Mit der Kraft der Kleinen Braunelle gegen Herpes

20. Mai 2003, 18:44
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Anderer Wirkungsmechanismus als bei herkömmlichen antiviralen Medikamenten

Halifax - Kanadische Forscher haben ein neues Mittel gegen Herpes in Aussicht gestellt. Bei erkrankten Tieren hat sich die Substanz - hergestellt aus Inhaltsstoffen der Wildpflanze Prunella vulgaris (Kleine Braunelle) - in der Prävention und Behandlung als wirksam erwiesen. Die Ergebnisse wurden am Montag auf dem 103. Treffen der American Society for Microbiology vorgestellt.

Prunella vulgaris enthält u.a. Gerbstoffe, deren bakterienhemmende Wirkung bereits nachgewiesen wurde. Forscher um Song Lee von der Dalhousie University in Nova Scotia extrahierten einen Lignin-Kohlenhydrat-Inhaltsstoff, den sie einer Creme hinzufügten und an Mäusen und Meerschweinchen mit einer Herpes-simplex-Virus-1 (HSV-1) und -2-(HSV-2)-Infektion testeten. Bei den behandelten Meerschweinchen reduzierten sich im Vergleich zu den Kontrolltieren die Hautläsionen signifikant. Bei Mäusen erhöhte sich die Überlebensrate.

"Der Wirkstoff gegen HSV-1 und HSV-2 in P. vulgaris ist eine neuartige Lignin-Kohlenhydrat-Kombination. Der Wirkungsmechanismus unterscheidet sich von jenem des antiviralen Medikaments zur Herpesbehandlung Acyclovir", erklärt Lee. Da Herpes-Infektionen im Steigen sind und bei Virenstämmen immer häufiger Resistenzen gegen Acyclovir auftreten, könnte sich die Lignin-Kohlenhydrat-Kombination der Wildpflanze als sinnvolles neues Medikament zur Herpes-Behandlung erweisen, resümieren die Forscher.(pte)

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    Prunella vulgaris

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