Kontra Christoph Chorherrs "Erlösen wir Griechenland"

Leser-Kommentar | 17. Juni 2011, 13:20

Christoph Chorherrs Strategie zur Bewältigung der Schuldenkrise führt nicht zum Ziel

"Wir" können Griechenland nicht mittels Schuldennachlass "erlösen", denn Schulden können nur die Gläubiger erlassen, solange rechtsstaatliche Verhältnisse aufrecht sind. Und die, nehme ich an, wollen wir nicht aufgeben.

Weiters kommen die seit Beginn der Griechenlandkrise neu ausgegeben Kredite entweder direkt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und von EU-Staaten oder sind von EU-Staaten garantiert, was heißt, dass die EU-Staaten zahlen, wenn Griechenland nicht zahlt. Warum sollte ein privater Gläubiger einem Schuldennachlass zustimmen, wenn er nichts verlieren kann, solange er einfach zuwartet?

Die langfristigen Anleihen wurden in der Mehrzahl bereits vor vielen Jahren ausgegeben. Damals war Griechenland nicht als Risikoschuldner eingestuft, weshalb auch die Zinsen kaum über jenen deutscher und österreichischer Anleihen liegen.

Würde Christoph Chorherr all dies berücksichtigen, dann bliebe nichts übrig, womit oder wofür er "Spekulanten" zur Verantwortung ziehen könnte.

Unternehmensausgleich versus Staatspleite

Auch lässt sich das Konzept des Ausgleichs von Unternehmen nur eingeschränkt auf den Schuldennachlass von Staaten übertragen. Christoph Chorherr macht sich die Sache zu einfach.

Kommt ein Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten und bietet es seinen Gläubigern einen Ausgleich an, dann stimmen die Gläubiger nur zu, wenn ihnen ein Sanierungskonzept vorgelegt wird, das überzeugend darlegt, wie das Unternehmen die vereinbarte Quote im vorgesehenen Zeitrahmen erfüllen wird. Ist das Sanierungskonzept nicht überzeugend oder ist der erwartete Liquidationserlös des Unternehmens höher als die angebotene Quote, dann schicken die Gläubiger das Unternehmen in den Konkurs und es wird liquidiert. Käme das Unternehmen mit den neu vereinbarten, reduzierten Zahlungen in Verzug, dann wäre ebenfalls ein Konkurs unvermeidlich, samt Liquidation.

Ein souveräner Staat kann nicht liquidiert werden, daher ist er in einer stärkeren Verhandlungsposition als ein Unternehmen. Üblicherweise stellt ein zahlungsunfähiger Staat seine Zahlungen an ausländische Kreditgeber ein und nimmt diese erst wieder auf, wenn er mit seinen Gläubigern eine für ihn akzeptable Anpassung des ausstehenden Kreditbetrags ausgehandelt hat. Das geht allerdings nur dann für den Schuldnerstaat gut aus, wenn er eine internationale Kreditsperre aushält.

Griechenland würde sehr schnell in Chaos stürzen, sollte der Zufluss von Auslandskrediten versiegen, denn auf Grund des nach wie vor großen Haushaltsdefizits benötigt die Regierung laufend neues Geld. Da das Land Mitglied der Eurozone ist und keine eigene Währung hat, kann seine Notenbank auch kein Geld drucken, um so das Geldproblem zu lösen. Und das ist der gravierende Unterschied zu anderen Staatspleiten, die übrigens gar nicht so selten sind (Russland 1998, Pakistan 1999, Peru 2000, Argentinien 2001).

Sanierungsszenarien

Selbst wenn sie das durchsetzen könnten, würde es für die EU-Staaten keinen Sinn machen, einen Schuldennachlass von 50 Prozent anzubieten, wie Christoph Chorherr vorschlägt. Denn es gibt kein nachhaltiges Sanierungskonzept. Das Haushaltsdefizit liegt trotz harter Sparmaßnahmen noch immer nahe 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Schuldennachlass würde die Krise nicht lösen, nicht einmal merklich entschärfen. Bereits Ende 2011 wäre die Staatsschuld wieder nahe 100 Prozent des BIP, denn die Wirtschaftsleistung sinkt weiter.

Der Schuldennachlass wäre nicht nur sinnlos, er brächte auch zahlreiche Unwägbarkeiten mit potentiell katastrophalem Ausgang. Nicht nur wären zahlreiche Banken gefährdet, sondern auch die restlichen schwachen Euroländer kämen unter verstärkten Druck der Finanzmärkte. Das wären dann weitere teure Sanierungsfälle.

Sofern es der IWF und die EU-Staaten gemeinsam mit der griechischen Regierung doch noch schaffen, ein nachhaltiges und durchsetzbares Sanierungsprogramm auszuarbeiten, das die Wirtschaft des Landes wettbewerbsfähig macht und zu einem nahezu ausgeglichenen Haushalt führt, dann kann die Krise bewältigt werden, indem die Europäische Union alle neuen Anleihen und Kredite Griechenlands übernimmt und so die vollständige Umsetzung des Programms finanziert. Das wäre ein Mehrjahresprojekt. Danach kann überlegt werden, wieviel der angefallenen Kosten bei Griechenland bleiben. Teuer wird die Sache in jedem Fall.

Hätte Christoph Chorherr das alles gründlich durchdacht, dann klänge ihm seine Aufforderung "Erlösen wir Griechenland" wohl auch etwas leichtfertig. (Leser-Kommentar, Andreas Sierek, derStandard.at, 17.6.2011)

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Andreas Sierek ist Unternehmer im Bereich der Informationstechnologie mit Interesse an gesellschaftlichen Phänomenen

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amused8
00
20.6.2011, 08:16

Soweit ich Chorherr verstanden habe, ist auch er nur für einen (teilweisen) Schuldenerlass, wenn es ein Sanierungskonzept gibt. Das macht dann Sinn, denn es erhöht die Chancen, dass das Sanierungskonzept greift, wenn die Zinszahlungen auf ein erträgliches Maß vermindert werden. Es ist nicht einzusehen, warum der EU-Steuerzahler die Schulden übernehmen soll - Sierek:die Europäische Union soll alle neuen Anleihen und Kredite Griechenlands übernehmen. Beispiel Ackermann und Deutsche Bank. Die vertreten genau die Position Siereks. Warum. Sie haben schwer in CDS investiert und zwar so, dass große Gewinne anfallen, wenn es kein "Kreditereignis gibt", wenn also die EU bzw. dessen Bürger zahlen. Nicht mit uns!!!

Andreas Sierek
00
20.6.2011, 10:22
Sanierungskonzept

Ich lese bei Chorherr im Zusammenhang mit dem Ausgleich von Unternehmen:

"verzichten also auf einen Teil ihrer Forderungen und hoffen, dass sich durch den Schuldennachlass das Unternehmen wieder erholt"

Hoffnung ist kein Sanierungsplan. Und zu Griechenland lese ich bei ihm:

"Griechenland wird seine gewaltige Schuldenlast niemals zurückzahlen können. Da helfen die brutalsten Sparprogramme nichts"

Ein brutales Sparprogramm ist in meinen Augen kein Sanierungskonzept, denn so schreibt Chorherr weiter:

"Diese würgen die Wirtschaftsentwicklung ab, mindern Steuereinnahmen und erhöhen Staatsausgaben durch eine Explosion der Zahl der Arbeitslosen."

Dieser Einschätzung schließe ich mich an.

Andere Hinweise auf ein Sanierungskonzept finde ich bei ihm nicht.

Zur Schuldenübernahme: Meine Vorstellung ist, dass die EU alle offenen Schulden aufkauft (und damit übernimmt), sodass eben kein Kreditereignis eintritt und die Banken aus dem Geschäft draußen sind und auch bei den Wetten auf den Niedergang Griechenlands nicht mehr verdienen.

amused8
00
20.6.2011, 10:56
Die Banken gewinnen immer. Und ein übersehenes Faktum zu Lasten des Konsums und Wirtschaftswachstums

Stimme teilweise zu. Nur ist es ein offenes Geheimnis, dass die deutsche Bank gegen eine Gläubigerbeteiligung ist, da sie sehr viele CDS hält als Kreditversicherer. Bei Kreditausfall heißts zahlen. Finde ich besser die zahlen als wir der Steuerzahler. Auch wenn Ackermann versucht, die deutsche Regierung von der Gläubigerbeteiligung abzubringen:

http://m.ftd.de/artikel/6... .xml?v=2.0

Jedes Sanierungskonzept sieht vor, Löhne zu senken um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Und sei es nur bei den Beamten. Würde eine eigene Währung abgewertet, würde sich das Verhältnis Lohn zu Kredit (viele Griechen haben Kredite laufen) nicht ändern. Da der Euro aber bestehen bleibt, wird die Kreditrückzahlung schwieriger. Zu Lasten des Konsums.

Seminole Eagle Chief
00
19.6.2011, 14:59

Ich finde den Kommentar sehr gut. Auch gut geschrieben. Danke!

teuerzahler
00
18.6.2011, 16:36
eine kleinigkeit hat der herr unternehmer vergessen:

ein schuldennachlass würde bedeuten, dass griechenland eben nicht mehr 10 % budgetdefizit aufwiese, weil die zinsen für die erlassenen schulden weg fielen. ich kann zwar nicht sagen, ob und wieviel defizit GR dann hätte, jedenfalls könnte das land und die wirtschaft wieder durchatmen.

d'accord: ohne ein sanierungskonzept der maroden staates, ohne korruptionsbekämpfung und reformen in richtung transparenz und leistungsprinzip wäre auch ein vollkommener schuldenerlaß nur eine vorübergehende linderung der krankheit.

fazit: das leiden der griech. und europ. steuerzahler geht weiter - eine unendliche geschichte.

Jake Gittes
00
18.6.2011, 10:25

Leider ist ein Staat wie Griechenland nicht mehr souverän sonst würde er einfach die Zahlungen einstellen, und fertig. Ein Staat hat viel Macht, er kann nicht liquidiert werden. Und er kann sich Geld drucken (wie die USA z. B.), was ja auch nicht mehr geht.

Ich glaube die Griechen merken langsam, welch großer Fehler die Währungsunion war. Es bedeutet für sie, dass sie vollkommen ausgeliefert sind und völlig hilflos am Tropf der EU hängen.

kapitän nemo
00
20.6.2011, 05:10

wenn jeder staat sich sein geld einfach selbst drucken dürfte, gäbe nirgendwo staatsschulden.
aber jegliches gedruckte geld wird nicht geschenkt sondern von der zentralbank an den staat ebenfalls nur geliehen zu einem bestimmten zinssatz.
da die meisten zentralbanken, und insbesondere die US-amerikanische, nicht dem staat sondern privaten banken gehören, kommt das teuer.
weiter dürfen seit 1994 die regierungen nicht mehr direkt bei der zentralbank kredite nehmen sondern nur bei geschäftsbanken (die schöpfen dann tatsächlich aus dem nichts ihr buchgeld), wenn der folgende wikipedia eintrag stimmt: http://de.wikipedia.org/wiki/Geld... eldpolitik

da Novak
00
17.6.2011, 18:27
Nicht, dass ich dafür plädiere ...

... aber Unwegbarkeit einer "Umschuldung", besser: eines partiellen Schuldenerlasses, ist nicht gegeben. Das war und ist ja die heiße Kartoffel, die zwischen EU-Kommission und Banken hin und her geschupft wird. Die Frage war und ist: übernehmen die haftenden Staaten den Schuldenerlass vollständig oder müssen die Banken einen substantiellen Teil selbst abschreiben? Rückversicherungen gibt's so gut wie keine.

Geldpolitisch ist die Sache aber langfristig weit verheerender: in Griechenland, einem Land mit hohem Schwarzmarktanteil in so gut wie allen Branchen (Schwarzgeld wird üblicherweise bar ausbezahlt), kann selbst in Phasen des Wirtschaftswachstums nur teilweise Giralgeldschöpfung stattfinden! Die Geldmenge (M1) bleibt künstlich niedrig!!

gue galie
00
17.6.2011, 18:18

dieser artikel ist wirklich nur noch ein schwachsinn ohne ende. soll heissen wir geben den griechen die regeln vor und sie "dürfen" nicht anders handeln, als den absoluten liberalismus (sprich finanzwelt) zu folgen. der nette herr hat wohl nichts aus der geschichte gelernt, denn sonst würde wissen, dass die methoden die er vorschlägt schon einmal anwendung gefunden haben. das ende: der 2. weltkrieg!!!!!!

S. Enfspender
00
17.6.2011, 17:39
Dauerlösung?

Im Buch "Schulden ohne Sühne" von Konrad / Zschäpitz wird die Situation Griechenlands und der Währungsunion so beschrieben, dass ein Sohn Spielschulden macht und von den Gläubigern mit dem Tod bedroht wird, wenn er nicht zahlt. Sein Vater gibt ihm das Geld und verlangt, dass er nie wieder spielt und neue Schulden macht. Beide wissen, dass sich der Sohn nicht daran halten wird bzw. der Vater immer wieder zaheln wird. - Und daher wird es b.a. w. so weitergehen. Aber das kann doch nicht die Dauerlösung sein!

saunaecho
00
17.6.2011, 18:01
Treffender Vergleich !

Wenn man den Griechen nicht vertrauen kann sich zu ändern, dann wird Hilfe zu einem Fass ohne Boden !
Bisher war ihnen jedes Mittel recht um über ihre Verhältnisse leben zu können - warum sollten sie nun anders sein ?
Dasselbe Problem kommt auch auf Österreich und andere Westler zu.

x aeins
00
17.6.2011, 17:48

Daher, wenn der Vater wirklich die Interessen seines Sohnes im Auge hat, wird er mit den Gläubigern einen Kompromiss aushandeln und danach seinem Sohn ein Programm aufs Aug drücken

x aeins
00
17.6.2011, 16:38

klingt auch für Nicht-Wirtschaftler wenig logisch. Wenn ich jemandem Schulden erlasse, mit massiven konkreten Auflagen, hab ich die Chance dass sich sein Betrieb wieder erholt. Schieß ich ihm nur Geld nach, damit er Zinsen bedienen kann und Investitionen einspart, dann seh ich schwarz für seinen Betrieb

Andreas Sierek
00
17.6.2011, 17:55

Griechenland hat Schulden in Höhe von ca. 150% des BIP. Bei durchschnittler Verzinsung von 4% (die IF-Kredite sind geringer verzinst, ebenso die alten Anleihen. Junge, teure Kredite machen einen relativ kleinen Teil des Gesamtbetrags aus) beträgt die Zinsleistung ca. 6% des BIP.

Das Budgetdefizit beträgt trotz massiver, konkreter Auflagen, die seit einem Jahr laufen, noch immer nahezu 10% des BIP. Wird die Hälfte der Schulden erlassen, dann veringern sich die Zinszahlungen um 3% des BIP. Damit bleibt immer noch ein Defizit von ca. 6%. Da besteht keine Chance auf Erholung.

Ausserdem besteht ein gravierender Unterschied zwischen massiven Sparauflagen und einem Sanierungskonzept. Undifferenziertes Sparen ruiniert den Betrieb, wie in Griechenland gerade vorgeführt wird (BIP sinkt jährlich 3 bis 5%), während in einem Sanierungskonzept nicht einfach nur drakonisch gespart wird, sondern auch Mittel für gezielte Maßnahmen vorgesehen sind, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

x aeins
00
17.6.2011, 18:14

seh bisher nicht viel von einem Sanierungskonzept
allein dieses ist unübersehbar:
http://www.google.com/publicdat... 4rausgaben

presumption of innocence
00
17.6.2011, 16:00
Mr. Sierek get real! Glauben Sie doch nicht was Medien im Auftrag der Hochfinanz verbreiten!

Empfehle dazu "Crash proof" von Peter Schiff:
http://www.peter-schiff.com/videos.php

und die Interviews und das Buch von Prof. Hörmann:
http://derstandard.at/128520065... d-aus-Luft

Roubini: http://www.bloomberg.com/news/2011... -says.html

Max Keiser: http://rt.com/programs/... er-report/

Das System ist nicht mehr zu retten und alles Geld nach Griechenland dient der Zinsbedienung alter Staatsverschreibungen - auf nie mehr Wiedersehen für uns!

jcg25
01
17.6.2011, 14:07
Schrumpfen der Wirtschaft

Das Hauptproblem ist das Schrumpfen der griechischen Wirtschaft. Dies liegt aber nicht (nur) am Sparpaket, sondern auch an den immer noch fehlenden Strukturreformen. ZB Unternehmer benötigen für das Kündigen von Arbeitnehmern die Zustimmung einer staatlichen Behörde - welches Unternehmen investiert in so einem Land?

nasserfetzn
00
17.6.2011, 15:56

sie importieren sehr viel aus billiglohnländern (lohnstückkosten verglichen mit griechenland) wie deutschland und österreich.
mit diesen billigen produkten kann ihre eigene wirtschaft nicht mithalten. durch den euro und den wegfall der wechselkurse gibt es auch keinen schutz mehr vor den billigen produkten aus dem ausland.
das ist der hauptgrund für die sinkende wirtschaftsleistung.
gysi von der LINKE in .de: Den Euro brauchen wir dringender als Griechenland. Wir sind doch die Exportnation. Wir sind Vizeweltmeister beim Export, gleich hinter China. Stellen Sie sich einmal vor, Griechenland, Spanien, Portugal und Irland hätten eigene Währungen. Dann würden sie sie abwerten, bis wir so gut wie nichts mehr dort verkaufen könnten.

jcg25
00
17.6.2011, 16:02

Das stimmt. Allerdings muss auch die Frage erlaubt sein warum die Lohnstückkosten so hoch sind.

nasserfetzn
00
17.6.2011, 19:57

das liegt erstmal an der größe des landes. und zweitens natürlich an der wirtschaftlichen entwicklung. die höheren lohnstückkosten sind ja nicht irgendein faktor, an dem man rumdrehen kann, wie es einem beliebt. es ist die folge unterschiedlicher voraussetzungen.
deshalb gab es ja immer schon die schützende wirkung der wechselkurse. so konnten die schwachen volkswirtschaften vor den starken beschützt werden.
deshalb wurden bei einführung des euro ja auch diese transferzahlungen beschlossen, die das wegfallen des wechselkurs-schutzes kompensieren sollten. das war natürlich blödsinn. die negativen effekte auf die schwachen volkswirtschaften waren natürlich immer noch da, nur wenig abgedämpft.

slow motion
00
17.6.2011, 15:00
Am Schrumpfen der griechischen Wirtschaft führt kein Weg vorbei.

Jede Art der "Sanierung" würde nur mit einigen Jahren Zeitverzögerung eine noch größere Schrumpfung verursachen.

Richard S
04
17.6.2011, 14:02

das einzig richtige an dem kommentar ist, dass die "spekulaten" kaum noch zu treffen sind, die sind nämlich schon ausgestiegen, bzw. wissen, dass die kapitalinteressensvertreter (die regierungen) lieber den eigenen bürgern und staaten die bürden und risiken übertragen, als die ehrenwerten "investoren" in die geringste gefahr zu bringen. nur ist das ja wohl teil des problems und widerspricht nicht chorherrs forderung lieber heute als morgen mit dem theater aufzuhören. und nur nebenbei: griechenland bekäme kein geld mehr geliehen, um sein defizit auszugleichen? vielleicht kommt das defizit aber daher, dass ein riesenanteil des budgets für kredite und zinsen draufgehen? "gründlich durchdacht" ist was anderes.
wozu veröffentlicht man das?

Bertel Mann
00
17.6.2011, 18:32
Um Stimmung zu machen

Gaius Baltar
00
17.6.2011, 15:31

Das griechische Budget ist auch ohne Zinszahlungen deutlich negativ, und um an den Finanzmärkten wieder Geld zu bekommen, müssen sie auch Zinsen alter Schulden (zumindest teilweise) bedienen. Russland musste 1998 sogar die Schulden der Zaren, die die Bolschewiki 1917 für nichtig erklärt haben, wieder übernehmen.

the comedian
 
14
17.6.2011, 13:55
es findet sich doch immer ein bückling der bankster

der die betrügereien von erstebank, deutsche bank und natürlich golmann-sachs unter den tisch kehren will.
diese verbrecherbanden schaffen geld aus dem nichts (nur 10% deckung notwendig) und wir dürfen dann mit echtem steuergeld für dieses betrügerische buchgeld gerade stehen. die einfälltige letzte konservative griechische regierung ist dieser bande auf dem leim gegangen. dafür soll ein ganzer staat jetzt in armut leben?
fällt denn niemand auf, dass alle staaten schulden haben, während die bankster trotz jüngster krise im geld schwimmen?
daher ist die logische konsequenz aus der misere, die die griechen nur als erste trifft, dass geschäftsbanken blos als reine depositenbanken fungieren dürfen. die geldpolitik liegt allein beim souverän.

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