Ein Wolf entdeckt die Zweisamkeit

22. Juni 2011, 16:57
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Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec erzählen von Freundschaft, wie einfach sie entstehen kann, wie schnell sie zu einem gehört

Auf einmal war der kleine Wolf da. Und er schien bleiben zu wollen. Was den großen Wolf völlig aus dem Konzept brachte.

Der große Wolf lebte alleine, immer schon, immer unter dem Baum auf dem Hügel. Damit war es nun vorbei. Und das passt ihm am Anfang nicht besonders. Erst als der kleine Wolf verschwindet, merkt der große, was fehlt: "Unter dem Baum war niemand. Weder Groß noch Klein. Es war wie früher. Nur dass der große Wolf jetzt traurig war."

Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec erzählen von Freundschaft, wie einfach sie entstehen kann, wie schnell sie zu einem gehört. In ihrem neuen Band von Großer Wolf & kleiner Wolf, beschreiben sie ein großes Gefühl, ohne dabei in Kitsch oder Pathos zu verfallen. Wie selbstverständlich zeigen sich die Emotionen - übertragen sich auf die Leserschaft (für Kinder ab dem vierten Lebensjahr).

"Vom Glück, zu zweit zu sein", fasst der Subtitel den Buchinhalt auch zusammen. Gemeinsam mit dem namenlosen großen Wolf beginnt man als Leser zu leiden. Die Autoren lassen sich viel Zeit. Seite um Seite wird gesucht, wird gewartet. Bis er wieder da ist: "Der kleine Punkt wurde größer. Hoffentlich ist er es, dachte der große Wolf." Einziges Zeichen der absoluten Freude, den Freund wieder zurückzuhaben, ist das rote Herz, das der große Wolf hält. Einfach schön. (Peter Mayr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.06.2011)

Großer Wolf & kleiner Wolf
Nadine Brun-Cosme, Olivier Tallec
32 Seiten, 13,40 Euro
Gerstenberg Verlag

  • Erst als der kleine Wolf verschwindet, merkt der große, was fehlt.
    foto: gerstenberg verlag

    Erst als der kleine Wolf verschwindet, merkt der große, was fehlt.

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