Mehr hackeln nur für mehr Geld

21. Mai 2003, 18:53
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Leistungswille in Österreich gedämpft: Heimische Arbeitnehmer könnten zwar mehr leisten, wollen aber nicht, "weil es nichts bringt" - mit Umfrage

Wien - In Österreich ist der Leistungswille derzeit gedämpft: In einer Umfrage des Sora-Instituts gaben zwar rund drei Viertel der Befragten an, ihre persönliche Arbeitsleistung durchaus noch steigern zu können. Aber nur 55 Prozent würden dies tatsächlich auch tun.

Keine "Arbeitsmuffel"

Daraus dürfe aber nicht geschlossen werden, dass die Österreicher "Arbeitsmuffel" seien, sagt Edith Enzenhofer, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Sora am Mittwoch. "Um mehr Stunden zu leisten, wollen die Österreicher mehr Grundgehalt oder geänderte Arbeitsbedingungen", so Enzenhofer weiter, bei der "zweiten Komponente der Leistung, der Qualität", sei man in hierzulande durchaus bereit, sich zu entwicklen - etwa durch Weiterbildung.

Prinzipiell lasse sich die aktuelle Haltung der Österreicher auf Basis der Umfrage unter 430 Arbeitnehmern und Führungskräften mit dem Satz zusammenfassen: "Ich könnte mehr leisten, will aber nicht, weil es bringt mir persönlich nichts."

"Zeitdruck, Stress und Überbelastung"

Für fast die Hälfte der Befragten ist der Auslöser einer gehemmten Produktivität "Zeitdruck, Stress und Überbelastung", für fast ein Drittel die "unzureichende Ausstattung des Arbeitsplatzes", für ebenso viele das "Fehlen von leistungsorientierter Bezahlung".

Generell werde die wirtschaftliche Produktivität Österreichs durch die "österreichische Bürokratie" (74 Prozent), die "mangelnde Bereitschaft der Arbeitgeber, leistungsgerecht zu bezahlen" (61 Prozent) sowie durch schlechte Ausbildung (58 Prozent) und "gesetzliche Beschränkungen" negativ beeinflusst, so die von Sora gesammelten Antworten. (szem, APA, DER STANDARD; Printausgabe 22.5.2003)

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    Zeitdruck, Stress und Überbelastung schränken das Leistungspotential der heimischen Arbeitnehmer ein

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