderbedarf abermals kräftog gekürzt, seit 2004 um 30%! die Talfahrt wird immer rasender...

La Balance
03
18.6.2011, 11:05

Die tägliche Manipulation der Wirtschaft - lange Unterrichtszeiten - lange Arbeitszeiten - alle sind beschäftigt - gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut! Weiter oben in einem Artikel gehts um Burnout und Depressionen, aber egal wir sind ja ersetz-, und austauschbar!

Radio Eriwan
03
18.6.2011, 10:25
Liebe OECD!

Und was bitte ist jetzt KONKRET zu tun. Allgemeines Blabla hilft niemandem.

didi111
71
17.6.2011, 19:15
No na,

und WER verkilckert diese simple Erkenntnis den LehrerrInnen und den Lehrergewerkschaftlern?

Die LehererInnen glauben immer noch, daß weniger Unterricht die Schüler vifer machen würde....

guzo
11
18.6.2011, 22:23
DIE LehrerInnen glauben das schon lange nicht mehr.

Nur noch die vorgestrigen Spießer, engstirnigen FehlerzählerInnen bzw. unfähigen PädagogInnen. Diese Jammerlappen - meist um die PersonalvertreterInnen und (schwarzen) GewerkschafterInnen geschart - sind vielleicht hier in diesem Forum in der Mehrzahl, an den Schulen aber längst nicht mehr so stark.

Also bitte keine Verallgemeinerungen!

rigil kent
01
20.6.2011, 09:03
Irrtum!

Auch motivierte und engagierte Pädagog/-innen haben das Recht, sich belastungsmäßig nicht über den Tisch ziehen zu lassen!

m rams
08
18.6.2011, 12:17
Also als Gehrer anfing Unterrichtsstunden zu

streichen (ja, ok, sie war nicht die erste, die das tat), waren die Lehrer so ziemlich die einzigen, die dagegen waren. Bei den Schülern war ja die Devise "Toll, mehr Freizeit!", bei den Eltern war es "mehr Zeit bei der Familie und mehr selbständiges Lernen".
Nun ja, die Schüler wurden nicht selbständiger, die Eltern hatten die Plagegeister länger Zuhause und die Leistungen der Schüler sanken, Betreuung und Nachhilfe kosteten zusätzlich. Welch Wunder! Aber Hauptsache man hatte im Bildungsbereich gespart.

critical mind
010
17.6.2011, 21:46
Das hat den Lehrern doch Gehrer Stunden in D, E & M gestrichen.

Die Freude der Lehrer war unbändig - oder was. Weniger Zeit zum Üben und gleich gute Resultate erwarten? Da kam bei den Lehrern zu 100% Freude auf! Auf das Schuljahr umgelegt waren das etwa 40 Stunden weniger zum Üben oder auch für Aktivitäten, die nicht abgeprüft werden mussten -Spielerein, wenn Sie wollen und nicht gleich abwertend drüberfahren.

Wie ginge es Ihnen, wenn man Sie dazu verdonnern würde, Ihre Arbeit mit gleichem Resultat in kürzere Zeit zu verrichten und etwas anderes im Rahmen von 1 bis 2 Wochenstunde dazuzunehmen?

Die Lerherbasher wollen es nicht begreifen, dass am Schulsystem seit Jahrzehnten herumgemurkst & gespart wird. Und jetzt haben wir den Salat.

Und ja, Faule & Ungeeignete gibt es überall - sehr ärgerlich!

critical mind
10
17.6.2011, 21:27
Tatsächlich?

Denker9
02
17.6.2011, 18:43

Ob Kinder in der Schule Selbstvertrauen entwickeln können, hängt vor allem von der guten Beziehung zu den Lehrern ab! Lehrer, die vertrauensvolle Beziehungen zu ihren Schülern aufbauen können, schaffen es zumindest meistens, dass auch Kinder aus bildungsfernen Schichten regelmäßig den Unterricht besuchen und Schule nicht verweigern.

critical mind
02
17.6.2011, 22:04
Zusatz: während der schulpflichtigen Jahre

Wenn das geklappt hat, haben danach wahrscheinlich ziemlich viele der Kinder aus bildungsfernen Schichten ihre sozialen Aufstiegschancen gewittert und gehen ihren Weg an Oberstufenschulen.

Mein ewig bester Schüler war ein als Kleinkind zugewanderter Kroate - Mutter Raumpflegerin, Vater Bauarbeiter - beide hatten minimale Deutschkenntnisse. Er war vielleicht sozial aber sicher nicht familiär benachteiligt. Die Eltern nützten jede Gelegenheit, um ihre Kinder zu fördern. Er - der Ältere mit großem Fleiß und guter Begabung - maturierte mit lauter Sehr gut, sie mit Auszeichnung.

xxx...yyy...
01
21.6.2011, 14:05
was aber wiederum zeigt: der schlüssel liegt bei den eltern, der familie

critical mind
00
21.6.2011, 23:27
Ja, es liegt in der Verantwortungder Eltern, ihre Kinder nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern.

Das schließt einen frühen Kindergartenbesuch nicht aus, wenn damit aus den familiären Gegebenheiten die bestmögliche Förderung erreicht wird - im Unterschied zum Abschieben, damit den Eltern (meist Müttern) mehr Zeit für ihre Hobbies bleibt. Die traditionelle Vorstellung, dass Kinder im Kleinkindalter am besten in der Familie aufgehoben sind, trifft nur im Idealfall zu. (Ich plädiere für eine Elternschulung während der Schwangerschaft - sowohl zur Vermeidung von Gewalt an Kindern als auch ihrer Überforderung.)

Verständnisvolle Eltern unterstützen ihre Kinder, hören ihnen zu und respektieren ihre Wünsche (nicht gerade das neueste Handy!)
Fortsetzung unten.

critical mind
00
21.6.2011, 23:53
Fördern gegen überfordern

Verständnisvolle Eltern unterstützen ihre Kinder, hören ihnen zu, respektieren ihre Wünsche und suchen nach den bestmöglichen Lösungen.

Etwa die Hälfte der AHS-Oberstufenschüler sitzen weiterhin in den Klassen ohne konkrete Vorstellung oder Berufswunsch, ein Drittel "grundelt". Sie wollen eigentlich nicht mehr in die Schule gehen, dementsprechend ihr Engagement & die schlechten Noten > Teufelsspirale. Aber die Eltern zahlen fleißig für Nachhilfe - Kind MUSS maturieren - im Glauben sie fördern ihr Kind damit. Aber dauernde Misserfolge oder Tricks haben einen negativen Effekt auf die Persönlichkeit des Jugendlichen. Der trägt es ewig weiter - und sei es durch böse postings.

pitt stehler
01
17.6.2011, 17:08
dann führen wir wegen der sozial benachteiligten

flächendeckend die nmsgts ein.

critical mind
01
17.6.2011, 21:25
Im OECD-Schnitt ist es immerhin ein Drittel der Schüler aus prekären Verhältnissen, und wo liegt Ö in diesem Schnitt?

Welche Altersgruppe ist gemeint?
Schließt der Begriff "prekäre Verhältnisse" die wohlstandsverwahrlosten Kinder ein? - Wohl nicht.

Der Artikel lässt viele Fragen offen.

Optimal wäre natürlich, dass alle Kinder so gefördert werden, dass ihre Begabungen - egal ob intelektuell praktisch, sportlich oder künstlerisch - zum Tragen kommen. Eine Gesamtschule mit Nachmittagsbetreuung wird das nur teilweise leisten können.

Mit Abschluss der Schulpflicht wären Eltern gut beraten ihren Kindern beizubringen, dass sie ab nun selbst Verantwortung für ihre weitere Schul- und Lebenskarriere haben. Das würde das Selbstvertrauen der Jugendlichen enorm fördern.

pitt stehler
00
18.6.2011, 07:47
prekäre verhältnisse schließt auch die intelligenz ein

da stimmt die gaußkurve zu 100%, auch wenn die bildungsexperten diese kurve überlisten wollen.
ein drittel der bevölkerung ist nun einmal schwer von begriff.

Enassus
 
00
18.6.2011, 16:55
Sind Sie sicher,

dass es nur ein Drittel ist?

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