Buchtipp

Ausflug in den Sektionssaal

Regina Philipp, 16. Juni 2011, 11:33
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    foto: peperoni books/patrik budenz

    Quaestiones medico-legales: Hinder den Kulissen der Rechtsmedizin

    Patrik Budenz, 160 Seiten, Euro 28,00, 87 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Peperoni Books, 2011, ISBN 9783941825215

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    foto: peperoni books/patrik budenz

    „Willst du denn wirklich so etwas fotografieren? Das war die erste Reaktion, als ich meiner Familie erzählte, dass ich eine Fotoserie über die Rechtsmedizin erstellen wollte."

Fotograf Patrik Budenz rückt Rechtsmediziner in das Zentrum seiner Betrachtungen

„Das ist doch vollkommen unrealistisch", war Patrik Budenz erster Gedanke als er beim abendlichen Zappen durch die Fernsehkanäle bei der Serie CSI hängenblieb. Der Fotograf wollte es genauer wissen und hat Rechtsmediziner am Berliner rechtsmedizinischen Institut vier Jahre lang bei ihrer Arbeit begleitet. 

Bei CSI ist alles möglich. Folge für Folge darf der Zuschauer beobachten, wie Computerspezialisten, Biologen und Chemiker in achtlos weggeworfenen angebissenen Äpfeln die DNA eines Mörders entdecken oder über Haaranalysen die Spur eines Entführungsopfers verfolgen. Die Täter sind in jedem Fall schnell überführt, denn die Spezialisten arbeiten mit High-Tech-Methoden in Designer-Labors, die eher an Cocktail-Bars erinnern, als an Arbeitsplätze. 

Die Wirklichkeit ist eine andere. Rechtsmediziner sind weder Polizeibeamte noch Ermittler. Trotzdem tragen sie im Unterschied zu Pathologen ganz wesentlich zur Aufklärung von Gewaltverbrechen bei.

Gewöhnungsbedürftige Gerüche und Geräusche

„Blicken Sie den Toten nicht direkt in die Augen. Das macht es einfacher", mit diesem Tipp eines Sektionsassistenten machte sich Patrik Budenz mit der Kamera auf seinen ersten Weg in den Sektionssaal. Der Autor erwies sich als „leichenfest". Von Übelkeit und Ohnmachtsanfällen blieb er verschont. An den stechenden Fäulnisgeruch und an das leise Knirschen, das die Durchtrennung der Rippen beim Öffnen des Brustkorbes verursachte, konnte er sich aber nicht gewöhnen. 

Budenz hat Rechtsmediziner bei der Arbeit am Tatort, im Sektionssaal, im Labor und hinter dem Schreibtisch mit seiner Kamera begleitet. Eine Grenzerfahrung, die für ihn innerhalb von vier Jahren zur Normalität wurde. Eine Normalität, die sich auch in seinen Bildern wiederspiegelt. In Schwarz-Weiß gehalten, zeigen die Aufnahmen weniger Schockierendes als Anmutiges. Der Betrachter wird fasziniert von den Details und gewinnt gefühlvolle Einblicke in eine reale Welt, die mit der Fiktion der Fernsehserien wenig zu tun hat. (derStandard.at, 16.06.2011)

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18 Postings
der müde Joe...
04
17.6.2011, 12:26
http://www.youtube.com/watch?v=5ZOUd5K0sLU

-

Der Klassiker unter den Autopsien!

Anno_Nym
00
17.6.2011, 08:48

Ach ja, das knistern/knacken/knirschen, wenn die Rippen durchtrennt werden..

florus flagrantius
03
17.6.2011, 08:10
jetzt weiss ich um die arbeit eines sektionschefs bescheid.

:::

Janne Bhonen
00
17.6.2011, 02:30
Quaestiones medico-legales: Hinder den Kulissen der Rechtsmedizin

sup

OGHaha
01
16.6.2011, 22:42
Da hats in den 90ern mal einen Film im TV (nicht im ORF) gegeben,

da sah man einen ungarischen Sektionsgehilfen detailliert bei seiner Arbeit.

Kann sich noch wer erinnern?

romero69
00
27.6.2011, 12:34

sehr guter Film!!

ja, eh
00
22.6.2011, 11:12

Ja. War sehr berührend, dieser Zugang zu Leben und Tod.

Michaela Horvath
01
20.6.2011, 19:41
OGHaha
00
21.6.2011, 20:59
Danke!

Lilith Boessse
 
32
16.6.2011, 12:50
klingt spannend!

so von zeit zu zeit einmal darüber nachdenken, wie und in welche substanzen ein körper nach dem leben zerfällt - das kann schon einiges relativieren.

wenns nicht umweltproblematisch wäre, fände ich eine bestattung in der bloßen erde schön - leichen sind guter dünger. mann wäre futter für einige tiere und es wüchsen blümchen oder so aus einem (in kambodscha warns halt kokuspalmen).

aber aus hygienegründen: feuerbestattung!

(davon, wie und wodurch die toten ums leben gekommen sind, muss man vielleicht gar nicht so genau wissen?)

Tethys
00
17.6.2011, 09:55
(davon, wie und wodurch die toten ums leben gekommen sind, muss man vielleicht gar nicht so genau wissen?)

Ein Archäologe denkt da anders. Es ist hochinteressant zu sehen, woran die Menschen vor tausend und mehr Jahren so gestorben sind.

Und sogar jetzt: es ist in manchen Fällen vielleicht gut zu wissen, ob es Mord, Unfall oder Selbstmord war...

Lilith Boessse
 
00
17.6.2011, 13:11
nachdem die fotos in der gerichtsmedizin (?)

gemacht wurden, gehe ich davon aus, dass einige dieser personen nicht ganz freiwillig aus dem leben geschieden sind ....

und auch wenn ich finde, man sollte dem leben nach möglichkeit immer direkt ins auge schaun - manchmal tut wegschaun auch gut (dann, wenn man eh nicht helfen kann z.b.)

Schilcherfreund
03
16.6.2011, 16:02
Tipp:

Googeln Sie mal nach "Stundenbuch des Todes"

Lilith Boessse
 
00
16.6.2011, 17:44
danke!

habs gefunden - lesen werd ich allerdings erst nach dem abendessen.....

K. K. Lacke
00
16.6.2011, 14:13
für die NATUR ist es kein Problem wenn sie "wild" verbuddelt werden

solche Partikularismen gegenüber der Natur sind gemeinhin Markenzeichen des Menschen

Lilith Boessse
 
00
16.6.2011, 12:51
mann bitte ersetzen durch

man !!!

=OP

Werner Eder
00
16.6.2011, 20:26

Und wenn wir schon dabei sind: Kokospalmen statt Kokuspalmen.

Lilith Boessse
 
00
17.6.2011, 08:57
na dann!

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