Die Marke "Telekom Austria" ist nun Geschichte

16. Juni 2011, 12:02
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A1 startet mit neuem iPhone Kombi-Angebot und entschuldigt sich für Website-Störung

Die Marke "Telekom Austria" ist Geschichte. Seit Dienstag tritt das Unternehmen unter der Dachmarke A1 auf, die bisher dem Handygeschäft vorbehalten war. "Ein mutiger Schritt, aber er ist richtig", so Firmenchef Hannes Ametsreiter am Donnerstag vor Journalisten. Nachdem Festnetz und Mobilfunk schon vor rund einem Jahr firmenrechtlich fusioniert haben, gibt es jetzt auch für den Kunden nur mehr einen Ansprechpartner mit Namen A1. Von der Betreuung in den rund 100 A1-Shops bis zu den Kundenprogrammen und der Hotline wird alles "aus einer Hand" angeboten, versprach Ametsreiter. Die Kosten des Marken-Relaunch wurden nicht genannt - nur soviel: "In zwei Jahren sparen wir uns 20 Prozent der Werbeausgaben." Künftig will man verstärkt in in Online-Medien werben.

iPhone-Kombi

Personal soll trotz der Zusammenlegung von Marketing und Vertrieb nicht gekündigt werden. "Wir wollen den Kunden noch stärker servicieren", so Ametsreiter. Als Zielgruppe nennt er beispielsweise kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Aufträge erhofft man sich auch von der neuen "A1 Smart Kombi", erhältlich ab 20. Juni, die Festnetz-Internet und ein kostenloses iPhone 4 inklusive Datenvolumen in einem Paket anbietet. Die „Smart Kombi" besteht aus einem Smartphone Tarif mit 1000 Minuten Sprachtelefonie, 1000 SMS und unlimitiertes Datenvolumen (d.h. Drosselung nach einem GB Datenvolumen auf 64 kB/s) , einem unlimitierten Breitbandanschluss und einem iPhone 4 für 34,90 Euro pro Monat. Zuzüglich der Internet Service Pauschale über 15 Euro und 19,90 Euro Sim Pauschale. Die beiden Pauschalen sind jährlich zu bezahlen. 

Festnetz

Diese Kombiangebote sollen auch zu einem "größeren Nettowachstum bei den Festnetzkunden" führen, so Alexander Sperl, Marketing- und Vertriebschef von A1. Bei den Verkaufsläden soll es trotz Nebeneinander von vormaligen Mobilfunk- und Festnetz-Shops zu keiner Reduktion kommen. Einerseits will man einzelne Räumlichkeiten zusammenlegen, einerseits sieht man sich nach "neuen Geschäftsflächen" um, so Sperl, der deshalb lieber von "Verschiebungen" bei den Standorten spricht.

"Wir tun hier weit mehr, als jedes andere Telekommunikationsunternehmen"

Die Infrastruktur von Festnetz und Mobilfunk will man auch in den kommenden Jahren vorantreiben. "Wir tun hier weit mehr, als jedes andere Telekommunikationsunternehmen", betonte Ametsreiter. Der momentan stattfindende Ausbau des Glasfasernetzes in Österreich sei eine Investition für die nächsten 50 bis 100 Jahre. A1 sei hier federführend, noch im Herbst will man in Wien in den Bezirken Meidling und Döbling starten. Man warte aber noch auf das grüne Licht der Regulierungsbehörde RTR, die prüft, ob auch anderen Wettbewerbern der Zugang zum Hochgeschwindigkeitsnetz garantiert wird.

LTE

Im Mobilfunkbereich will A1 bei LTE (Long Term Evolution) mitmischen. Die Nachfolgetechnologie von UMTS ermöglicht weit schnelleres mobiles Surfen. Und auch in dünn besiedelten Gebieten will A1 das Angebot verbessern. Die dazu notwendige staatliche Versteigerung der Frequenzen der sogenannten "Digitalen Dividende" erwartet Ametsreiter innerhalb des ersten Halbjahres 2012.

Neuer Webauftritt

"Es tut uns leid, dass das passiert ist", sagte Sperl zur technischen Störung des Internetauftrittes von A1. Am Dienstag war die Website für einige Stunden nicht erreichbar. Der Verweis auf facebook.A1.net sorgte für Kritik der Kunden. "Uns ist völlig klar, dass wir via Facebook nicht alle erreichen", so Ametsreiter.

Telekom Srbija-Deal

Die Übernahme des serbischen Anbieters Telekom Srbija hat sich das Unternehnen erstmal aus dem Kopf geschlagen. "Da gibt es nichts Neues. Ich nehme an, dass es bis zu den Wahlen im nächsten Jahr zu keinen Veränderungen kommt", sagte Ametsreiter. Die österreichische Telekom hatte als einziger verbleibender Bieter bis zu 1,1 Milliarden Euro für die Telekom Srbija geboten. Die serbische Regierung wollte das Unternehmen - wohl auch wegen des bevorstehenden Wahlkampfs - aber nicht unter 1,4 Milliarden Euro verkaufen und hat den Deal auf Eis gelegt.

Nun sehe sich der österreichische Telekomkonzern nach weiteren Zukaufsgelegenheiten in Osteuropa um. "Es gibt noch das eine oder andere, aber es gibt jetzt nichts Konkretes, das ich schon sagen könnte", sagte Ametsreiter.
Erst Anfang Juni hatte das Unternehmen die Übernahme des kroatischen Kabelnetzbetreiber B.NET für 93 Millionen Euro angekündigt, die in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen soll. (APA/sum/Reuters)

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    foto: sum
  • Hannes Ametsreiter und Alexander Sperl, Chief Commercial Officer A1, bei der A1-Pressekonfernez am Donnerstag

    Hannes Ametsreiter und Alexander Sperl, Chief Commercial Officer A1, bei der A1-Pressekonfernez am Donnerstag

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