USA machen Ernst mit Biometrie bei Grenzkontrollen

22. Mai 2003, 14:15
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US-Heimatschutzministerium will Fotos und Fingerabdrücke von Visa-Trägern erfassen

Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security - DHS) schreitet mit seinem Projekt der biometrischen Erfassung von Besuchern in den USA voran. Die ersten Details zu dem Programm US-VISIT (U.S. Visitor and Immigration Status Indication Technology) wurden gestern, Montag, in Washington vorgestellt. Das DHS hofft mit dem System schneller verdächtige Personen bei der Einreise identifizieren sowie Verletzungen der Aufenthaltsbestimmungen leichter erkennen zu können.

Erfassung

Das DHS plant vorerst ab 1. Januar 2004 alle Besucher, die mit Visa in die USA einreisen, zu fotografieren und ihre Fingerabdrücke abzunehmen. Die gewonnenen Daten sollen an eine zentrale Datenbank übermittelt und dort mit den Daten von Verdächtigen sowie bekannten Terroristen und Verbrechern verglichen werden. Zusätzliche Technologien wie Irisscan sollen nach Angaben von Unterstaatssekretär Asa Huthinson später integriert werden. Wenn der Besucher das Land verlässt wird US-VISIT seine Ausreise bestätigen. Das System wird zuerst auf US-Flughäfen und Seehäfen installiert. Später sollen die Grenzübergänge zu Kanada und Mexiko erfasst werden. Die Informationen aus dem US-VISIT-Programm sollen neben den Einwanderungsbehörden auch dem FBI, der lokalen Polizei sowie den Konsulaten zur Verfügung gestellt werden.

Bedenken

"In 99,99 Prozent der Fälle wird dem Besucher einfach ein guter Tag gewünscht und sie können ihre Reise fortsetzen", so der Unterstaatssekretär. Er versuchte Bedenken von Bürgerrechtsgruppen zu zerstreuen, dass das System zu viele Daten sammle und so Reisende aus anderen Staaten abschrecke. Stattdessen könnten sich die Grenzbehörden auf einzelne Personen konzentrieren und müssten nicht ganze Gruppen unter Generalverdacht stellen.

Druck

Nach Angaben von Huthinson hätten mit US-VISIT zwei Attentäter vom 11. September 2001 vorzeitig aus dem Verkehr gezogen werden können. Die beiden wurden wegen Verletzung der Einreise-Bestimmungen bei früheren USA-Besuchen gesucht. Mit der Einführung von US-VISIT wächst auch der Druck der USA auf Staaten, deren Bürger keine Visa benötigen, mindestens zwei biometrische Erkennungsmerkmale in ihre Reisedokumente zu integrieren. (pte)

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