Genre-Gräben überbrücken

20. Mai 2003, 13:00
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Das Festspielhaus St. Pölten positioniert sich als Tanz-und Konzertstätte

St.Pölten - Das - früher "von außen" bespielte - Festspielhaus St. Pölten hat ein "Innenleben" bekommen, freute sich Intendant Michael Birkmeyer am Dienstag über die sich vertiefende Zusammenarbeit zwischen den im Haus beheimateten Institutionen NÖ Tonkünstler-Orchester (NTO) und abcdancecompany. Die gemeinsame Programmpräsentation der Saison 2003/04 mit NTO-Geschäftsführer Johannes Neubert, Chefchoreograf Nicolas Musin und Paul Gessl, Geschäftsführer der NÖ Kulturszene BetriebsGmbH, brachte dieses "an einem Strang Ziehen" zum Ausdruck.

Berühmte Namen

Zur künstlerischen Strategie und zur Entwicklung des Hauses erklärte Birkmeyer unter Hinweis auf positive Reaktionen auf das neue Programm: "Es lässt sich gut an". Ziel sei, das Haus "noch bekannter" zu machen: "Das geht nur über berühmte Namen", nannte Birkmeyer etwa den "Glücksfall" des Auftrittes der Wiener Philharmoniker im Vorjahr. Im Kielwasser klingender Namen sollen junge Künstler hoher Qualität präsentiert werden. Mit "Lockangeboten" wie dem Ausseer Advent oder guter Volksmusik, zu der sich der Intendant ein Mal mehr bekannte, will er "auf die Menschen zugehen", die Schwellenangst vor diesem "in St. Pölten gelandeten Raumschiff Enterprise" nehmen und ein neues Publikum ansprechen.

Das erstmals in einer umfassenden Broschüre zusammen gefasste Programm bietet um 25 Prozent mehr Veranstaltungen als im Vorjahr. Angeboten werden neun - die Genres überbrückenden - Abonnements: Von Klassik zur Moderne, vom Tanz zur Filmmusik, von Musik "unlimited" bis zur Kammermusik. Die Tonkünstler haben - in Reaktion auf die hervorragende Auslastung ihrer Konzerte in der abgelaufenen Saison - erstmals zwei Zyklen erstellt. In St. Pölten gastieren werden u.a. die Pianisten Rudolf Buchbinder und Stefan Vladar.

"nussknacker" und "carmenwomen"

Die Zusammenarbeit der Tonkünstler und der abcdancecompany mündet in der kommenden Saison in zwei überaus spannenden Produktionen: "nussknacker" und "carmenwomen". Musin kündigte weiters u.a. Flamenco und Auftritte internationaler Tanzensembles - u.a. aus Frankreich und Afrika - an. Laut Birkmeyer sind darüber hinaus einige Projekte mit längerer Vorlaufzeit in Vorbereitung. Neubert hob ein Lieblingsprojekt hervor: Wolfgang Mitterer wird zum 1927 entstandenen Stummfilm "Sunrise" des "Nosferatu-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau die Musik kreieren.

Das Vermittlungsprogramm richtet sich an Kinder und Jugendliche, es umfasst aber auch Einführungsgespräche zu den Konzerten, die bereits im Vorjahr sehr gut angenommen worden seien. "Zuckerl" für Abonnenten sind neben den Preisvorteilen (bis zu 25 Prozent) u.a. der kostenlose Bezug der "Bühne" und des NTO-Magazins.

(APA)

S E R V I C E Festspielhaus St. Pölten, Kulturbezirk, Programmbroschüre der Saison
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    festspielhaus.at
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