Klang- und Kung-Fu-Körper

16. Juni 2011, 17:43
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Beim 17. Tanzsommer in Innsbruck gastieren derzeit bis Mitte Juli Formationen von Weltrang, darunter Sidi Larbi Cherkaoui oder auch Stomp

 

Innsbruck - Was anderswo der Mülllagerung oder Müllbeseitigung dient, mutiert bei Stomp zu ultimativen Klangkörpern. Mit dröhnenden Ölfässern, Wassereimern, klappernden Mülldeckeln, Besen und eisenbeschlagenen Arbeitsschuhen verwandeln die durchtrainierten Performer aus den USA die Welt der Straßenkehrer in pulsierenden Tanz. Bis Sonntag sind sie derzeit Gast des 17. Tanzsommers Innsbruck.

Mit der Rambert Dance Company aus Großbritannien kommt wiederum eine der traditionsreichsten und stilbildendsten Tanzkompanien angereist. Von Marie Rambert (1888-1982) gegründet, ist sie die älteste Tanzkompanie der Welt. Geschätzt wird die Truppe wegen ihrer Kreativität und ihres Gespürs, Tradition und Innovation geschmackvoll in Einklang zu bringen.

Der Kanadier Eric Gauthier, international gefragter Choreograf, und seine Stuttgarter Dance Company servieren À La Carte sieben kurze Gustostücke auf hohem tänzerischem Niveau. Zwar sind alle Tänzerinnen und Tänzer klassisch ausgebildet - dennoch legen sie ihren Schwerpunkt auf das moderne Bewegungsrepertoire. Ihr Tanz erzählt Geschichten und bringt zum Lachen.

17 kahlrasierte chinesische Shaolin-Mönche in grauen Kung-Fu-Anzügen sind die Stars von Sutra, einem Tanzereignis des flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui. Fernöstlicher Kampfsport, Akrobatik und Tanz verbinden sich zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk. Die sargähnlichen Holzkisten, entworfen von Turner-Preisträger Antony Gormley, sind zentrales Element der Choreografie. Vom polnischen Komponisten Szymon Brzóska stammt die live gespielte Kammermusik für Klavier, Schlagzeug und Streicher.

Und die Zauberflöte ist in einer preisgekrönten südafrikanischen Interpretation von Mark Dornford-May zu erleben. Vierzig Musiker, Tänzer und Sänger lassen Mozarts Opernklassiker auf Marimbas, Trommeln und Township-Percussion erklingen.  (Dorothea Nikolussi-Salzer/ DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2011)

Bis 15. 7.

  • 17 chinesische Shaolin-Mönche sind die Stars in Sidi Larbi Cherkaouis 
akrobatischem "Sutra".
    foto: hugo glendinning

    17 chinesische Shaolin-Mönche sind die Stars in Sidi Larbi Cherkaouis akrobatischem "Sutra".

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