Radikaler Schritt

"Digital first": "Guardian" setzt auf die digitale Strategie

17. Juni 2011, 11:51
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    foto: epa/anita maric

    "Guardian" macht Ernst mit "Digital first".

Die britische Tageszeitung will ein digitales Unternehmen werden

"Ich muss die Inhalte in der Form verfügbar machen, die sich die Leute wünschen", sagte "Guardian"-Chefredakteur Rusbridger im Vorjahr im derStandard.at-Interview. Das Angebot an Leser müsse sich "radikal verändern". Einen radikalen Schritt kündigte Guardian News & Media (GNM), Herausgeber des "Guardian", nach Verlusten von 33 Millionen Pfund im Vorjahr nun an. "Digital first" und offener Journalismus im Web sollen Kern der neuen Strategie werden. Bis 2016 sollen die digitalen Einnahmen auf knapp 100 Millionen Pfund verdoppelt werden.

Dafür will man Investitionen in den Digitalbereich tätigen. Der "Guardian"-Chef sieht jede Zeitung auf dem Weg Richtung Digital. Das bedeute nicht, dass Print keine Zukunft habe. Der digitalen Zukunft müsse man sich aber mit mehr Aufmerksamkeit, Vorstellungskraft und Mitteln widmen.

Auf Print kommt demnach ein Redesign zu. Weniger Nachrichten, mehr Analyse dürfte hier die Devise sein. Denn die Hälfte der Leserschaft des "Guardian" greift Abends zur gedruckten Ausgabe. Breaking News würden Leser von der Website oder Mobil beziehen, sagt Rusbridger. Ziel sei es, Ausgaben zu schaffen, die um 9 Uhr am Vormittag ebenso relevant seien wie um 9 Uhr am Abend. (sb)

Ev4n
00
18.6.2011, 20:23

Wäre gut wenn sich das die österreichischen Qualitätszeitungen auch zu Herzen nehmen würden.

Your Highness
02
17.6.2011, 23:32

Da hat jemand erkannt wo die Zukunft liegt! Das Konzept gefällt mir!

erbsenzähler8
06
17.6.2011, 15:10

Wundert mich, dass das so lange gebraucht hat. Veröffentlichungen von Presseargenturtexten hat auf Papier nur noch wenig Sinn. Es gibt zwar noch Menschen die sonst keinen digitalen Zugang haben, dieser nimmt jedoch rapide ab. Von einer Zeitung erwarte ich mir ja genau die Interpretation, Zusammenfassung von Entwicklung und ihre Bedeutung auf andere Bereiche. Das ist die eigentliche journalistische Arbeit. Ich kann mir nicht über alles ein Bild machen, aber gute Journalisten vermögen es mir Einblick in Diskurse zugeben, die ich mir selber aus Infohäppchen nicht zusammenreimen kann. Die Qualitätszeitung ist eine journalistisches Kollektiv zur Zusammenfassung, Vermittlung und Deutung.

her wig
00
19.6.2011, 10:54

A bisserl forsch und investigativ dürften's von mir aus schon auch sein.

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