Schüssel fühlt sich nicht angesprochen

21. Mai 2003, 16:46
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"Der Bundespräsident wird selber interpretieren, was er gemeint hat"

Wien - Nach eigenen Worten "persönlich nicht angesprochen" fühlt sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) von Bundespräsident Thomas Klestil, der in der "Neuen Zürcher Zeitung" im Zusammenhang mit der Diskussion um die Pensionsreform die Möglichkeit der Abberufung des Kanzlers in den Raum gestellt hat. Wie Schüssel nach seiner Rückkehr aus München Mittwoch Nachmittag auf Journalistenfragen erklärte, wolle er die Äußerung Klestils nicht interpretieren. Der Bundespräsident soll selber dazu Stellung nehmen, so der Kanzler.

Er, Schüssel, versuche "nach bestem Wissen und Gewissen" eine sozial ausgewogene Pensionsreform zustande zu bringen. "Das weiß die Österreichische Bevölkerung", meinte Schüssel.

Die verfassungsmäßige Möglichkeit des Bundespräsidenten, einen Bundeskanzler bzw. eine Bundesregierung zu entlassen, sei bekannt. "Der Bundespräsident wird selber interpretieren, was er gemeint hat", so der Kanzler.

Das Interview in der "Neuen Zürcher Zeitung" habe er, Schüssel, noch nicht gelesen. "Ich werde es mir irgendwann anschauen", so sein knapper Kommentar. Schüssel informierte am Nachmittag im EU-Hauptausschuss die Parlamentarier über den Stand der Diskussion im EU-Konvent. Am Abend steht der "Runde Tisch" zur Pensionsreform mit den Sozialpartnern auf dem Programm. (APA)

  • Schüssel fühlt sich von den Aussagen von Klestil über eine mögliche Entlassung des Kanzlers durch den Bundespräsidenten "persönlich nicht angesprochen"
    foto: standard/cremer

    Schüssel fühlt sich von den Aussagen von Klestil über eine mögliche Entlassung des Kanzlers durch den Bundespräsidenten "persönlich nicht angesprochen"

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