Der Spion, den Sie ChefIn nennen

21. Mai 2003, 09:00
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Deutsche Gewerkschaft stellt Online-Spionage-Check ins Netz und möchte Aufmerksamkeit für Überwachungsfallen am Arbeitsplatz

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di startet mit dem neuen SpionageCheck eine Kampagne zum Thema Überwachung und möchte Arbeitnehmer über Möglichkeiten der Überwachung des Onlineverhaltens von Beschäftigten am Arbeitsplatz informieren.

"Onlinerechte für Beschäftigte"

Diese Aktion findet im Rahmen der Onlinekampagne Onlinerechte für Beschäftigte statt. "Unser Ziel ist es, Beschäftigte zu sensibilisieren, da häufig rechtswidrig und ohne Wissen der Beschäftigten überwacht wird", erklärte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Franz Treml.

Spielerisch informieren

Der "SpionageCheck" sensibilisiert auf spielerische Weise für Überwachungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz und zeigt Möglichkeiten zur Vorbeugung. So erfährt man zum Beispiel beim "Passwort-Check", wie schnell ein normales Passwort entschlüsselt werden kann und wie ein gutes Passwort aufgebaut sein sollte. Außerdem hilft der "SpionageCheck" die Datenspuren, die das Surfen im Internet hinterlässt, etwa die sogenannten Cookies, auf der eigenen Festplatte zu entdecken. Der "SpionageCheck" gibt Tipps, wie man sich vor Spionagesoftware schützen kann sowie Hinweise auf kostenlose Schutzprogramme.

Keine letzte Gewissheit

Allerdings kann auch der „SpionageCheck“ keine letzte Gewissheit geben, ob ein Arbeitsplatz überwacht wird. Dies ist schon deshalb nicht möglich, weil die Beschäftigten dazu unter anderem Software installieren müssten, was in betrieblichen Netzwerken in der Regel nicht gestattet ist.

"Wir wollen in erster Linie aufklären und erreichen, dass Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte hellhörig werden. Wenn wir dadurch in den Betrieben den Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung von Internet und E-Maildiensten auf die Tagesordnung setzen, haben wir schon viel gewonnen," so Treml. (red)

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