Schuld daran seien höhere Nachfrage und Erzeugerkosten, aber auch schwächeres Wachstum im kommenden Jahrzehnt
Paris - Steigende Lebensmittelpreise dürften nach Einschätzung der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im
kommenden Jahrzehnt die Einkommen der Verbraucher belasten. Schuld daran seien
eine gestiegene Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie
Biokraftstoffen, höhere Erzeugerkosten, aber auch ein schwächeres Wachstum.
Getreide könnte im Vergleich zu den Jahren 2001 bis 2010 inflationsbereinigt um
etwa 20 Prozent teurer werden, Fleisch sogar um 30 Prozent, heißt es in einem am
Freitag in Paris veröffentlichten OECD-Bericht zu dem Thema.
Die OECD hat gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation
der Vereinten Nationen (FAO) die Studie "Landwirtschaftsausblick 2011 - 2020"
erarbeitet. Vor allem in Entwicklungsländern mit schnell wachsenden
Bevölkerungen wie in Afrika drohten neben Unterernährung auch Gefahren für die
wirtschaftliche Stabilität. Eine nur noch langsam wachsende Agrar-Produktion
erschwere die Situation. Die Schätzungen fürs kommende Jahrzehnt liegen bei 1,7
Prozent jährlich - zum Vergleich: von 2001 bis 2010 waren es noch 2,6 Prozent.
Den gleichen Trend gebe es im Fischereisektor, der erstmals in den Ausblick
mit aufgenommen wurde. Der Fischfang auf hoher See dürfte bis 2020 sogar sinken,
so dass in vier Jahren wohl Zuchtbetriebe die Hauptquelle für Speisefisch bilden
werden. Im Jahr 2020 dürfte knapp die Hälfte der gesamten Fischereiproduktion
(also auch Fische für Futter und industrielle Nutzung) aus Aquakulturen stammen,
schätzen die Autoren der Studie. Sowohl die OECD wie auch die FAO riefen zu
koordinierten politischen Maßnahmen gegen die negativen Folgen der steigenden
Lebensmittelpreise auf. (APA)