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"Wir müssen Apathie und Hoffnungslosigkeit überwinden."
Lívia Járóka ist einzige Roma-Vertreterin im EU-Parlament. Mit der vom ungarischen Ratsvorsitz forcierten Roma-Strategie sind die Staaten, aber auch die Roma selbst am Zug, sagte sie zu Josef Kirchengast.
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STANDARD: Sie sind die einzige Vertreterin der Roma-Volksgruppe im EU-Parlament. Ist das nicht symptomatisch für die Vernachlässigung des Roma-Problems in der europäischen Öffentlichkeit, angesichts geschätzter zehn bis zwölf Millionen Roma in der EU?
Járóka: Dass die Roma-Gemeinden in der Politik und in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens unterrepräsentiert sind und am bürgerlichen und politischen Leben erstaunlich wenig teilnehmen, ist tatsächlich eine Schlüsselfrage. Der Relation nach sollten etwa 20 Roma-Vertreter im Europäischen Parlament sitzen – tatsächlich sind die Roma 150-mal schwächer vertreten als Luxemburg, das mit weniger als einer halben Million Einwohnern sechs Abgeordnete stellt.
STANDARD: Warum sind bisher sowohl nationale als auch EU-weite Strategien zur Verbesserung des Lebens der Roma gescheitert?
Járóka: Bisher waren Entwicklungsprogramme, Anti-Armuts-Strategien und explizite Roma-Projekte nicht getrennt, die Projekte wurden nicht sorgfältig evaluiert, es wurden keine klaren Kriterien und Ziele gesetzt. Im Fall der neuen Strategie muss jeder Mitgliedstaat eine Zehn-Jahres-Strategie zur Integration der Roma mit spezifischen Zielen, Fristen und Bewertungsmarken vorlegen.
STANDARD: Wer überprüft die Umsetzung der nationalen Pläne?
Járóka: EU-Kommission und Grundrechte-Agentur werden sie unmittelbar nach der Präsentation bewerten, basierend auf gemeinsamen und vergleichbaren Indikatoren, und danach den anderen Institutionen jährlich über die Umsetzung berichten. Dieser Mechanismus ist neu. Ich glaube, damit können die nationalen Aktionspläne koordiniert und die Regierungen zum Handeln gezwungen werden.
STANDARD: Wie weit sind die Roma-Gemeinschaften selbst an ihrer Lage schuld? Wollen sie wirklich besser integriert werden oder lieber ihr traditionelles Leben leben?
Járóka: Armut ist keine Tradition sondern ein Umstand, dem jeder Mensch entkommen will. Tradition kann sich auf Fragen der Identität, Familienbeziehungen, Kunst oder Sprache beziehen, aber fehlendes Fließwasser oder Mangel an Medikamenten ist nichts, was man sich wünscht. Andererseits ist Integration ein schwieriger, langer Prozess, der zwei Seiten hat.
STANDARD: Wo liegt die Hauptverantwortung?
Járóka: Die EU kann nur zehn Prozent der Verantwortung für einen Erfolg übernehmen, je 20 Prozent liegen bei nationalen Regierungen und örtlichen Behörden. Aber die Hälfte, die entscheidenden 50 Prozent, bleibt bei den Roma. Deshalb müssen wir die Apathie überwinden, die aus der Hoffnungslosigkeit kommt.
STANDARD: Was sind die Kernelemente der von der EU-Kommission präsentierten Roma-Strategie, die der ungarische Ratsvorsitz zu einer seiner Prioritäten erklärt hat?
Járóka: Ein Schlüsselkonzept ist das Prinzip der territorialen Zielgerichtetheit. Denn die soziale Benachteiligung verteilt sich geografisch nicht gleichmäßig in den Mitgliedstaaten, sondern Armut und soziale Ausgrenzung konzentrieren sich auf unterentwickelte Kleinregionen, die vorwiegend von Roma bewohnt werden. Mein Bericht an das EU-Parlament fordert daher die Erstellung einer gesamteuropäischen Krisenkarte, um diese Kleinregionen zu identifizieren und nach vergleichbaren Indikatoren zu beurteilen.
STANDARD: Auf dieser Basis sollen dann also die nationalen Pläne erstellt werden. Welche Rolle kommt dabei der EU-Kommission zu?
Járóka: Die Kommission scheint bereit, eine Führungsrolle bei der Koordination der wichtigsten Umsetzungsbereiche zu spielen.
STANDARD: Kann man wirklich erwarten, dass die Mitgliedstaaten die Strategie auch umsetzen?
Járóka: Im Rat für Beschäftigung, Sozialpolitik und Gesundheit haben die Minister die Schlussfolgerungen der Präsidentschaft bereits einstimmig angenommen. Deshalb hoffe ich, dass der Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 24. Juni die Strategie ebenfalls befürworten wird. Die beschriebenen Elemente befähigen, glaube ich, die EU und die Mitgliedstaaten, eine vielschichtige und langfristige Strategie zu starten.
STANDARD: Ungarn hat eine der größten Roma-Gemeinden in der EU und das Problem bisher nicht gelöst. Es gibt Spannungen nicht nur zwischen Roma und rechtsextremen Gruppen, sondern auch zwischen Roma und der Mehrheitsbevölkerung. Die ungarische Regierung propagiert einerseits eine nationale und eine EU-weite Roma-Strategie, betont aber andererseits nationale ungarische Werte. Ist das nicht ein Widerspruch?
Járóka: Überhaupt nicht, weil die ungarischen Roma seit 700 Jahren organischer Teil der ungarischen Nation sind. Die Regierung ist standhaft geblieben beim Schutz der Roma vor extremistischen Gruppen und hat eine Änderung des Strafrechts beschlossen, wonach ein solches Verhalten (aggressives Vorgehen gegen Roma, Red.) mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden kann. Auf europäischer Ebene hat die ungarische Regierung bereits mehr Anstrengungen für ein Ende von Armut und sozialer Ausgrenzung von Roma unternommen als jede frühere Präsidentschaft. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2011)
Lívia Járóka (36) ist derzeit das einzige Roma-Mitglied im Europäischen Parlament. Sie kandidierte auf der Liste der ungarischen rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz. "
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Unter Kádár wurde die Integration der Zigeuner ganz gut vorangetrieben.
Mit der Wende haben die Blutsauger die Arbeitsplätze der Zigeuner - die geringfügig gebildet sind -, vernichtet.
Heutzutage muß ein Mensch verenden, wenn die Blutsauger aus ihm nicht saugen können.
Über die wahren Verantwortlichen wird nicht mal geredet.
Es gibt sie die Sinti in Österreich! 15. jhd erstmals in deutschem Sprachraum! Die ersten kamen im 19 jhd. nach Österreich! Begriff Sinti wird nur im deutschen Sprachgebrauch verwendet! Waren meist Musiker, Schauspieler, Handwerker und fahrende Hänler.
Aber machen sehr wohl einenen Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Menschen,
wozu die Österreicher keinen Mut haben.
Wenn Du wissen willst, was "Gut" und "Schlecht" ist, frage einen tiroler Bauer...
wer von euch, die über roma und sinti urteilen, wissen wie es ist unter solchen umständen zu leben? NIEMAND!
vielleicht sollte man ein wenig darüber nachdenken, bevor geurteilt wird! wenn ein volk jahrhundertelang verfolgt und von der restlichen bevölkerung diskriminiert wird ist es kein wunder, dass die situation so ist wie sie ist.
glaube einfach nicht dass einige Gruppen der Roma so leben will wie andere Leute es wollen, sie sind ein Teil der Kultur Europas, seit Jahrhunderten ziehen sie durch Europa ohne festen Wohnsitz. Diktaturen und Grenzen zwangen sie in dazu in festen Wohnsitzen zu bleiben, dass sie das nicht wirklich mögen zeigen ja die Bilder. Naja sie sollen wieder das fahrende Volk werden und damit glücklich sein, nur ungefähr eine 10 km Tabu Region rund um mein Dorf einhalten:)
@marcopolo hat hier recht...viele kennen die Geschichte dieser Volkksgrupp(en) kaum oder gar nicht. Staaten, aus denen diese Volksgruppen stammen, sollten endlich aufhören sie verfolgen und ihnen das Recht auf Arbeit einräumen, wir leben im 21JH...meine Herrschaften, und es ist mehr als beschämend, daß man einen Teil einer grossartigen Geschichte einfach überspringt, nur weil man sie nicht wahrhaben will.
Und Dir lieber @Hofer...seien die folgenden Zeilen ans Herz gelegt.
Vorurteile sagen nie etwas aus über die Menschen, die sie beschreiben - Vorurteile sagen jedoch sehr viel aus über die Menschen, die Vorurteile benutzen. Diskriminierung beginnt immer schon mit der Geringschätzung Andersdenkender.
*************************************
zur besseren Information...ich gehöre nicht zu dieser Volksgemeinschaft, aber ich achte und respektiere sie wie alle anderen auch!!
http://www.zigeuner.de/sinti_und... jahren.htm
die roma so leben lassen wie sie wollen? das geht leider nicht. in unser gesellschaft müssen gefälligst alle gleich sein, gleich handeln, den gleichen lebensstil pflegen (natürlich mit graduellen unterschieden) und immer brav rufen "wir sind frei".
alles andere ist in unserer "pluralistischen" gesellschaft unerwünscht.
direkt gegenüber der EU-Kommission.
Dann für jedne EU-Bonzen mindestens eine Roma-Siedlung direkt in der unmittelbaren Nachbarschaft.
Wäre vielleicht heilsam, und würde das aufgeregte Gegackere über "Diskriminierung" etwas verringern...
Die Eingliederung der Roma wird von der EU mit 2 € je Person gefördert
Die durchschnittliche europäische Kuh erhält Subventionen von 7 €
Was sollen 2 Euro pro Jahr an Ergebnissen bewirken ?
Um das Geld bekommt man nicht einmal ein Kinderbuch !
lächerlich, sie wollen die bewirtschaftung von rindviechern mit der subvention der roma/ von menschen vergleichen?
nicht angebrachter zynismus
es ist so schon schwierig genug, den eu-bürgerinnen zu erklären, warum ausgerechnet eine einzige ethnische gruppe soviel zuwendung an programmen, geld, konferenzen etc. bekommt
das kann leicht nationalistische reaktionen befördern
Wieviele Rettungspakte würden reichen, wie viele Milliarden können das Leiden vorerst lindern? Wo dürfen wir die gespendeten Mercedes abstellen, wo können wir die Wiedergutmachungsvillen aufstellen? Wo können wir exemplarisch bußfertig auf den Knien rutschen und alle Schuld auf uns nehmen?
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