Einserkastl RAU

Griechenland-Syndrom

16. Juni 2011, 18:54
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    foto: ap/lefteris pitarakis

    Gegen die Sparmaßnahmen wird immer wilder und chaotischer demonstriert und gestreikt.

Fast alle Staaten in Europa weisen Anzeichen der griechischen Krankheit auf

Griechenland ist in Gefahr, weil die Regierungen (besonders die vorige, konservative) - und die Bevölkerung - unverantwortliche Zustände aktiv gefördert haben: ein riesiger Staatssektor mit überflüssigen Beamten, massive Freunderlwirtschaft mit Geldverschwendung bei sinnlosen Projekten, elende Steuermoral, Subventionierung von zukunftslosen (Staats)-Betrieben, das Ganze auf Schulden finanziert.

Gegen die dadurch ausgelösten Sparmaßnahmen wird immer wilder und chaotischer demonstriert und gestreikt. Das verschärft die Pleitesituation natürlich noch. Wenn die Maßnahmen nicht durchzusetzen sind, wird es irgendwann einmal auch keine Kredite von der EU und dem IWF mehr geben. Dann kommt der ungeordnete Staatsbankrott, der auch andere Länder (und deren Banken) nicht unberührt lassen wird.

Schrecklich unverantwortlich, diese Griechen. Aber fast alle Staaten in Europa weisen Anzeichen der griechischen Krankheit auf, nicht zuletzt Österreich. Üppige Klientelpolitik auf Schulden - das kennen wir doch auch. Verschwendung in sinnlosen Prestigeprojekten ist uns auch nicht fremd.

Die Steuermoral ist besser, die Wirtschaft insgesamt leistungsfähiger. Aber soeben hat der Währungsfonds gemahnt, dass wir etwas mit unserem Pensions- und Gesundheitssystem tun müssen. Wir mokieren uns über die Griechen, leiden jedoch selbst schon am Griechenland-Syndrom. (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 17.6.2011)

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Posting 1 bis 25 von 104
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Frodo Der Hobbit
01
20.6.2011, 02:07
die Krankheit heisst "Social Cancer" !

So treffend wie satirisch beschrieben, aber darüber kann man weder im konservativen noch im linken Europa diskutieren. Es ist einfach zu peinlich, das Ding zu erkennen.

- kein Europäisches Nationalbewusstsein, daher null Motivation Unangenehmes durchzusetzen, ausser gegen die, die ohnehin wehrlos sind.

- Bigotterie bis der Arzt kommt.

- Bilderberg: die Allegorische Gestalt der Krankheit. Wenn hinter verschlossenen Türen die Nichtbeteiligung/Marginalisierung der Bürger an der Zukunft einzementiert wird, wer hat Bock sich was Konstruktives zu denken? Die Lösung kann aber nur massiv-parallel wirken, nicht repräsentativ.

- die Abgehobenheit und innere Vernetztheit der politischen Kaste verhindert Korrektur von Fehlern. Schuld ist das Volk..

Gramurcki
03
18.6.2011, 11:07
Ja , wie wärs, wenn alle ihre Steuern zahlen?

Z.B. auch der Raiffeisenkounzern. Und ich meine nicht die 1,2 Prozent (€ 16,5 Mill) von letztem Jahr. Sondern so in meiner Liga, also knapp 45 Prozent. Dann tät ich auch gerne Banken retten.

scio ut nescio
00
17.6.2011, 19:11
der krug geht so lange zum brunnen, bis er bricht

- da nutzen noch so viele kittversuche nichts - wie sagt doch der volksmund - lieber ein ende mit schrecken, als ein schrecken ohne ende ;-) also

anders and
 
00
17.6.2011, 18:31

auch Japan und die USA leiden am Griechenland-Syndrom, das ist kein europäisches Spezifikum

ichbinsofrei.net
02
17.6.2011, 18:49

Vielleicht ist es ja gar kein Griechenland-Syndrom, sondern ein Kapitalismus-Syndrom. ;)

anders and
 
00
17.6.2011, 21:55
Störung der Wirtschaft durch Korruption und Klientelismus

ist ganz klar ein Kapitalismus-Syndrom.

Bei anderen Wirtschaftsmodellen läuft das anders: dort wird die Wirtschaft durch Korruption und Klientelismus zerstört.

http://mittelschicht.info
00
18.6.2011, 00:30

Aus einer Störung wird leicht Zer-Störung.

Bertel Mann
01
17.6.2011, 19:13
Vielleicht? Aber das bringen wirtschaftsverstehende liberale Bildungsbürger nicht über ihre Lippen

dasandere
15
17.6.2011, 18:04
Hey Rau!

Wo bleibt die Reportage über Faymann und Bronner, ja genau der, bei den Bilderbergern letzte Woche??!

Nicht? Nagut, dann halt Abo-Ende.

Fronius von Feynbein
01
17.6.2011, 19:01
in diesem rosa Blattl..

..wirst nix über die Bilderberger und die traurigen 4 Hanseln die Österreich dort vertreten hatten lesen.
Schaut aus wie ein Auszug aus der Muppet Show:
Bronner, Oscar, CEO and Publisher, Standard Medien AG
Faymann, Werner, Federal Chancellor
Rothensteiner, Walter, Chairman of the Board, Raiffeisen Zentralbank Österreich AG
Scholten, Rudolf, Member of the Board of Executive Directors, Oesterreichische Kontrollbank AG

http://info.kopp-verlag.de/hintergru... liste.html

ichbinsofrei.net
11
17.6.2011, 18:03

Was ich immer schon sagen wollte:
http://ichbinsofrei.net/2011/06/w... en-wollte/

Im Übrigen ist es einerlei, ob "Otto" in Gestalt eines Hans' auftaucht oder nicht. In Wahrheit ist ja fast jeder ein Otto, Großaktionär im Geiste. Leider.

Radiolar
00
17.6.2011, 18:03
Motto: ein Wischiwaschi-Text paßt immer.

.
Die Klientenpolitik, die Schulden, die sinnvollen hoppla, die sinnlosen Prestigeobjekte, die Verschwendung

Kehren wir ... uns den Rücken ... ehem ... vor unserer eigen Tür.

So is.

Luftverschmutzungs-Ökonom
00
17.6.2011, 17:54

BoniBanker sagen nun was Griechenland tun muss. Wenn das nicht ein hochprozentiger Alkohol-Aufguß auf einen glühenden Ofen ist, dann weiß ich es nicht

Alpenrambo
01
17.6.2011, 13:34
Wir mokieren uns über die Griechen, leiden jedoch selbst schon am Griechenland-Syndrom.

Jaja...Alexis Sorbas lässt schön grüüßen!

Floaschkas
00
17.6.2011, 14:07
"Hast Du schon einmal etwas sooo schön zusammenkrachen gesehen?"

Das hat halt hier etwas andere Dimensionen wie im Film.

Räudiger Straßenköter
00
17.6.2011, 12:55
Euro-Domino

Wenn die Griechen mehr Geld ausgeben wollen als sie einnehmen und deswegen pleite gehen hätte das kaum jemand gestört. Aber durch den Euro tritt jetzt der Dominoeffekt ein. Demnächst krachen Portugal, Spanien, Italien. Das Ausmaß der kommenden Rezession wird enorm sein. Die Verantwortung dafür tragen einzig die europäistischen Idioten, die Griechenland in die Eurozone geholt haben. Vor einem halben Jahr noch waren übrigens in allen heimischen Zeitungen Kommentare zu lesen wiesehr Österreich von der Euroeinführung profitiert hat.

noexist
 
14
17.6.2011, 14:21

Dass das Finanzsystem zusammenkracht hat nix mit den Griechen zu tun, das liegt einfach an seiner Konstruktion.

Käsepappeltee
00
17.6.2011, 12:47

ich hätte statt einem Stresstest, gerne einen Crahstest für Banken und Staaten. Denn anscheinend ist unser System weder durchdacht noch richtig überwacht ... von einem Airbag, für den Bürger, ganz zu schweigen.

http://www.youtube.com/watch?v=RMNVVHI2ZNg

Das geht doch nicht an, dass man so unkoordinierte Zustände auf dem Rücken des Bürgers vollzieht. Der Bürger will ein Schönes Leben und nicht die Unfähigkeit seiner Politiker spüren müssen.

nö, mach ich nicht!
27
17.6.2011, 12:29
Der Standard: ein neoliberales Hetzblatt

Wenn's nach dem Herr Rauscher ginge, würden wir alle bis 75 für einen Hungerlohn arbeiten und unsere Arztrechnungen selber zahlen. Und er würde dann auf der Standard-Titelseite davon berichten, wie sehr das alles noch zu wenig ist.

Denn: Geht's der Wirtschaft gut, dann - ach, für was anderes interessiert sich ja eh keine Sau mehr.

http://wutimbauch.wordpress.com/2011/06/1... iechinnen/

Poldi Fesch
50
17.6.2011, 15:52
Staat schlicht nicht den Zweck verfolgt, seiner Bevölkerung ein gutes Leben zu verschaffen

korrekt, ist auch nicht seine Aufgabe

ichbinsofrei.net
04
17.6.2011, 17:59

Was dem Staat seine Aufgabe ist, bestimmt der Staat, nicht Poldi und nicht "Wut im Bauch".

Poldi Fesch
40
17.6.2011, 18:02
ja,

der autoritaere. Ist bekannt, wie Diktaturen funktionieren

http://mittelschicht.info
00
18.6.2011, 00:39

Nein, jeder.

Poldi Fesch
10
18.6.2011, 00:53
falsch

der Rechtsstaat ist ans gelindeste Mittel gebunden. Er darf den Buerger nicht mehr belaestigen als unbedingt noetig

http://mittelschicht.info
00
18.6.2011, 23:15

Idealist. Wer bestimmt, dass der Staat ein Rechtsstaat ist? Der Staat. Merken Sie was?

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