Pandí: Buchinger ein Opfer Faymanns, nicht der Medien

17. Juni 2011, 17:35
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Vermutet "Krone"-Redakteur Pandí - Armin Wolf rätselt, warum Leute zusehen

Wien - Josef Kalina war Kanzlersprecher und SPÖ-Manager unter Viktor Klima und Alfred Gusenbauer, Krone-Redakteur und Manager in der Mediaprint, heute leitet er die PR-Agentur Unique Relations. "Darf man sich gegenüber führenden Politikern alles erlauben?", fragt Kalina - nach Erste-Chef Andreas Treichls Wutausbruch - sich sowie Isabelle Daniel (Österreich), Armin Wolf (ORF), Exsozialminister Erwin Buchinger und Claus Pandí (Krone). Pandí findet: "Man muss sich alles erlauben." Szenen einer Debatte.

Wolf rätselt zum Beispiel ob übertrainierter, ritualhafter, unauthentischer Politikeraussagen: "Ich verstehe ja oft nicht, warum die Leute zuschauen. Aber sie schauen zu."

Nie interveniert

Bei Wolf wird "nie interveniert, vielleicht ein paar Stockwerke drüber", berichtet der ZiB-2-Anchor. Auch von Medienstaatssekretär Josef Ostermayer hatte Wolf "noch nie etwas über meine Arbeit gehört". Bis Wolf eine Montage aus dem Web zeigte, die Dick und Doof mit Josef Pröll und Werner Faymann verglich. Ostermayers "Empörung" konterte Wolf mit dem Hinweis, eine "hochrangige Mitarbeiterin" des Kanzlers hatte diese Montage nach einer Klausur im Journalistenbus herumgezeigt.

Pandí ersehnt die Kompetenz früherer Kabinette von Kanzlern und Ministern zurück: "Höhere Qualität der Kabinette" habe zu besseren Interviews, vielleicht auch zu besserer Politik geführt. Pandís Frau Angelika Feigl arbeitet bei Kanzler Werner Faymann, erst als Pressesprecherin, dann als Internetbeauftragte.

"Opfer von Faymann"

Apropos Faymann und Pandí: Der "Krone"-Mann, auf dessen Facebookseite Innenpolitikchef steht, hat auch einen Verdacht, warum Erwin Buchinger nicht mehr Minister ist. Buchinger erinnert sich, dass ihn die "Krone", für ihn überraschend, Ende 2007 angriff. Monate danach fand er für sich eine Erklärung - die beginnende Nachfolgediskussion um die Parteispitze nach Gusenbauer. Pandí scheint das zu bestätigen: "Ich befürchte, Sie sind kein Opfer der Medien, sondern ein Opfer von Faymann."

Pandí macht Politiker in seinem TV-Blog lächerlich, vergleicht sie etwa mit Nacktschnecken ("politische Berichterstatter sind Weichtierkundler"). Sind sie wenigstens empört wie Ostermayer bei Dick und Doof? "Das ist ja das Schaurige an der Regierung - sie werden immer lieber." Vor der Krone beugt sich die Politik auch ein Jahr nach Hans Dichands Tod. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 18./19.6.2011)

  • Kein Fingerzeig an die Politik: Armin Wolf.
    foto: standard/hendrich

    Kein Fingerzeig an die Politik: Armin Wolf.

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