Diskussionsrunde in Wien

EU-Kommissar kritisiert "Erweiterungs-Apathie" am Westbalkan

17. Juni 2011, 06:38

Füle: Albanien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo als größte Herausforderungen

Wien - EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle hat das Bestehen einer "Erweiterungs-Apathie" am Westbalkan kritisiert. Es gebe zwar keine Erweiterungsmüdigkeit, aber eine gewisse Apathie bei der EU-Erweiterung unter den politischen Eliten der Region, erklärte Füle bei einer Diskussionsveranstaltung in Wien. Mit dem geplanten Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien würde die EU-Erweiterung jedoch neue Glaubwürdigkeit in der Region erlangen, hoffte er.

Fortschritte auf dem Weg zu Beitrittsverhandlungen sieht der tschechische EU-Kommissar in Serbien, Mazedonien und Montenegro. Von Belgrad, das mit der Verhaftung von Ratko Mladic eine der wichtigsten Hürden bewältigt habe, forderte Füle jedoch Fortschritte im Dialog mit dem Kosovo. In der jetzigen Phase des Erweiterungsprozesses könne man zwar nicht von einer Bedingung in diesem Zusammenhang sprechen, da auch unter den EU-Mitgliedsländern kein Konsens bestehe. Im weiteren Verlauf würde die Lösung im Konflikt mit Prishtina (Pristina) jedoch sicher an Bedeutung gewinnen.

Große Herausforderungen

Weniger Fortschritte und damit weiterhin große Herausforderungen ortete Füle dagegen in den Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo, in denen er dringende Reformen bei Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen forderte. Kroatien habe beispielhaft gezeigt, wie man "mit einem starken nationalen Konsens aus dem Schatten der Vergangenheit ausbrechen könne", so Füle, der neuerlich betonte, dass es beim Beitritt Kroatiens zwar einen Monitoring-Prozess geben werde, der jedoch keinesfalls über das Beitrittsdatum hinausgehen dürfe.

"Autobahn von zwei Seiten bauen"

Für verstärkte Bemühungen Bosnien-Herzegowinas trat bei der Diskussion im Haus der Europäischen Union auch der internationale Bosnien-Beauftragte Valentin Inzko ein. "Die Autobahn muss von zwei Seiten gebaut werden, nicht nur von Brüssel nach Bosnien-Herzegowina, sondern auch von dort nach Brüssel", so Inzko. Zwar sei die Abwendung des strittige Referendum über die gesamtstaatliche Justiz und die Entscheidungen des Hohen Repräsentanten eine gute Nachricht für Bosnien-Herzegowina, jedoch sei der erfolgreiche Prozess der letzten 15 Jahre vor drei, vier Jahren gestoppt worden und müsse wieder angekurbelt werden, erklärte Inzko. Mehr als acht Monate nach den Wahlen in Bosnien und Herzegowina gibt es keine Regierung auf gesamtstaatlicher Ebene.

Busek fordert klare Worte

Der frühere Sonderkoordinator des EU-Südosteuropa-Stabilitätspaktes und Ex-Vizekanzler Erhard Busek forderte klarere und härtere Worte innerhalb der Europäischen Union. Bosnien-Herzegowina müssen zunächst entscheiden, ob alle den gemeinsamen Staat wollen, bevor die EU etwas tun könne, so Busek. Im Fall Kosovo sei es nicht fair, dass mehrere EU-Staaten das Land nach wie vor nicht anerkennen, das müsse klar zur Sprache gebracht werden, erklärte Busek. Außerdem forderte er deutlichere Worte im Namenstreit zwischen Mazedonien und Griechenland, der für Außenstehende unverständlich sei und die Integrität Mazedoniens gefährde, so Busek. (APA)

 

 

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25 Postings
fmi
00
Ist das ein Wunder?

Seit Griechenland hat sich herumgesprochen, das das mit dem Selbstbedienungsladen EU aus ist!

db73
01
20.6.2011, 07:04
Busek fordert klare Worte

Ok, wenn Busek ein paar klare Worte will bitteschön.

Mehrheitlich islamische Länder haben in der EU nichts verloren . Dies gilt sowohl für Bosnien, Albanien , das Kosovo und ganz sicher für die Türkei

Kreshnik Krasniqi
10
20.6.2011, 12:41

Also so Islamisch ist das Kosova,wie Bosnien und die Türkei nicht,da es auch eine alb.Christliche Gemeinde des Landes gibt,die 10% der Alb.Gesamtbevölkerung ausmachen.

Also in Kurz-Fassung,habe ich auch nichts in der EU zu suchen,wenn man bedenkt das ich nicht muslimisch bin?

Nur so als Beispiel,von wegem alles Islamisch.
Auserdem brauchen wir (Albaner)die EU nicht,Washington ist/mir viel Wichtiger.

Wilhelm Guschlbauer
00
22.9.2011, 16:38
Albaner u. zw. Christliche gibt's auch in Italien!

Albano Terme und südlich von Palermo, wo kein Mensch italienisch spricht!

Wilhelm Guschlbauer
00
22.9.2011, 16:38
Albaner u. zw. Christliche gibt's auch in Italien!

Albano Terme und südlich von Palermo, wo kein Mensch italienisch spricht!

fmi
00
ja dann sind alle zufrieden

Die Spaltung von Serbien beruht auf die ethnische Gruppe, die Religion ist nicht weit entfernt.
Die Kosovaren (90%) haben noch nicht kapiert, das ein Land nicht automatisch reicher wird, je mehr Kinder (ohne Arbeit) es gibt.

DirtyHarry
00
17.6.2011, 23:52

Vielleicht ist es nicht Apathie die dort vorherrscht, sondern Realitätssinn.

WAKU
03
17.6.2011, 18:01
Buseks Mit-spiele

am Balkan vor rund 20 Jahren waren manipulativ, destruktiv und ein Teil des heutigen Un- Friedens am Balkan. Sein Erbe ist ein Teil des heutigen Stillstands und der Perspektivlosigkeit der Region.

saratoga
00
18.6.2011, 10:23
Busek

Vollkommen richtig. Busek, war z.B. ganz genau 1998 über die Albaner informiert, was wirklich vor Ort passiert. Er hat Nichts unternommen und hinterlässt mit seiner kriminellen Energie einen Scherbenhaufen wie Bodo Hombach. Und man sollte von einem enorm hohen Milliarden Schaden sprechen, durch die Ratten der Politik, welche auch noch strohdumm sind. Heute ist der dümmste Politiker in Albanien, ebenso ein Österreicher: Wolfgang Grossruck, der nur in Bestechungsgeschäfte unterwegs ist.

Yossarian
65
17.6.2011, 12:50
Es ist nicht fair

dass so viele Staaten den Kosovo anerkennen.

Die EU ist als Friedensunion geplant gewesen und die Achtung der territorialen Integrität anderer Staaten sollte gemäss der Helsinki Schlussakte oberstes Gebot sein.

Zum glück gibt es noch Staaten in der EU, die dieses Prinzip hochhalten.

Kreshnik Krasniqi
11
17.6.2011, 13:42

Wann wurde die Helsinki Schlussakte noch mal unterschrieben?
Und wer war dieser Staat Serbien damals?
Und wer ist er Heute?

Yossarian
02
17.6.2011, 17:18
Die Helsinki Schlußakte wurde 1975 geschaffen

Ausser den Gründungsstaaten der KSZE haben sie auch andere Staaten später unterzeichnet, Albanien z.b. 1991.

In Artikel 4 heisst es:
"Die Teilnehmerstaaten werden die territoriale Integrita¨t eines jeden Teilnehmerstaates
achten."

Artikel 3:
"Die Teilnehmerstaaten betrachten gegenseitig alle ihre Grenzen sowie die Grenzen aller Staaten in Europa als unverletzlich."

Serbien ist übrigens Teilnehmer der OSZE, sowie auch Österreich.

Kreshnik Krasniqi
00
17.6.2011, 20:49

Super Antwort,dürfte ich aber Wissen wer die Helsinki Schlussakte 1975 unterschrieben hat für Serbien,ich meine damit welcher Staat?- Und welche Territoriale integrität wurde damals gewärhleistet?

Gilt eigentlich dieser Vertrag von 1975 auch für die CSSR?
Wie sieht es eigentlich für die Schlussakte aus für UDSSR?
Nein anders,der Warschauer PAkt wurde 1985 für weitere 20 Jahre verlängert,war er auch nach 1991/1992 noch gültig?

Da Sie mir die Helsinki Schlussakte gut erklären konnte,bekommen Sie ein Grün von mir.

17+4
00
17.6.2011, 15:11
ist das relevant, gelten die internationalen Verträge nur für die Personen

die sie unterschrieben haben?

andre skala
00
17.6.2011, 13:22

Menschen, die auf eine Unabhängigkeit des Kosovo pochen, wollen endlich Frieden in der Region. Vielleicht geht ja auch eine Südtirollösung?

Yossarian
00
17.6.2011, 13:59

Genau diese Leute waren und sind die Kriegstreiber. Auch wenn sie sich als Friedensengel verkleiden.

Kreshnik Krasniqi
00
17.6.2011, 13:49
Menschen, die auf eine Unabhängigkeit des Kosovo pochen

Ihr gelobtes Österreich hat es schon Anerkannt.
Guten Morgen.

Lobi
22
17.6.2011, 11:07

Bravo Busek!!!

Die EU darf/soll kein Geld an Griechenland geben eher die Griechen nicht Kosovo und Mazedonien anerkennen!!!

Genau so soll mit Rumänien sein!

Horst Holzinger
02
17.6.2011, 13:25

und natürlich das Baskenland und Nordirland. Aber ich habe vergessen, das sind alles Terroristen ...

Toni Mayr
32
17.6.2011, 10:02

Herr Busek, ich finde es nicht fair das Österreich den Kosovo anerkannt hat, da es gegen die UN Res. 1244 und gegen die öst. Neutralität verstösst. Herr Busek ich finde es nicht fair wenn sich Slawen einen Staatsnamen geben welcher existierte bevor noch Slawen am Balkan existierten!

Jetzt steht's 1:1 und jetzt müss ma wieder von vorne beginnen, gell.

andre skala
01
17.6.2011, 13:24
wo gibt es noch ein zweites Mazedonien?

In Griechenland ist es eine Provinz, die so heißt. Na und?

Kreshnik Krasniqi
21
17.6.2011, 12:22

Herr Busek,Sie verstehn was von Politik und so ist es und nicht anders.

Mehrere davon braucht die EU,um Klare Worte zu Sprechen.

BMPO-1892
00
17.6.2011, 12:07
...

die von Ihnen sog. "Slawen" trugen diesen Namen schon zu einer Zeit in der, das Land dem Sie entstammen noch keinen Namen hatte.

Soviel zu Ihrem geistreichen Kommentar, irgendjemand hätte sich irgendeinen Staatsnamen gegeben bzw. ausgedacht

Toni Mayr
52
17.6.2011, 12:48

Die Republik Mazedonien ist eine Jugoslawische Erfindung. Und Slawen sind keine Mazedonier. Mazedonier gibts erst seit es Jugoslawien gibt also ca. 100 Jahre. Viele sagen diese "Mazedonier" sind entweder Bulgaren oder Serben oder eine Mischung beider. Mazedonier gibts nicht mehr und falls doch in Griechenland wo es auch die Provinz Makedonien gibt. Was Sie behaupten ist eher umgekehrt Richtig. Die Gegend Mazedonien gibt es schon ewig. Und wenn Slawen Mazedonier genannte wurden weil sie an einem Platz namens Mazedonien lebten, sind sie noch lange keine Mazedonier.
Die Republik Mazedonien war eine Innerstaatliche Jugoslawische Bezeichnung und hat nichts mit einem eigenständigen Staat zu tun. Ich finde FYROM einen netten Namen!

GevatterTod
12
17.6.2011, 09:07
vielleicht wollen die nicht mehr

nachdem sie gesehen haben wie Griechenland und die Türkei von der EU Geld in den Anus geblasen kriegen!
Sie wissen, das sie dann auch zahlen müssten!

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